Bachelorarbeit, 2021
40 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Vorgehensweise und Begriffsdefinitionen
1. Der Begriff der Schriftlichkeit
2. Das Konzept der Digitalisierung
III. Der Einzug mündlicher Merkmale in die Schriftlichkeit
IV. Medienkonkurrenz gegenüber Multimedialität
V. Weiterentwicklung, Rückschritt oder Sprachwandel?
1. Die Perspektive der Weiterentwicklung
2. Die Interpretation eines Rückschritts
3. Der Blickwinkel des Sprachwandels
VI. Der Einfluss auf Produzenten und Rezipienten
1. Die Auswirkungen für Produzenten
2. Die Wandlung der Rezipientenrolle
VII. Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Schriftlichkeit, indem sie Konzepte aus den 1990er Jahren kritisch beleuchtet und mit gegenwärtigen Entwicklungen in der sprachwissenschaftlichen Praxis sowie empirischen Umfragedaten in Bezug setzt. Dabei liegt der Fokus primär auf der Frage, ob digitale Prozesse als sprachliche Weiterentwicklung, als negativer Rückschritt oder als wertfreier Sprachwandel zu bewerten sind.
II. Vorgehensweise und Begriffsdefinitionen
In der nun folgenden Arbeit werden verschiedene Konzepte der Wirkungen von Digitalisierung auf Schriftlichkeit dargestellt. Hierfür werden Konzepte präsentiert, die in den 1990er Jahren entstanden sind und an ausgewählten Texten veranschaulicht, was diese kennzeichnet. In einem weiteren Schritt wird gezeigt, wie sich das Verhältnis sprachwissenschaftlicher Forschung dazu in den 2010er Jahren entwickelt hat und welche neuen Ansatzpunkte jeweils hinzugekommen sind.
Zunächst wird jedoch eine Definition der zwei wichtigsten Begriffe innerhalb dieser Arbeit erfolgen, bei denen es sich zum einen um Schriftlichkeit und zum anderen um Digitalisierung handelt. Diese Erläuterung dient der Präzisierung, um zu zeigen, auf welchen Bereich sich die Analyse im Allgemeinen bezieht. Dieser Zwischenschritt ist dem Umstand geschuldet, dass die zu erklärenden Begriffe in vielfältigen Variationen auftreten können und es je nach Kontext durch grundlegende indexikalische Eigenschaften zu einer Bedeutungsverschiebung kommen kann.
I. Einleitung: Das Kapitel führt in das Spannungsverhältnis zwischen digitalen Entwicklungen und schriftsprachlichen Traditionen ein und hinterfragt kritisch, ob durch Digitalität kulturelle Praktiken ersetzt oder zerstört werden.
II. Vorgehensweise und Begriffsdefinitionen: Es werden die zentralen Begriffe Schriftlichkeit und Digitalisierung definiert und der methodische Aufbau der Arbeit erläutert, der Konzepte der 1990er Jahre den Erkenntnissen der 2010er Jahre gegenüberstellt.
III. Der Einzug mündlicher Merkmale in die Schriftlichkeit: Dieser Teil beleuchtet die These einer Fusion von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, bei der insbesondere in Chats und internetbasierter Kommunikation typisch mündliche Ausdrucksmittel einwandern.
IV. Medienkonkurrenz gegenüber Multimedialität: Hier wird untersucht, wie Schrift zunehmend in multimediale Kontexte integriert wird und inwieweit dies zu einer Medienkonkurrenz führt oder die Charakteristika traditioneller Druckmedien beeinflusst.
V. Weiterentwicklung, Rückschritt oder Sprachwandel?: Das Kapitel analysiert verschiedene Forschungsansätze, die den digitalen Einfluss entweder positiv als Weiterentwicklung, negativ als Rückschritt oder wertneutral als historischen Sprachwandel interpretieren.
VI. Der Einfluss auf Produzenten und Rezipienten: Es steht die veränderte Kompetenzerwartung (Electronic Literacy) an Verfasser digitaler Texte sowie die Wandlung der Rezipientenrolle im Fokus, die durch Hypertexte und digitale Lesegeräte neue Anforderungen an das Orientierungsvermögen stellt.
VII. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass kein eindeutiges Urteil bezüglich eines Sprachverfalls gefällt werden kann, stuft einen stattfindenden Sprachwandel jedoch als wahrscheinlich ein und betont, dass Medienkompetenz der Schlüssel bleibt.
Digitalisierung, Schriftlichkeit, Mündlichkeit, Medienkonkurrenz, Multimedialität, Sprachwandel, Hypertext, Electronic Literacy, Internetkommunikation, Sprachassistenz, Textproduktion, Rezipientenrolle, Schreibkompetenz, Digital Natives, Sprachkultur
Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem technologischen Wandel durch Digitalisierung und den traditionellen Strukturen schriftlicher Kommunikation.
Zentrale Themen sind die Verschmelzung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, die Auswirkungen der Multimedialität auf Texte sowie die sich verändernden Anforderungen an Produzenten und Rezipienten.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob die Digitalisierung schriftlicher Sprache als bloßer Sprachverfall, als Fortschritt oder als ein natürlicher Prozess des Sprachwandels zu bewerten ist.
Die Autorin/der Autor wendet einen komparativen Ansatz an, der theoretische Konzepte und Publikationen der 1990er Jahre mit aktuellen Forschungsergebnissen und Umfragedaten der 2010er Jahre vergleicht.
Behandelt werden der Einfluss mündlicher Merkmale auf Texte, die Veränderung der Produzenten- und Rezipientenrollen im digitalen Kontext und die Frage nach dem Status der (Schrift-)Kultur.
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, Sprachwandel, Schriftlichkeit, Multimedialität, Electronic Literacy und Medienkonkurrenz.
Während in den 1990ern oft kulturpessimistische Ängste vor einem Verfall dominierten, zeigt die Literatur der 2010er Jahre eine differenziertere Sicht, die den Sprachwandel eher als neutrale Anpassung an neue mediale Bedingungen begreift.
Es dient als Referenzpunkt, um die Epoche der gedruckten Schriftlichkeit zu beschreiben und durch den Kontrast zur digitalen "Turing-Galaxis" den epochalen Wandel des Schreibens und Lesens zu verdeutlichen.
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