Masterarbeit, 2019
53 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Bilanzpolitik
2.1 Definition & Abgrenzung
2.2 Ziele
2.2.1 Finanzpolitische Ziele
2.2.2 Informationspolitische Ziele
2.3 Instrumente
2.3.1 Sachverhaltsgestaltung
2.3.2 Sachverhaltsabbildung
3 Pro forma-Berichterstattung
3.1 Definition & Abgrenzung
3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.2.1 EU-Leitlinien
3.2.2 US-Vorschriften
3.3 Sender und Empfänger
4 Zielsetzungen von Pro forma-Berichterstattung
4.1 Untersuchungsabgrenzung
4.2 Motive
4.2.1 Transparenzerhöhung
4.2.2 Anlegerbeeinflussung
4.3 Schlussfolgerungen zum Gesamtrahmen
5 Regulative Handlungsempfehlungen
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob die Pro forma-Berichterstattung als Instrument zur Transparenzerhöhung dient oder zur adversen Beeinflussung von Bilanzlesern genutzt wird, wobei der Fokus auf US-amerikanischen empirischen Studien liegt.
3.1 Definition & Abgrenzung
Der wirtschaftswissenschaftliche Begriff von „pro forma“ wird übersetzt mit „zum Schein“, „um eine Vorschrift zu genügen“ oder „der Form wegen“. Im Ursprung wurden Pro forma-Gewinne verwendet, um die Vergleichbarkeit von Finanzinformationen, die sich bei strukturellen Änderungen in einem Unternehmen durch bspw. einen Unternehmenskauf- oder verkauf ergeben haben, wiederherzustellen.
Im Verlauf der Zeit ergab sich eine Begriffswandlung von den zuvor unternehmenseigenen Gewinngrößen hin zu Pro forma-Gewinnen im Sinne von regulierten Gewinngrößen, welche um Sondereinflüsse eliminiert worden sind. Die Pro forma-Berichterstattung umfasst als Element der Unternehmenspublizität die von dem Unternehmen kommunizierten Pro forma-Informationen. Der Inhalt dieser Information erfolgt durch die häufige undifferenzierte und parallele Verwendung der folgenden Begriffe:
Pro forma-Abschluss
Pro forma-Angabe
Pro forma-Kennzahl
Pro forma-Abschlüsse können im Rahmen eines Börsengangs erstellt werden, wenn das börsengehende Unternehmen noch keine drei Jahre in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft bestanden hat oder werden von einer Unternehmensgruppe erstellt, die erstmalig einen Konzernabschluss anfertigt und diesen für einen intertemporalen Vergleichszweck den vergangenen Geschäftsjahren gegenüber stellen will.
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik sowie der Kernfrage, ob Pro forma-Berichterstattung zur Transparenz beiträgt oder zur adversen Beeinflussung genutzt wird.
2 Bilanzpolitik: Definition und Abgrenzung der Bilanzpolitik sowie Erläuterung der finanz- und informationspolitischen Ziele und Instrumente.
3 Pro forma-Berichterstattung: Einordnung der Pro forma-Berichterstattung, ihrer legalen Rahmenbedingungen in der EU und den USA sowie Betrachtung der Rollen von Sendern und Empfängern.
4 Zielsetzungen von Pro forma-Berichterstattung: Empirische Analyse der Motive Transparenzerhöhung und Anlegerbeeinflussung auf Basis internationaler Studien.
5 Regulative Handlungsempfehlungen: Ableitung von Empfehlungen für eine transparente Berichterstattung orientiert an den Standards der DVFA und der ESMA.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Pro forma-Berichterstattung, Bilanzpolitik, Transparenzerhöhung, Anlegerbeeinflussung, Pro forma-Kennzahlen, Kapitalmarktkommunikation, ESMA, US-GAAP, IFRS, Earnings, Street Earnings, Non-GAAP, Finanzanalyse, Investorenschutz, Performancedarstellung.
Es geht um die Analyse der motivischen Zielsetzung von Pro forma-Berichterstattung: Dient sie der Transparenzerhöhung für Investoren oder der bewussten, manipulativen Beeinflussung durch Unternehmen?
Die Arbeit behandelt die Instrumente der Bilanzpolitik, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Pro forma-Kennzahlen in den USA und Europa sowie die empirisch nachweisbaren Motive hinter solchen Veröffentlichungen.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Pro forma-Berichterstattung ein Instrument für mehr Transparenz ist oder als Hilfsmittel zur adversen Beeinflussung von Bilanzlesern fungiert.
Es wird eine Literaturanalyse auf Basis US-amerikanischer empirischer Studien durchgeführt, da bisher keine vergleichbaren europäischen Daten in diesem Umfang vorliegen.
Neben den theoretischen Grundlagen der Bilanzpolitik wird die Einordnung und Regulierung von Pro forma-Angaben analysiert. Zudem werden empirische Studien zum Informationsgehalt und den Motiven der Unternehmen ausgewertet.
Zentrale Begriffe sind Pro forma-Berichterstattung, Bilanzpolitik, Transparenzerhöhung, Anlegerbeeinflussung und Kapitalmarktkommunikation.
Sender ersten Grades sind die publizierenden Unternehmen selbst, während Sender zweiten Grades Institutionen wie Analysten oder Informationsdienstleister sind, die Daten verarbeiten und eigene Kennzahlen entwerfen.
Kleinanleger neigen stärker dazu, Pro forma-Ergebnisse unzutreffend zu beurteilen, da sie diese im Vergleich zu professionellen Investoren möglicherweise überbewerten und weniger tiefgreifend verarbeiten können.
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