Diplomarbeit, 2007
256 Seiten, Note: 1,0
1. Die Bedeutung von Prognosen in der Psychologie
1.1 Der Zusammenhang zwischen Prognostik und Diagnostik
1.2 Prognosen bzw. Verhaltensvorhersagen beinhaltende Arbeitsfelder
2. Kriminalprognosen im Strafrecht
2.1 Zum rechtlichen Hintergrund
2.2 Zum Begriff der Kriminalprognose
2.3 Stand der Forschung und Diskussion bezüglich der Risikoeinschätzung/-prognostik
2.3.1 Hintergrund der Untersuchung
2.3.2 Aktueller Forschungsstand
2.3.3 Anforderungen an kriminalprognostische Gutachten
3. Eigene Fragestellungen
3.1 Hypothesen
3.1.1 Zur Gutachtenqualität vor (PRÄ) und nach (POST) der Gesetzesnovelle vom 26.01.1998
3.1.2 Zur Gutachtenqualität in Abhängigkeit von der Profession des Gutachters
3.1.3 Zur Gutachtenqualität in Abhängigkeit von der Fragestellung
3.1.4 Zur Gutachtenqualität in Abhängigkeit des Anlassdeliktes
3.1.5 Zur Gutachtenqualität in Abhängigkeit der Übereinstimmung mit der prognostischen Einschätzung der JVA
3.1.6 Zur Gutachtenqualität in Abhängigkeit der Richtung der prognostischen Einschätzung des Gutachters
3.2 Sekundäre Datenanalyse
4. Zielsetzung und allgemeine Methoden
4.1 Allgemeines Versuchdesign
4.1.1 Untersuchungsgegenstand bzw. die Stichprobe
4.1.2 Untersuchungsinstrument
4.2 Durchführung der Untersuchung
4.3 Statistische Auswertung
5. Vorstellung der Untersuchungsergebnisse
5.1 Allgemeine deskriptive Daten
5.1.1 Mittelwert und Standardabweichung
5.1.2 Jahr der Gutachtenerstellung
5.1.3 Geschlecht der Gutachter
5.1.4 Berufliche Standorte der Gutachter
5.1.5 Institution der Gutachter
5.1.6 Auftraggeber
5.1.7 Deskriptive Daten zu den Begutachteten in Abhängigkeit der Daten- bzw. Informationslage der Prognosegutachten
5.1.8 Vergleich der prognostischen Einschätzungen von Gutachter und JVA
5.1.9 Gutachter und Kriminalprognosen vor (Prä) und nach (Post) der Gesetzesnovellierung vom 26.01.1998
5.1.10 Profession der Gutachter
5.2 Ergebnisse der zentralen Untersuchungsfragen
5.2.1 Studie 1 (Prä/Post): Qualität der Prognosegutachten vor und nach der Gesetzesnovellierung vom 26.01.1998
5.2.2 Studie 2 (Profession): Vergleich der Qualität der Prognosegutachten von Ärzten bzw. Psychiatern und Psychologen
5.2.3 Studie 3 (Fragestellung): Der Einfluss der Fragestellung auf die Qualität der Prognosegutachten
5.2.4 Studie 4 (Anlassdelikt): Der Einfluss des Anlassdeliktes auf die Qualität der Prognosegutachten
5.2.5 Studie 5 (Übereinstimmung): Zur Gutachtenqualität in Abhängigkeit der Übereinstimmung mit der prognostischen Einschätzung der JVA
5.2.6 Studie 6 (Prognoserichtung): Zur Gutachtenqualität in Abhängigkeit der prognostischen Entscheidung des Gutachters
5.3 Sekundäranalyse
5.3.1 Profession vor und nach der Gesetzesnovellierung
5.3.2 Der Zusammenhang von Seitenzahl und Qualität der Prognosegutachten
5.3.3 Der Zusammenhang von Erstellungsdauer und der Qualität der Prognosegutachten
5.3.4 Zusammenhang von Erstellungsdauer und Seitenzahl
5.3.5 Der Zusammenhang des Explorationsaufwandes und der Qualität der Prognosegutachten
5.3.6 Zusammenhang von Explorationstagen und Seitenzahl
6. Gesamtdiskussion
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Qualität forensischer Prognosegutachten bei Gewalt- und Sexualstraftätern, um den Einfluss verschiedener Faktoren wie den Zeitpunkt der Begutachtung, die Profession der Gutachter sowie die Art der Fragestellung auf die methodische Güte der Gutachten zu analysieren.
