Masterarbeit, 2022
80 Seiten, Note: 1,3
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1 Einleitung
1.1 Relevanz der Thematik
1.2 Gang der Arbeit
2 Smart Contracts und ihre technologischen Grundlagen
2.1 Begriffserklärung und -bedeutung
2.2 Distributed-Ledger
2.3 Peer-to-Peer Netzwerke
2.4 Blockchain-Typen
2.4.1 Funktionsweise der Blockchain
2.4.2 Private and Public Key
2.4.3 Klassifikation
2.4.4 Herausforderung und Weiterentwicklung
2.5 Blockchain 2.0
3 Smart Contracts
3.1 Der Begriff „Smart Contracts“ und dessen Bedeutung
3.2 Funktionsweise von Smart Contracts
3.3 Voraussetzungen des Smart Contracts
3.4 Abgrenzung von traditionellen Verträgen
3.5 Anwendungsgebiete und Evaluation
4 Rechtliche Rahmenbedingungen von Smart Contracts
4.1 Vorvertragliche Herausforderungen
4.1.1 Zurechnung der Willenserklärungen
4.1.2 Programmcode als Vertragssprache
4.1.3 Beurteilung der Smart Contracts hinsichtlich der AGB
4.1.4 Risiko der unerlaubten Rechtsdienstleistung
4.2 Vertragsschluss
4.2.1 Angebot und Annahme durch Smart Contracts
4.2.2 Kryptowährungen als schuldrechtliche Gegenleistung
4.3 Leistungsstörungen im Vertragsverhältnis eines Smart Contracts
4.3.1 Wirksamkeitshindernisse
4.3.2 Rechtsvernichtende Einwendungen
4.3.3 Leistungsstörungsrecht
4.3.4 Smart Contracts als digitale Konfliktlösung
4.3.5 Smart Contracts als Rückabwicklung
4.3.6 Automatisierte Selbstjustiz
4.3.6.1 Rechtliche Grundlagen
4.3.6.2 Besitzbeeinträchtigung
4.3.6.3 Anwendung einzelner Sachverhalte
4.4 Die Vereinbarkeit von Transparenz und Datenschutz
4.4.1 Personenbezogene Daten
4.4.2 Speicherung und Löschung personenbezogener Daten
4.4.3 Automatisierte Entscheidungen i. S. d. Art. 22 I DS-GVO
4.4.4 Vereinbarkeit von öffentlichen Blockchain und Datenschutz
5 Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Smart Contracts in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer Subsumtion im Finanz- und Datenschutzrecht sowie der Klärung, ob sie als rechtlich bindende Verträge im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches gelten können und inwieweit regulatorische Anpassungen notwendig sind.
1.1 Relevanz der Thematik
Die fortgeschrittene und zunehmende Entwicklung der Digitalisierung nimmt Einfluss auf das Rechtssystem und somit auch auf die Anforderungen und Tätigkeiten der Juristen. Hierbei sind neue Kompetenzen hinsichtlich neu auftretender Sachverhalte erforderlich, wie z. B. die maßgeblichen rechtlichen Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen oder Änderungen und Ergänzungen im Rechtssystem veranlasst werden. An dieser Stelle verspricht die Innovation der Blockchain im digitalen Zeitalter ein enormes Potential. Denn im Laufe der Zeit erlangte diese Innovation steigende Aufmerksamkeit hinsichtlich der Öffentlichkeit, Finanzmarktteilnehmer, Anleger sowie institutionellen Investoren. Meinungen über eine technische Investition waren selten dermaßen gespalten, wie im Falle der Blockchain. In ihrer Dezentralität sehen jedoch viele Befürworter den Lösungsansatz für eine Vielzahl von Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Die Blockchain soll als disruptive Technologie den Prozess der Digitalisierung in unterschiedlichen Bereichen optimieren und erweitern.
