Hausarbeit, 2021
44 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Sexualität im historischen Rekurs
2.1. Sexualität und sexuelle Orientierung
2.2. Homosexualität und homosexuelles Verhalten
2.3. Gesellschaftliche Aspekte von Sexualität
2.4. Kultur- und religionsgeschichtlicher Hintergrund von homosexuellem Verhalten
2.4.1. Homosexuelles Verhalten in der heidnischen Umwelt des Paulus, speziell im griechischen und römischen Reich
2.4.2. Homosexualität in der jüdischen Umwelt des Paulus
3. Paulus und die Paulusbriefe
3.1. Der Apostel Paulus
3.2. Die Paulusbriefe
4. Ablehnung homosexuellen Verhaltens in den Paulusbriefen
4.1. Ablehnung homosexuellen Verhaltens in 1 Kor 6,9
4.2. Ablehnung homosexuellen Verhaltens in 1 Tim 1,10
4.3. Ablehnung homosexuellen Verhaltens in Röm 1,26f.
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verse der Paulusbriefe, in denen homosexuelles Verhalten verurteilt wird, unter historisch-kritischen Gesichtspunkten, um der zentralen Forschungsfrage nachzugehen, ob bei Paulus überhaupt von Homosexualität im modernen Verständnis gesprochen werden kann.
2.4.1. Homosexuelles Verhalten in der heidnischen Umwelt des Paulus, speziell im griechischen und römischen Reich
Griechenland und Rom waren männlich dominierte Gesellschaften, die Sexualität als natürlichen Teil des Lebens anerkannten. Die männliche Natur wurde dabei als bisexuell angesehen. So war männliches homosexuelles Verhalten sowohl in der griechischen als auch in der römischen Antike akzeptiert und selbstverständlich.
In der griechischen Kultur ging es bei der (männlichen) Sexualität nicht um das Geschlecht, zu dem Männer sich angezogen fühlten, sondern vielmehr darum, dass diese sich generell zu schönen Individuen angezogen fühlten. Jedoch wurden die männlichen Individuen i.d.R. für schöner gehalten. Trotz möglicher Altersunterschiede galten Männer als gleichrangig. Anders als in der römischen Kultur galt die erotische Beziehung zwischen einem erwachsenen Mann und einem Jüngling von angesehener Herkunft als Liebesideal und hatte einen hohen Stellenwert. Man spricht dabei von Päderastie, zu Deutsch: Knabenliebe.
Nichtsdestotrotz gab es dabei Einschränkungen und Warnungen vor männlicher Passivität. Der gleichgeschlechtliche Sex zwischen Männern und Knaben beschränkte sich auf bestimmte Positionen, die keine komplette Passivität oder Unterwerfung erforderten. Erlaubt war dementsprechend lediglich der Schenkelverkehr, nicht aber der Analverkehr, da dieser für den freigeborenen Mann als widernatürlich und demütigend galt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas im Kontext der römisch-katholischen Kirche und stellt die Forschungsfrage zur paulinischen Sichtweise auf Homosexualität vor.
2. Sexualität im historischen Rekurs: Dieses Kapitel definiert Sexualität als gesellschaftliches Konstrukt und untersucht, wie dieses Verständnis auf die griechisch-römische Antike und die jüdische Umwelt des Paulus übertragen werden kann.
3. Paulus und die Paulusbriefe: Nach einer Einführung in die Person des Apostels Paulus werden die Paulusbriefe als Kommunikations- und Instruktionsmedium im Kontext der frühen Briefkultur analysiert.
4. Ablehnung homosexuellen Verhaltens in den Paulusbriefen: Dieses Kapitel bietet eine tiefgehende Exegese der umstrittenen Verse 1 Kor 6,9, 1 Tim 1,10 und Röm 1,26f. unter Berücksichtigung ihres historisch-kritischen Kontexts.
5. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage negativ, da Paulus keine Konzepte von persönlicher Identität und sexueller Orientierung im modernen Sinne kannte und es ihm primär um soziale Hierarchien und Schöpfungsordnungen ging.
Paulus, Homosexualität, Sexualethik, Bibel, Römerbrief, 1. Korintherbrief, Päderastie, Schöpfungsordnung, Antike, Exegese, Sexualität, Geschlechterrollen, Heiligkeitsgesetz, Idolatrie, Kulturwesen
Die Bachelorarbeit untersucht die biblisch-paulinische Haltung zu homosexuellem Verhalten vor dem Hintergrund der antiken gesellschaftlichen Strukturen und vergleicht diese mit heutigen modernen Ansätzen.
Zu den Kernpunkten zählen die antike Sexualethik, die jüdischen sowie paganen Traditionen zur Zeit des Paulus und die Rolle der Schöpfungsordnung in den paulinischen Briefen.
Die Arbeit fragt nach, ob man Paulus, der in einem völlig anderen kulturgeschichtlichen Kontext schrieb, überhaupt einen Diskus über „Homosexualität“ im heutigen Sinne zuschreiben kann.
Es handelt sich um eine exegetische und historisch-kritische Analyse biblischer Texte, ergänzt durch soziologische und sexualwissenschaftliche Perspektiven.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Auslegung der einschlägigen Stellen 1 Kor 6,9, 1 Tim 1,10 und Röm 1,26f. inklusive deren Einordnung in Lasterkataloge.
Sie ist eine interdisziplinäre exegetische Untersuchung, die moderne Begriffe wie „Homosexualität“ kritisch von antiken Vorstellungen der Päderastie und Geschlechterrollen abgrenzt.
Die jüdische Umwelt und das Heiligkeitsgesetz im AT bilden das moralisch-theologische Fundament, das Paulus als Pharisäer und Theologe maßgeblich geprägt hat.
Die Untersuchung macht deutlich, dass antike „homosexuelle“ Praktiken wie die Päderastie im Zentrum der paulinischen Kritik standen, was jedoch fundamental von modernen, gleichberechtigten Partnerschaften zu unterscheiden ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

