Bachelorarbeit, 2011
40 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Begründung der Werk- und Themenwahl
3. Die Romantik
3.1 Die Frühromantik
3.2 Die Hochromantik
3.3 Wesentliche Merkmale der Romantik
4. Die Spätromantik
5. Romantik im englischsprachigen Raum
6. Das Wahnsinnsmotiv in der Spätromantik
6.1 Literarische Verarbeitung des Motivs
6.2 Einflüsse auf die damaligen Darstellungsweisen
7. E.T.A. Hoffmann und die Darstellung des Wahnsinns
7.1 E.T.A. Hoffmanns „Nachtstücke von 1817“
7.2 Die Darstellung des Wahnsinnsmotivs in „Das Majorat“
8. E.A. Poe und die Darstellung des Wahnsinns
9. Die Darstellung des Wahnsinnsmotivs in „The Fall of the House of Usher“
10. Fazit
11. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Motiv des Wahnsinns in der Spätromantik. Ziel ist es, die Gründe für das verstärkte Auftreten dieses Motivs in jenem Zeitraum zu identifizieren, verschiedene Darstellungsformen innerhalb der Epoche herauszuarbeiten und zu analysieren, wie die Autoren E.T.A. Hoffmann und E.A. Poe dieses Thema in ihren Werken „Das Majorat“ sowie „The Fall of the House of Usher“ literarisch verarbeitet haben.
7.2 Die Darstellung des Wahnsinnsmotivs in „Das Majorat“
Das Majorat ist folglich eine Erzählung in einem Erzählzyklus von insgesamt acht Erzählungen. Diese schildert zwei verschiedene Szenen, die separat in der Erzählung berichtet werden, jedoch in fester Verbindung stehen. Die Erzählung steigt ein mit einer Beschreibung der Umgebung, in welche die Erzählung eingebettet ist:
„Dem Gestade der Ostsee unfern liegt das Stammschloss der Freiherrlich von R..schen Familie, R..sitten genannt. Die Gegend ist rauh und öde, kaum entsprießt hin und wieder ein Grashalm dem bodenlosen Triebsande, und statt des Gartens, wie er sonst das Herrenhaus zu zieren pflegte, schließt sich an die nackten Mauern nach der Landseite hin ein dürftiger Föhrenwald, dessen ewige, düstre Trauer, den Schmuck des Frühlings verschmäht und in dem statt des fröhlichen Jauchzens der zu neuer Lust erwachten Vöglein nur das schaurige Gekrächze der Raben, das schwirrende Kreischen der sturmverkündenden Möwen widerhallt.“
In diese Gegend reist der Ich-Erzähler Theodor gemeinsam mit seinem Großonkel V., welcher der Justiziar der Familie Roderich ist. Schon zu Beginn der Ankunft vermutet Theodor, dass das Schloss, welches schon sehr verfallen ist, als auch die Familie einen unheimlichen Eindruck erweckt.
1. Einleitung: Definiert den Fokus der Arbeit auf das Motiv des Wahnsinns in der Spätromantik und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur literarischen Verarbeitung.
2. Begründung der Werk- und Themenwahl: Erläutert die persönliche Motivation der Autorin sowie die literaturgeschichtlichen Gründe für den Vergleich zwischen E.T.A. Hoffmann und Edgar Allan Poe.
3. Die Romantik: Bietet einen Überblick über die Epoche, ihre zeitliche Einordnung sowie die wesentlichen Merkmale der Früh- und Hochromantik als Ausgangslage.
4. Die Spätromantik: Analysiert den historischen Wandel zur Spätzeit der Epoche, geprägt von Industrialisierung und der Hinwendung zu den „Nachtseiten“ des Menschen.
5. Romantik im englischsprachigen Raum: Skizziert Besonderheiten der amerikanischen Romantik und die literarische Positionierung von Edgar Allan Poe.
6. Das Wahnsinnsmotiv in der Spätromantik: Untersucht die theoretische Basis des Wahnsinnsmotivs und systematisiert verschiedene Darstellungsmuster in der Literatur.
7. E.T.A. Hoffmann und die Darstellung des Wahnsinns: Erforscht Hoffmanns Umgang mit dem Motiv und analysiert spezifisch die Erzählung „Das Majorat“.
8. E.A. Poe und die Darstellung des Wahnsinns: Betrachtet Poes pragmatische und methodische Herangehensweise an die Darstellung von Geistesstörungen.
9. Die Darstellung des Wahnsinnsmotivs in „The Fall of the House of Usher“: Führt eine vertiefende Textanalyse zu Poes Erzählung unter Berücksichtigung des Wahnsinns als psychische und atmosphärische Komponente durch.
10. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die unterschiedlichen künstlerischen Strategien der beiden Autoren im Umgang mit dem Wahnsinnsmotiv.
11. Literaturverzeichnis: Listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf.
Wahnsinnsmotiv, Spätromantik, E.T.A. Hoffmann, Edgar Allan Poe, Das Majorat, The Fall of the House of Usher, Nachtseiten, Künstlerproblematik, Schwarze Romantik, psychische Erkrankung, literarische Verarbeitung, Realitätsverlust, Schauerliteratur, vererbter Wahnsinn.
Die Arbeit widmet sich der Bedeutung und Darstellung des Wahnsinns als literarisches Motiv in der spätromantischen Literatur.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Wahnsinnsmotivs, die Auswirkungen gesellschaftlicher Umbrüche auf die Literatur sowie die Verknüpfung von Wahnsinn mit Musik, Kunst und individueller Identität.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum der Wahnsinn in der Spätromantik verstärkt auftrat und wie E.T.A. Hoffmann und E.A. Poe diesen in ihren spezifischen Erzählungen literarisch umgesetzt haben.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse und führt einen kontrastiven Vergleich der beiden Beispielwerke sowie eine Einbettung in den epochenspezifischen Kontext durch.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Romantik und Spätromantik sowie in eine detaillierte textimmanente Analyse der Werke „Das Majorat“ und „The Fall of the House of Usher“.
Wichtige Begriffe sind unter anderem „Schwarze Romantik“, „Künstlerproblematik“, „Nachtseiten“, „Erbkrankheit“ und der Vergleich zwischen deutscher und amerikanischer Romantik.
Laut der Arbeit geht Poe pragmatischer und fast mathematisch-analytisch vor, während Hoffmann den Wahnsinn eher als naiven, künstlerischen Ausdruck und Erkenntnisform nutzt.
In beiden Werken dient die Familie als Begründung für den Wahnsinn, wobei das Konzept des „erblichen Wahnsinns“ und der Untergang des Geschlechts eine zentrale, tragische Rolle einnehmen.
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