Die Bedeutung von Prognosen in der Psychologie
Aufgabe und Selbstverständnis professionellen psychologischen Handelns ist die Beschreibung, Erklärung, Vorhersage sowie die Beeinflussung menschlichen Verhaltens. Die ersten drei Punkte stellen indirekte Einflussgrößen auf das Verhalten und - es sei an dieser Stelle bereits erwähnt - übliche Anforderungen an (psychologische) Gutachten dar. Währenddessen beschreibt sich der zuletzt aufgezählte Aspekt der Beeinflussung (z.B. Intervention im Rahmen einer Therapie) als direkter bzw. direkterer Einfluss. Letztlich sollte die Intervention jedoch immer die Folge der Einschätzung der - aus der Beschreibung, Erklärung und der Vorhersage von Verhalten gewonnenen - Informationen darstellen. Auf Westhoff und Kluck (1998) und deren Auseinandersetzung mit den Wesen und Inhalten der Psychologie sei an dieser Stelle hingewiesen.
Die Auseinandersetzung mit der Thematik der Prognose bzw. der Vorhersage menschlichen Verhaltens und Erlebens ist die also ein wesentlicher Bestandteil psychologischer Tätigkeit und Profession.
Weiterhin ist das Thema von Prognostik allenfalls theoretisch für sich alleine zu betrachten, da jegliche prognostische Tätigkeit auf eine – mit deren Güte korrelierenden – Diagnostik bzw. Psychodiagnostik basiert. So definieren Westhoff und Kluck die Ziele entscheidungsorientierten Diagnostizierens mit dem Beschreiben, Erklären und Vorhersagen individuellen Verhaltens in einem bestimmten Verhaltensbereich, wonach entscheidende Voraussetzungen für vergangenes, gegenwärtiges und zukünftiges Verhalten in einem bestimmten Bereich des Verhaltens des Einzelnen aufgezeigt werden (Westhoff & Kluck, 1998).
1. Die Bedeutung von Prognosen in der Psychologie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der psychologischen Prognostik und deren enge Verknüpfung mit diagnostischen Prozessen im psychologischen Handeln.
2. Kriminalprognosen im Strafrecht: Hier werden der rechtliche Rahmen sowie der aktuelle Forschungsstand zur Qualität von Kriminalprognosen und die methodischen Ansätze der Begutachtung dargelegt.
3. Eigene Fragestellungen: Dieses Kapitel formuliert die Hypothesen der Arbeit, die sich auf die Qualität von Prognosegutachten unter verschiedenen Einflussfaktoren wie Zeit, Profession und Fragestellung beziehen.
4. Zielsetzung und allgemeine Methoden: Hier werden das Untersuchungsdesign, die Stichprobengewinnung aus Akten der JVA Freiburg sowie das entwickelte Erhebungsinstrument zur Qualitätsmessung vorgestellt.
5. Vorstellung der Untersuchungsergebnisse: Dieses umfangreiche Kapitel präsentiert die deskriptiven Daten, die Ergebnisse zu den zentralen Untersuchungsfragen und führt Sekundäranalysen zur Vertiefung der Erkenntnisse durch.
6. Gesamtdiskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Lichte der theoretischen Diskussion und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Kriminalprognose, Forensische Psychologie, Gutachtenqualität, Rückfallprognose, Strafvollzug, Diagnostik, Gesetzesnovellierung, Risikoeinschätzung, Prognosegüte, Psychologische Begutachtung, Delinquenzanalyse, Testdiagnostik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität von forensischen Prognosegutachten bei Gewalt- und Sexualstraftätern, insbesondere im Kontext von rechtlichen Vorgaben und der fachlichen Praxis.
Zentrale Themen sind die Validität von Kriminalprognosen, der Einfluss der Gesetzesnovelle von 1998, der Vergleich verschiedener Gutachterprofessionen sowie methodische Standards in der Begutachtung.
Das Hauptziel besteht darin, die Qualität von 133 Prognosegutachten zu analysieren und zu prüfen, welche Faktoren – wie etwa der Zeitpunkt der Erstellung oder die Profession des Gutachters – zu signifikanten Qualitätsunterschieden führen.
Der Autor entwickelte ein spezielles Erhebungsinstrument basierend auf aktuellen Mindestanforderungen, um die Gutachten quantitativ zu bewerten und statistisch mit Methoden wie t-Tests und ANOVA auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Formulierung spezifischer Forschungshypothesen, eine detaillierte Methodenbeschreibung sowie eine umfassende Ergebnisdarstellung mit deskriptiven und inferenzstatistischen Analysen.
Kriminalprognose, Gutachtenqualität, Forensische Psychologie und methodische Standards in der diagnostischen Begutachtung.
Die Studie konnte zeigen, dass sich die Qualität der Gutachten seit der Gesetzesnovellierung signifikant verbessert hat.
Ja, die Untersuchung ergab einen signifikanten Qualitätsunterschied zugunsten der Psychologen gegenüber Ärzten bzw. Psychiatern.
Es konnten Qualitätsunterschiede in Abhängigkeit von der Fragestellung ermittelt werden, wobei insbesondere Entlassungsgutachten eine höhere methodische Qualität aufwiesen.
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