Das Konzept der Blockchain wird oftmals mit dem der Kryptowährungen gleichgestellt. Jedoch gehen ihre Anwendungsgebiete weit darüber hinaus. Blockchainbasierte Smart Contracts sollen in Zukunft zur Obsoleszenz zentraler Organisationen beitragen und traditionelle Sicherheitsmethoden revolutionieren. Verträge werden unmittelbar zwischen den Parteien abgeschlossen und die Rechtsanwendung dank selbstausführender Software automatisiert. Der Verzicht auf zentrale Intermediäre wird mit Einsparungen von Zeit und Geld verbunden und trifft auf große Begeisterung in der Finanzbranche. In anderen Branchen wird der Zweck des Einsatzes der Smart Contracts jedoch in Frage gestellt. Zudem obliegt aufgrund der vorhandenen Uneinigkeit der Definition und der rechtlichen Einordnung eine nähere Betrachtung. Hierbei ist das Zivilrecht nur eines von vielen Rechtsgebieten, die beim Einsatz dieser Technologie zu berücksichtigen sind. Die Rechtsstreitigkeiten bzw. Herausforderungen, die sich grundsätzlich in Deutschland aus der Verwendung von blockchainbasierten Smart Contracts de lege lata ergeben, werden ebenfalls thematisiert.
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz der Untersuchung von Smart Contracts vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Smart Contracts und ihre technologischen Grundlagen: Hier werden die technischen Fundamente erläutert, insbesondere die Funktionsweise von P2P-Netzwerken, Distributed-Ledger-Technologien sowie die verschiedenen Blockchain-Typen und deren Konsensmechanismen.
3 Smart Contracts: In diesem Teil wird der Begriff definiert, die Funktionsweise der selbstausführenden Programme beschrieben und eine Abgrenzung zu traditionellen Verträgen sowie eine erste Evaluation der Anwendungsgebiete vorgenommen.
4 Rechtliche Rahmenbedingungen von Smart Contracts: Dieses zentrale Kapitel analysiert detailliert die rechtlichen Herausforderungen, von der rechtsgeschäftlichen Willenserklärung und dem Vertragsschluss bis hin zu Fragen der Leistungsstörung, der AGB-Kontrolle und den Anforderungen der DS-GVO.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Notwendigkeit von regulatorischen Anpassungen im deutschen Rechtssystem angesichts der technischen Entwicklungen.
Smart Contracts, Blockchain, Distributed-Ledger-Technologie, Digitalisierung, Vertragsschluss, BGB, Datenschutzgrundverordnung, DS-GVO, Rechtsdienstleistung, AGB-Recht, P2P-Netzwerke, Leistungsstörung, Kryptowährungen, Dezentralisierung, Automatisierung
Die Arbeit untersucht die rechtliche Einordnung von Smart Contracts im deutschen Rechtsraum, insbesondere im Hinblick auf deren Anwendbarkeit, Wirksamkeit und die damit verbundenen regulatorischen Herausforderungen.
Die wesentlichen Schwerpunkte liegen auf technologischen Grundlagen der Blockchain, vertragsrechtlichen Aspekten des Vertragsschlusses, Fragen der Leistungsstörung sowie der Vereinbarkeit von Blockchain-Strukturen mit dem Datenschutzrecht.
Das Ziel ist die kritische Analyse, ob Smart Contracts als genuine Verträge klassifiziert werden können und ob die aktuelle Rechtslage für deren Nutzung ausreicht oder Anpassungen de lege ferenda erfordert.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Rechtsquellenrecherche, durch die verschiedene juristische Sichtweisen sowie aktuelle Rechtsprechung verglichen, analysiert und auf die spezifische Problemstellung der Smart Contracts übertragen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in technologische Grundlagen, die begriffliche und funktionale Einordnung von Smart Contracts, eine tiefgehende rechtsdogmatische Untersuchung des Vertragsschlusses sowie eine kritische Prüfung datenschutzrechtlicher Compliance-Fragen.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: Smart Contracts, Blockchain, BGB, Vertragsschluss, Rechtsdienstleistung, AGB-Kontrolle, Leistungsstörung, Datenschutz, Dezentralisierung und Automatisierung.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Smart Contracts technisch gesehen eine Software darstellen, die zwar zur Abwicklung menschlicher Vereinbarungen genutzt werden kann, aber nicht per se als "Vertrag im Rechtssinne" anzusehen ist.
Da eine nachträgliche Änderung in der Blockchain technisch kaum möglich ist, werden Mechanismen wie die "Reverse Transaction" (Rückabwicklung durch neue Transaktion) diskutiert, wobei die Unveränderlichkeit primär der Integrität der Dokumentation dient, nicht der Verhinderung zivilrechtlicher Korrekturen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

