Bachelorarbeit, 2009
54 Seiten, Note: 1.8
1. Einleitung
2. Systemtheorie nach Niklas Luhmann
2.1 Vorbemerkung
2.2 Das politische System
2.2.1 Code
2.2.2 Programme
2.2.3 Interne Differenzierung
2.2.4 Machtkreislauf
2.3 Strukturelle Kopplungen
2.4 Organisationssysteme
3. Neo-Institutionalismus
3.1 Vorbemerkung
3.2 Theoretische Grundlagen und Begrifflichkeiten
3.3 Organisationen nach Nils Brunsson
4. Theorie in Anwendung: US-Politik in Pakistan seit dem 11. 9. 2001
4.1 Politische Situation
4.2 Systemtheoretische Perspektive
4.3 Neo-Institutionalistische Perspektive
5. Theorie-Vergleich
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Niklas Luhmanns Systemtheorie und dem Neo-Institutionalismus nach Nils Brunsson am Beispiel der amerikanischen Pakistan-Politik seit 2001. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Qualitäten und Defizite beider Theorien bei der Analyse komplexer politischer Prozesse und Entkopplungsphänomene herauszuarbeiten.
3.3 Organisationen nach Nils Brunsson
Der schwedische Organisationsforscher Nils Brunsson fügt dem Theoriegebäude nun die Differenzierung zwischen zwei verschiedenen Typen von Organisationen hinzu, nämlich der „action organization“ einerseits und der „political organization“ andererseits. Was zeichnet nun die beiden Organisationstypen genau aus? Es folgt eine Beschreibung der Idealtypen beider Organisationsformen nach Brunsson.
Die „action organization“ setzt auf Einverständnis mit den Organisationszielen als grundsätzliche Bedingung für die Mitgliedschaft, wodurch Einigkeit und funktionierende Hierarchie gewährleistet wird, was die Strukturen der Organisation effektiviert: „The hierarchy is instrumental in coordinating the activities of the organization members“ (Brunsson 1989: 15). Das andere wichtige Mittel zur Fundierung der Organisationsstrukturen sind Ideologien. Ideologien konkretisieren sich in Regeln, welche von der Organisation für ihre Mitglieder aufgestellt werden und für diese zugleich bestimmte Rollen generieren, sowie in Routinen, welche sich dadurch bilden: „Regeln, Rollen und Ideologien formulieren unterschiedlich abstrakte und generalisierte Verhaltenserwartungen, die die Funktion haben, Komplexität zu reduzieren. (…) Sie liefern Beschreibungen, wie die Welt ist, helfen dabei, relevante von irrelevanten Ereignissen zu trennen, liefern Kriterien der Attribution von Ursachen und Wirken und implizieren normative Aspekte, etwa der Wünschbarkeit bestimmter Ereignisse und Handlungen“ (Tacke / Hiller 1993: 8 ff.). Indem sie somit definieren, was für die Organisation und ihre Mitglieder relevant ist und was nicht, schaffen sie Abgrenzung und konstruieren dadurch wiederum die Identität der Organisation.
1. Einleitung: Vorstellung der beiden Theorien und Formulierung der These, dass eine kombinierte Anwendung für politikwissenschaftliche Fragestellungen einen hohen Mehrwert bietet.
2. Systemtheorie nach Niklas Luhmann: Darstellung der zentralen Konzepte wie Codierung, Machtkreislauf, strukturelle Kopplung und die autopoietische Natur von Organisationen.
3. Neo-Institutionalismus: Erläuterung des Isomorphismus, der Bedeutung von Mythen und der Differenzierung zwischen "action organizations" und "political organizations" nach Brunsson.
4. Theorie in Anwendung: US-Politik in Pakistan seit dem 11. 9. 2001: Empirische Untersuchung der widersprüchlichen US-Außenpolitik und deren Deutung durch die beiden theoretischen Perspektiven.
5. Theorie-Vergleich: Kritische Gegenüberstellung beider Modelle zur Klärung, wie sie politische Abläufe und Entkopplungen erklären.
6. Fazit und Ausblick: Resümee der gewonnenen Erkenntnisse und Plädoyer für eine komplementäre Nutzung beider Theorien in der Politikwissenschaft.
Systemtheorie, Neo-Institutionalismus, Niklas Luhmann, Nils Brunsson, US-Politik, Pakistan, Entkopplung, Hypocrisy, Machtkreislauf, politische Organisation, Isomorphie, Legitimationsstrategien, Politikwissenschaft, Organisation, Kommunikation.
Die Arbeit analysiert und vergleicht Luhmanns Systemtheorie mit dem neo-institutionalistischen Ansatz von Nils Brunsson, um komplexe politische Handlungsweisen besser zu verstehen.
Die Arbeit befasst sich mit Organisationstheorie, politischer Kommunikation, dem Konzept der Entkopplung ("Hypocrisy") und der Analyse von Legitimationsprozessen in der internationalen Politik.
Das Ziel ist es zu zeigen, dass beide Theorien trotz ihrer unterschiedlichen Fokussierung (Differenzierung vs. Homogenisierung) vereinbar sind und eine kombinierte Anwendung wertvolle Erkenntnisse für die Politikwissenschaft liefert.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die durch die Anwendung auf ein empirisches Fallbeispiel – die US-Politik in Pakistan seit dem 11. September 2001 – methodisch untermauert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung beider Modelle, deren Anwendung auf den Pakistan-Konflikt sowie einen direkten Theorievergleich in Kapitel 5.
Die zentralen Begriffe sind Systemtheorie, Neo-Institutionalismus, Entkopplung, politische Organisation, Legitimation und internationale Politik.
Brunsson würde das Verhalten als "Organization of Hypocrisy" beschreiben, bei der unterschiedliche Organisationsteile oder Zeitpunkte genutzt werden, um widersprüchliche Erwartungen verschiedener Umwelten gleichzeitig zu bedienen.
Sie erklärt, warum die Politik (Peripherie) unverbindliche Ziele wie "Demokratisierung" rhetorisch verfolgen kann, während das politische Zentrum (Verwaltung) pragmatische Entscheidungen zur Machtstabilität trifft, ohne dass dies zu einem systemischen Zusammenbruch führen muss.
Während die Systemtheorie präzise die Grenzen politischer Kommunikation definiert, bietet der Neo-Institutionalismus ein besseres Verständnis für Homogenisierungsprozesse und die Rolle von Mythen und Institutionen in organisationalen Feldern.
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