Examensarbeit, 2008
99 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
2. Literatur im Geiste des Staates
2.1 Der real existierende Sozialismus
2.2 Die „Propheten einer verheißungsvollen Zukunft“
3. DDR – Literatur unter Ulbricht
3.1 „Bitterfelder Weg“
3.2 Kontrollinstanzen unter Ulbricht
3.2.1 Staatssicherheit in den fünfziger und sechziger Jahren
3.2.2 Zensur in den fünfziger und sechziger Jahren
3.3 Das 11. ZK- Plenum 1965
3.3.1 Zur Vorgeschichte
3.3.2 „Kahlschlag“ durch Honecker
3.4 Christa Wolf vs. die literarische Produktivkraft
3.5 Der Dolchstoß gegen Ulbricht
4. 1971 – 1973 Kulturpolitische Entspannungsphase unter Honecker
4.1 Honecker: Förderer von Literatur?
4.2 Der VII. Schriftstellerkongress 1973
5. Das Ende der kulturpolitischen Öffnung
5.1 Der Fall Kunze
5.2 Die Ausbürgerung Wolf Biermanns
5.3 „Nachwehen um die Biermann – Ausbürgerung“
6. Kontrollinstanzen unter Honecker
6.1 Staatssicherheit in den siebziger Jahren
6.1.1 Deckname « Lyrik »
6.2 Zensur in den siebziger Jahren
7. Der VIII. Schriftstellerkongress 1978
8. Das Tribunal von 1979
9. Die achtziger Jahre unter Honecker
10. Fazit
11. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der literarischen Intelligenz als Oppositionskraft in der DDR während der 1970er Jahre, wobei sie das Spannungsfeld zwischen kulturpolitischer Lenkung durch die SED und dem Streben der Schriftsteller nach Autonomie analysiert. Es wird beleuchtet, wie der SED-Staat versuchte, Literatur als Mittel zur ideologischen Erziehung und Legitimierung zu instrumentalisieren, und welche repressiven Maßnahmen, wie Zensur und Überwachung durch die Staatssicherheit, er gegen oppositionelle Tendenzen ergriff.
3.1 „Bitterfelder Weg“
Wie bereits aus Kapitel 2.1 hervorging, war die Arbeiterklasse der Rezipient der DDR-Literatur, den es nach sozialistischen Vorstellungen zu formen galt. Im Hinblick auf eben diese Arbeiter, konnte die SED zufrieden stellend auf enorme Steigerungen in der Industrieproduktion blicken, die allmählich die Lücken der Versorgungsengpässe zu schließen schienen. Um die aufkommenden Unstimmigkeiten zwischen Literaten und der Partei im Keim zu ersticken, fasste die SED letztendlich den Entschluss als Konsequenz einen neuen kulturpolitischen Weg einzuschlagen, der sowohl die Köpfe der Intellektuellen, als auch die der Arbeiter für den Staat gewinnen sollte. Aufgrund einer am 24. April 1959 abgehaltenen Autorenkonferenz des Mitteldeutschen Verlags in Bitterfeld wurde jener fortan als „Bitterfelder Weg“ bezeichnet. Mit diesem neuen Programm schuf die DDR eine eigene kulturpolitische Bewegung und kopierte nicht, wie noch Anfang der fünfziger Jahre, ein sowjetisches Vorbild.
Schon auf dem V. Parteitag der SED, der vom 10. bis 16. Juli 1958 abgehalten wurde, sprach Ulbricht sich dafür aus eine engere Beziehung zwischen Kultur und materieller Produktion zu schaffen. Diese Forderung sollte mit der Konferenz in Bitterfeld endgültig umgesetzt werden. Explizit hieß das, man sah die Schriftsteller als Instrument an, um die Arbeiterklasse in den kulturellen Bereich zu integrieren oder wie Groth es ausdrückt, um „Kulturproduzenten“ aus ihnen zu machen. Kultureller Überbau und ökonomische Basis befänden sich in idealtypischer Verklammerung und gegenseitiger Befruchtung, überlagert und kontrolliert vom Apparat der Partei, so Groth. Das Zusammenführen von wirtschaftlicher und literarisch-künstlerischer Produktivität, sollte dem Westen Deutschlands die Stirn bieten und verdeutlichen, dass Geist und Ökonomie, anders als in der BRD, in Harmonie zueinander stehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Bedeutung der DDR-Literatur als historisches Forschungsgebiet im Kontext von SED-Macht und Oppositionsbewegung.
