Bachelorarbeit, 2022
50 Seiten, Note: 1,8
PROLOG
ZEITREISE
BERLINER FRIEDHÖFE
FRIEDHOFSENTWICKLUNGSPLAN
URNENFRIEDHOF GERICHTSTRAẞE
ENTWURFSKONZEPT
EPILOG
Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit entwidmeten Friedhofsflächen am Beispiel des Urnenfriedhofs in der Gerichtstraße in Berlin-Wedding. Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Erhalt und die Reaktivierung dieser Flächen über den reinen Denkmalschutz hinaus positive gesellschaftliche, ökologische und kulturelle Impulse setzen kann und neue Orte für Begegnung und Besinnung schafft.
Der Stadtteil Berlin-Wedding
Während der Stadtteil Berlin-Wedding ursprünglich als landwirtschaftliche Siedlung fungierte, entwickelte er sich mit dem Erlass des Hobrechtplans im Jahr 1862 stetig zu einem Arbeiterviertel und Industriegebiet. Aus diesem Grund sind auch heute noch die Einflüsse der Arbeiterklasse sowie insbesondere der ehemaligen Gastarbeiter:innen feststellbar, deren Nachkommen teilweise weiterhin den Wedding bewohnen. Dies erklärt mitunter den hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, welche den Stadtteil zu einem kulturellen Schmelztiegel formen. Aus kultureller Sicht wird eine „Reise“ in verschiedene Länder ermöglicht, ohne dass der Stadtteil verlassen werden müsste. Dadurch wird zugleich ein kultureller Anziehungspunkt vieler Student:innen und Künstler:innen geschaffen. Wie jeder Stadtteil einer Großstadt, hat auch Berlin-Wedding mit einer hohen Kriminalitätsrate, Drogenkonsum und Obdachlosigkeit zu kämpfen. Dennoch steht er im Mittelpunkt vieler Investitionen, da das Potenzial für Neubauten, private Studentenwohnheime, Luxus-Eigentumswohnungen sowie geschäftliche Standorte erkannt werden. Diese wirtschaftliche Betrachtung steht allerdings im Widerspruch der Interessen der Bewohner:innen, da sie befürchten, den Charakter des Stadtteils durch Gentrifizierung verlieren zu können. Zusammenfassend kann der Stadtteil Berlin-Wedding als ein Schauspiel kantiger, bunter, hipper, kultureller Geschehnisse beschrieben werden, welcher ein Fahrticket in das Überall und Nirgendwo bietet.
PROLOG: Einführung in die Thematik der Friedhofsentwidmung und die Zielsetzung der Arbeit, einen kreativen Umgang mit diesen Flächen zu finden.
ZEITREISE: Chronologischer Abriss der Entwicklung der Feuerbestattung und der damit verbundenen Veränderungen der Friedhofskultur von 1828 bis heute.
BERLINER FRIEDHÖFE: Bestandsaufnahme der Friedhofslandschaft in Berlin und Analyse der Verteilung nach Trägerschaften.
FRIEDHOFSENTWICKLUNGSPLAN: Untersuchung der Strategie des Berliner Senats im Umgang mit überzähligen Friedhofsflächen und deren Umnutzungspotenziale.
URNENFRIEDHOF GERICHTSTRAẞE: Spezifische Betrachtung der Geschichte und des aktuellen Zustands des Urnenfriedhofs in Berlin-Wedding.
ENTWURFSKONZEPT: Vorstellung des konkreten Entwurfsvorschlags zur Reaktivierung und gestalterischen Aufwertung des Friedhofsareals.
EPILOG: Zusammenfassende Reflexion über das Potenzial einer Umnutzung entwidmeter Flächen als Gewinn für das urbane Umfeld.
Friedhofsentwidmung, Friedhofsentwicklungsplan, Berlin-Wedding, Feuerbestattung, Gartendenkmalpflege, Stadtplanung, Umnutzung, Urnenfriedhof Gerichtstraße, soziale Teilhabe, Stadtraum, Gentrifizierung, Bestattungskultur, Grünzug, Landschaftsarchitektur, Transformation.
Die Arbeit untersucht, wie entwidmete Friedhofsflächen in Berlin, speziell am Beispiel des Urnenfriedhofs Gerichtstraße, in neue, öffentlich nutzbare Räume transformiert werden können.
Sie beleuchtet die historische Entwicklung der Friedhofskultur, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Friedhofsentwidmung in Berlin und entwirft Strategien für eine nachhaltige Umnutzung.
Das Ziel ist es, den Friedhof als Ort nicht nur für die Toten, sondern als wertvollen Grünraum für die lebende Stadtgesellschaft durch ein „Rezept“ für Entwidmungsflächen neu zu interpretieren.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus historischer Quellenanalyse, Standort- und Stoffstromanalyse sowie eine gestalterische Entwurfsmethodik für landschaftsarchitektonische Konzepte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Berliner Friedhofssituation, die Untersuchung des Friedhofsentwicklungsplans (FEP) und die detaillierte Konzeptentwicklung für den Standort Gerichtstraße.
Schlüsselbegriffe sind Friedhofsentwidmung, Transformationsstrategien, Gartendenkmalpflege, urbane Grünflächen und soziale Aufenthaltsqualität.
Der Friedhof, gegründet 1828, hat eine lange Geschichte des Wandels hinter sich, von einer Gartenlandschaft hin zur heutigen Situation als teilweise entwidmete Fläche in einem dichten städtischen Umfeld.
Die Arbeit schlägt vor, die kulturelle Präsenz des angrenzenden „Silent Green“ aufzunehmen und den Friedhof durch Kunstinstallationen und Aufenthaltsbereiche als Ort der Gemeinschaft zu beleben.
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