Masterarbeit, 2019
145 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Vorgehensweise
2. Definition von Glück
2.1. Glück
2.2. Subjektives Wohlbefinden
3. Messmethoden für das subjektive Wohlbefinden
3.1. Befragung zur subjektiven Lebenszufriedenheit
3.2. U-Index
3.3. Erlebnis-Stichproben-Methode
3.4. Tagesrekonstruktion
3.5. Gehirnaktivität
4. Glücksfaktoren
4.1. Persönlichkeitsfaktoren
4.2. Soziodemografische Faktoren
4.3. Spirituelle Faktoren
4.4. Relationale Faktoren
4.5. Institutionelle Faktoren
5. Ökonomische Determinanten von Glück
5.1. Einkommen
5.1.1. Absolutes Einkommen
5.1.2. Relatives Einkommen
5.2. Einkommensverteilung
5.3. Inflation
5.4. Arbeitslosigkeit
5.4.1. Personelle Arbeitslosigkeit
5.4.2. Generelle Arbeitslosigkeit
6. Ergebnisse Glücksberichte
6.1. World Happiness Report
6.2. Human Development Index
7. Rolle des Sozial- / Wohlfahrtsstaates
7.1. Sozialstaatliche Modelle nach der Esping-Andersen-Typologie
7.1.1. Liberaler Wohlfahrtsstaat
7.1.2. Konservativ-korporatistischer Wohlfahrtsstaat
7.1.3. Sozialdemokratischer Wohlfahrtsstaat
7.1.4. Rudimentärer/mediterraner Wohlfahrtsstaat
7.1.5. Postsozialistischer Wohlfahrtsstaat
7.2. Soziale Sicherungssysteme in Volkswirtschaften
8. Kritische Analyse
9. Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung ökonomischer Faktoren, die das subjektive Wohlbefinden beeinflussen, sowie die Analyse des Zusammenhangs zwischen verschiedenen Wohlfahrtsstaatsmodellen und der Lebenszufriedenheit, ergänzt durch eine explorative Regressionsanalyse.
1.1. Problemstellung
“We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.” 1 -Declaration of Independence USA, 1776-
Das was in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776 als Recht eines jeden Einzelnen niedergeschrieben wurde, haben bereits die antiken Griechen berücksichtigt sowie versucht zu erforschen, was ein gutes Leben bedingt und wie dies zu erreichen ist.2 Gleichermaßen wurde in der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der französischen Revolutionsverfassung von 1793 das gemeinsame Glück als gesellschaftliches Ziel ausgegeben.3 Adam Smith, der Vater der modernen Volkswirtschaftslehre, hat das ewige Wachstum als Heilversprechen als einen gewaltigen Täuschungsprozess beschrieben, da das stetige Streben nach mehr materiellem Wohlstand nicht zur Glückseligkeit führt.4 In den Fokus der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung ist das Thema Glück erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerückt und begründete damit den Beginn einer neuen Forschungsdisziplin mit vergleichsweise wenigen Forschungsergebnissen. Demnach begannen die Pioniere der Glücksforschung wie Diener, Kahneman oder Frey damit, zu analysieren welche Determinanten das Glück wie stark beeinflussen.5 Daraus entwickelte sich eine Vielzahl von Forschungsrichtungen unter anderem die Beleuchtung der ökonomischen Determinanten von Glück. Hinsichtlich der Ergebnisse ist eine enorme Heterogenität erkennbar, was sowohl die ökonomischen als auch die nicht-ökonomischen Faktoren betrifft. Infolgedessen sind viele Feinheiten und Nuancen zu berücksichtigen
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Glücksforschung ein und definiert das Ziel, ökonomische Determinanten sowie den Einfluss des Wohlfahrtsstaats zu untersuchen.
2. Definition von Glück: Das Kapitel differenziert zwischen langfrister Lebenszufriedenheit und affektivem Glück und führt das Konzept des subjektiven Wohlbefindens (SWB) ein.
3. Messmethoden für das subjektive Wohlbefinden: Hier werden diverse quantitative Ansätze, von der klassischen Befragung bis zur Neurobiologie (Gehirnaktivität), auf ihre Validität und Nützlichkeit in der Ökonomie geprüft.
4. Glücksfaktoren: Es erfolgt eine Kategorisierung einflussreicher Determinanten in sechs Gruppen, um sowohl persönliche als auch strukturelle Ursachen für Glück zu identifizieren.
5. Ökonomische Determinanten von Glück: Der Fokus liegt auf der Analyse von Einflüssen durch Einkommen, Einkommensverteilung, Inflation und Arbeitslosigkeit auf das Wohlbefinden.
6. Ergebnisse Glücksberichte: Das Kapitel fasst die Daten des World Happiness Reports und des Human Development Index zusammen, um globale Wohlbefundenstrends aufzuzeigen.
7. Rolle des Sozial- / Wohlfahrtsstaates: Basierend auf der Esping-Andersen-Typologie werden verschiedene Sozialstaatsmodelle hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Bürger untersucht.
8. Kritische Analyse: Dieser Teil führt eine explorative Regressionsanalyse unter Nutzung von OECD-Daten durch, um den statistischen Zusammenhang zwischen Wohlfahrtsstaatsindikatoren und SWB zu testen.
9. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die ökonomischen und sozialen Einflussfaktoren auf das Glück zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschung.
Glücksforschung, Subjektives Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit, Ökonomische Determinanten, Easterlin-Paradoxon, Human Development Index, World Happiness Report, Wohlfahrtsstaat, Esping-Andersen, Arbeitslosigkeit, Einkommensungleichheit, Gini-Koeffizient, Regressionsanalyse, soziale Sicherheit, Inflation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung ökonomischer Einflussfaktoren („Determinanten“) auf das subjektive Wohlbefinden und Glück der Menschen.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Messung von Glück, eine Analyse ökonomischer Variablen wie Einkommen und Arbeitslosigkeit sowie die Rolle verschiedener staatlicher Wohlfahrtsysteme.
Ziel ist es zu klären, wie stark ökonomische und soziale Faktoren das individuelle Glücksniveau beeinflussen und inwiefern der Sozialstaat hierbei eine moderatorische Rolle spielt.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse sowie einer eigenen explorativen multiplen Regressionsanalyse, die auf aktuellen, ländervergleichenden Daten der OECD basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Glück, die Vorstellung verschiedener Messmethoden, die Analyse der Glücksfaktoren, die ökonomischen Determinanten (Einkommen, Inflation, Arbeit), eine Auswertung internationaler Berichte und die Untersuchung von Wohlfahrtsstaatsmodellen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen subjektives Wohlbefinden, Easterlin-Paradoxon, Wohlfahrtsstaat, Gini-Koeffizient und Lebenszufriedenheit.
Die Arbeit verdeutlicht, dass ab einer gewissen Schwelle der absoluten Bedürfnisbefriedigung das relative Einkommen (der Vergleich mit der Referenzgruppe) meist entscheidender für das empfundene Glücksniveau wird.
Die Arbeit zeigt, dass Arbeitslosigkeit nicht nur durch den Einkommensverlust, sondern vor allem durch psychologische Faktoren wie Statusverlust und soziale Stigmatisierung das Glücksniveau massiv und nachhaltig reduziert.
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