2. Literatur im Geiste des Staates: Das Kapitel behandelt den "real existierenden Sozialismus" als staatliche Leitlinie und das daraus resultierende Selbstverständnis von Schriftstellern.
3. DDR – Literatur unter Ulbricht: Hier werden die Grundlagen der Literaturpolitik unter Ulbricht, der "Bitterfelder Weg" und die Rolle der Kontrollinstanzen detailliert analysiert.
4. 1971 – 1973 Kulturpolitische Entspannungsphase unter Honecker: Dieses Kapitel untersucht die anfängliche Hoffnung auf Liberalisierung durch Honecker und den VII. Schriftstellerkongress 1973.
5. Das Ende der kulturpolitischen Öffnung: Der Fokus liegt auf der Abkehr von der Öffnung, illustriert an den Fällen Kunze und Biermann sowie den Reaktionen der Autoren.
6. Kontrollinstanzen unter Honecker: Das Kapitel beschreibt die intensivierte Arbeit der Staatssicherheit und der Zensurbehörden in den 1970er Jahren.
7. Der VIII. Schriftstellerkongress 1978: Es wird die Stimmung im Schriftstellerverband nach den vorangegangenen Konflikten und der Führungswechsel zu Hermann Kant thematisiert.
8. Das Tribunal von 1979: Dieses Kapitel analysiert die eskalierenden strafrechtlichen Maßnahmen gegen Schriftsteller Ende der 1970er Jahre, gipfelnd im Ausschluss kritischer Autoren.
9. Die achtziger Jahre unter Honecker: Ein kurzer Abriss über die neue Generation von Schriftstellern und den Wandel der Literaturszene in den 1980er Jahren.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse über das Scheitern der kulturpolitischen Versuche der SED zusammen, Literatur und Macht dauerhaft zu einen.
11. Anhang: Enthält Abbildungen zur Dokumentation, in diesem Fall das Schreiben zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft Wolf Biermanns.
DDR-Literatur, SED, Kulturpolitik, Zensur, Staatssicherheit, MfS, Bitterfelder Weg, Erich Honecker, Walter Ulbricht, Schriftstellerverband, Wolf Biermann, Reiner Kunze, Stefan Heym, Opposition, Real existierender Sozialismus
Die Arbeit untersucht das ambivalente und oft konfliktreiche Verhältnis zwischen der literarischen Intelligenz in der DDR und dem SED-Regime, mit einem Schwerpunkt auf den 1970er Jahren.
Zentrale Themen sind die staatliche Steuerung der Literatur, der Widerstand der Schriftsteller gegen inhaltliche Vorgaben, die Rolle der Stasi als Kontrollorgan und die Zensurpraxis.
Die Arbeit fragt nach den Ursachen und Ausprägungen des literarischen Widerstands in der DDR und untersucht, warum Honeckers Kulturpolitik trotz anfänglicher Entspannungsversuche in Repression mündete.
Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche sowie historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Primärquellen und Stasi-Akten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Literaturpolitik von Ulbricht bis Honecker, die Analyse von Kontrollmechanismen und die Fallbeispiele prominenter Schriftsteller, die in Konflikt mit dem Staat gerieten.
DDR-Literatur, Zensur, Staatssicherheit, Opposition, Kulturpolitik, SED und der sozialistische Realismus.
Die Ausbürgerung markierte einen Wendepunkt, der die kulturpolitische Öffnung der frühen 1970er Jahre beendete und zu einer massiven Protestwelle sowie einer Vertiefung des Risses zwischen regimekritischen und staatskonformen Autoren führte.
Das Tribunal von 1979 war der Ausschluss kritischer Schriftsteller aus dem Verband, was als rigide Machtdemonstration der SED gegen eine zunehmend oppositionelle Autorenschaft verstanden wird.
In den 1970er Jahren setzte die Stasi auf subtilere, psychologische Zersetzungsmethoden und eine engmaschigere Überwachung durch ein Netz an Inoffiziellen Mitarbeitern (IM), statt nur auf grobe, offene Repression.
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