Bachelorarbeit, 2008
31 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1a. Literatur und Film - Freunde oder Feinde?
2. Theodor Fontane und Rainer Werner Fassbinder
Zwei Künstler und eine „Effi Briest“
2a. Theodor Fontane und sein Roman
2b. Rainer Werner Fassbinder und sein Film
3. „Effi Briest“ trifft „Effi Briest“
Ein direkter Vergleich zwischen Roman und Verfilmung
3a. Credits und Inhaltsangabe der ausgewählten Szene
3b. Einstellungsprotokoll
3c. Vergleichende Szenenanalyse
4. Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten und Problematiken von Literaturverfilmungen, wobei sie exemplarisch Rainer Werner Fassbinders Adaptation von Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ (1974) analysiert, um die spezifische Herangehensweise des Regisseurs und die Wechselwirkung zwischen literarischer Vorlage und filmischer Umsetzung zu beleuchten.
3c. Vergleichende Szenenanalyse
Das Gespräch zwischen Wüllersdorf und Innstetten ist eine entscheidende Szene von großer filmischer Dichte und Aussagekraft. Der künstlerische Anspruch, den Fassbinder für seinen Film erhebt, wird dort in jedem Detail deutlich. Geschickt verknüpft er bildhafte und dichterische Ebene, indem das Gezeigte den poetischen Text durchgehend interpretiert und verdeutlicht. Dies zeigt sich auch darin, dass diese Szene als Ganzes wörtlich aus dem Roman übernommen wurde.
In diesem Kapitel wird lediglich ein Ausschnitt des langen Dialogs zwischen Wüllersdorf und Innstetten analysiert. Es handelt sich dabei um das Ende des Gesprächs, als die Bedenken Wüllersdorfs langsam schwinden, Innstetten bezüglich seines Vorhabens bestimmter wird und er es letztendlich schafft, Wüllersdorf davon zu überzeugen, sich dem „Götzendienst“ zu ergeben.
Beginnend mit den Worten: „Verzeihen Sie, Wüllersdorf, dass ich Ihnen solche Vorlesung halte, die schließlich doch nichts anderes sagt, was sich jeder selbst hundertmal gesagt hat. Aber freilich, wer kann schon etwas Neues sagen“, setzt die Szene ein und man sieht, wie sich Innstetten um Wüllersdorf herumbewegt. Zum Unterstreichen des Gesagten bewegt sich Innstetten also symbolisch im Kreis um Wüllersdorf, so wie sich auch das Gespräch der beiden im Kreis dreht.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die grundlegende Problematik der Literaturadaption ein und beleuchtet die kontroversen Standpunkte von Literaturwissenschaftlern und Filmtheoretikern.
2. Theodor Fontane und Rainer Werner Fassbinder: Hier werden die Biografien und künstlerischen Intentionen von Fontane und Fassbinder vorgestellt, um den Kontext ihrer jeweiligen Arbeit an „Effi Briest“ zu verdeutlichen.
3. „Effi Briest“ trifft „Effi Briest“: In diesem Hauptteil wird ein direkter Vergleich zwischen der Romanvorlage und der filmischen Umsetzung gezogen, inklusive detaillierter Protokolle und einer tiefgehenden Szenenanalyse.
4. Ausblick: Das Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass Fassbinder durch seinen bewussten Umgang mit der Literaturvorlage ein filmisches Werk geschaffen hat, das die Literatur selbst zum Thema macht.
Literaturverfilmung, Theodor Fontane, Rainer Werner Fassbinder, Effi Briest, Filmtheorie, Gesellschaftskritik, Adaptation, Szenenanalyse, Werktreue, Symbolik, Spiegelmotiv, Preußenbild, Regie, Mediale Transformation, Literaturrezeption.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Herausforderungen, die bei der filmischen Umsetzung eines literarischen Werkes entstehen, am Beispiel von Fassbinders „Effi Briest“.
Im Zentrum stehen die Adaptionstheorie, das Verhältnis von Bild und Text sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konventionen in Literatur und Film.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Fassbinder durch seine spezifische Regiearbeit eine eigenständige filmische Interpretation von Fontanes Roman erschafft, statt diesen nur nachzuerzählen.
Es erfolgt eine vergleichende Analyse, die sowohl literarische Textstellen als auch filmtechnische Mittel wie Kameraführung, Schnitt und Symbolik (z.B. Spiegel) in den Dialog setzt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung einer Schlüsselszene, in der der Protagonist Innstetten sein Vorhaben eines Duells mit Wüllersdorf bespricht.
Zu den prägenden Begriffen gehören Literaturverfilmung, Gesellschaftskritik, Mediale Transformation und der künstlerische Ambivalenzcharakter.
Fassbinder nutzt das Spiegelmotiv als Sinnbild für die kontrollierende Gesellschaft, in der die Figuren agieren, und um die Starre ihrer Handlungsspielräume zu verdeutlichen.
Der Autor schätzt Fassbinders bewusste und transparente Bearbeitung des Stoffes, die den Zuschauer fordert, anstatt ihn lediglich passiv zu unterhalten.
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