Bachelorarbeit, 2007
34 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Bezüge und die Klärung der Terminologie
2.1 Die Begriffe „Tabu“ und „Euphemismus“
2.1.1 Begriffsdefinition „Tabu“
2.1.2 Begriffsdefinition „Euphemismus“
2.1.2.1 Euphemismen im Bezug auf Sterben und Tod
2.1.3 Zusammenfassung
2.2 Aufbau und Funktion von Todesanzeigen
2.2.1 Das Interesse an der Anzeige
2.2.2 Textsortentheorie
2.2.3 Die Textsorte Todesanzeige
2.2.4 Die Geschichte der Todesanzeige
2.2.5 Die Inserenten
2.2.6 Die individuelle Gestaltung
2.2.7 Trauerarbeit
2.2.8 Das inhaltliche Spektrum
2.2.9 Zusammenfassung
3. Die Untersuchung der Todesanzeigen und Euphemismen
3.1 Das Material
3.2 Die Vorgehensweise
3.3 Die Elemente Haupttext und Sprüche
3.3.1 Der Haupttext
3.3.2 Die Sprüche
3.4 Die Konnotation des Todes
3.5 Die Funktionen der Sprüche
3.6 Die Euphemisierung des Todes
3.7 Nekrolügen
3.8 Die Unvergänglichkeit des Andenkens
3.9 Der Gottesbezug in den Anzeigen
3.10 Abschließende Kategorisierung der Euphemismen
4. Zusammenfassung der Ergebnisse und Abschlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung und Euphemisierung des Todes in Todesanzeigen, um nachzuweisen, dass der Tod als eines der am weitest verbreiteten Tabus unserer Gesellschaft fungiert und in der Anzeige durch unterschiedliche kommunikative Strategien verhüllt oder bewertet wird.
3.6 Die Euphemisierung des Todes
Unter diesem Punkt soll nun analysiert werden, mit welchen Verben und Konstruktionen der Tod und das Sterben in Todesanzeigen beschrieben werden. Dazu werden drei Kategorien erstellt, in die die verschiedenen Begriffe einsortiert werden. Die drei Kategorien sind
1. Die explizite Nennung von „Tod“ oder „Sterben“
2. Die Umschreibung durch einen Euphemismus
3. Die Auslassung der expliziten Todesthematik in der Anzeige
Unter die letzte Kategorie fallen auch die Ausdrücke wir trauen um, wir nehmen Abschied von, wird uns sehr fehlen etc., da es sich bei ihnen nicht um den Tod selbst, sondern lediglich um durch ihn ausgelöste Gefühle der Hinterbliebenen handelt.
Dabei sollen nur Verben verwendet werden, die im Haupttext vorkommen, da die Verben in den Sprüchen in der Regel einer Vorlage entnommen sind.
1. Einleitung: Einführung in die Tabu-Thematik und die Relevanz von Todesanzeigen sowie Darstellung des Untersuchungsziels.
2. Theoretische Bezüge und die Klärung der Terminologie: Definition und Kontextualisierung der Begriffe Tabu und Euphemismus sowie Analyse der Struktur und Funktion der Textsorte Todesanzeige.
3. Die Untersuchung der Todesanzeigen und Euphemismen: Empirische Analyse von 69 Todesanzeigen hinsichtlich ihrer sprachlichen Mittel, der Konnotation des Todes und der Kategorisierung verschiedener Euphemismus-Modelle.
4. Zusammenfassung der Ergebnisse und Abschlussbetrachtung: Synthese der Untersuchungsergebnisse, die die starke Tabuisierung des Todes und die Vielfalt der eingesetzten sprachlichen Verhüllungsstrategien bestätigt.
Todesanzeige, Euphemismus, Tabu, Sterben, Sprache, Trauerarbeit, Textsorte, Soziolinguistik, Religiosität, Nekrolügen, Lebensweisheiten, Gottvertrauen, Tod, Konnotation, Kommunikation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der sprachlichen Form der Euphemisierung in Todesanzeigen und untersucht, wie der Tod als gesellschaftliches Tabu durch Sprache verhüllt oder umschrieben wird.
Die Arbeit deckt die Bereiche Soziolinguistik, Textsortenanalyse sowie das Verhältnis von Religion und Todeswahrnehmung ab.
Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen Verfahren aufzuzeigen, mit denen Hinterbliebene und Inserenten den Tod des Verstorbenen in Todesanzeigen behandeln und dabei versuchen, das Tabu durch verschiedene Formulierungsstrategien zu umgehen.
Es handelt sich um eine qualitative Untersuchung auf Basis einer quantitativen Auszählung von 69 Todesanzeigen aus vier verschiedenen Zeitungen, die anhand soziolinguistischer Kriterien analysiert wurden.
Der Hauptteil analysiert die Elemente von Todesanzeigen, insbesondere Haupttext und Sprüche, und klassifiziert die verwendeten sprachlichen Ausdrücke in verschiedene Euphemismus-Kategorien wie "Tod als Verlust" oder "Tod als Reise".
Die zentralen Begriffe sind Todesanzeige, Euphemismus, Tabu, Sterben, Trauer, Textsorte und Sprachverhüllung.
Eine Nekrolüge ist eine Form der Euphemisierung, bei der nicht der Tod umschrieben wird, sondern das Leben oder der Charakter des Verstorbenen stark idealisiert dargestellt wird, um ein perfektes Bild des Verstorbenen zu zeichnen.
Der Gottesbezug dient als Trostspender und ermöglicht den Hinterbliebenen, den Tod als Erlösung oder Beginn eines neuen Lebens im Jenseits zu interpretieren, was das Ertragen des Verlustes erleichtert.
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