Diplomarbeit, 2008
192 Seiten, Note: 2.0
1 Das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland
1. 1 Die Ausbildung im Bereich der anerkannten Ausbildungsberufe
1. 1. 1 Die historischen Wurzeln
1. 1. 1. 1 Vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert
1. 1. 1. 2 Das 20. Jahrhundert
1. 1. 1. 3 Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland (1949)
1. 1. 2 Ordnungsmittel der anerkannten Ausbildungsberufe
1. 1. 2. 1 Die Ausbildungsordnung
1. 1. 2. 2 Der Ausbildungsrahmenplan, der Rahmenlehrplan und die Prüfungsanforderungen
1. 2 Das duale System der beruflichen Bildung
1. 2. 1 Die Entstehung des dualen Systems
1. 2. 2 Die „Dualität“
1. 2. 3 Die Grundstrukturen
1. 2. 4 Die Zuständigkeiten und die Institutionen
1. 2. 4. 1 Die zuständigen Stellen
1. 2. 4. 2 Das Bundesinstitut für Berufsbildung
1. 2. 4. 3 Die Landesausschüsse für Berufsbildung und die ständige Konferenz der Kultusminister
1. 3. Verfahren zur Entwicklung von anerkannten Ausbildungsberufen
1. 3. 1 Das gemeinsame Ergebnisprotokoll
1. 3. 2 Das Verfahren
1. 3. 2. 1 Die Erarbeitungs- und Abstimmungsphase
1. 3. 2. 2 Die Verabschiedungsphase
2 Die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel
2. 1 Vorbemerkungen
2. 2 Der Ursprung der Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel
2. 2. 1 Ausbildung in der Berufsschule
2. 2. 2 Ausbildung im Betrieb
2. 3 Die Neuordnungen
2. 3. 1 Die 1. Neuordnung 1950
2. 3. 2 Die 2. Neuordnung 1968
2. 3. 3 Die 3. Neuordnung 1987
2. 3. 3. 1 Auf dem Weg zur Neuordnung von 1987
2. 3. 3. 2 Ergebnisse der Neuordnung von 1987
2. 3. 3. 3 Veränderungen der Ordnungsmittel
2. 3. 3. 4 Veränderungen im Ausbildungsrahmenplan
2. 3. 3. 5 Veränderungen des Rahmenlehrplans
2. 3. 3. 6 Veränderungen der Prüfungen
2. 3. 4 Die 4. Neuordnung 2004
2. 3. 4. 1 Auf dem Weg zur Neuordnung von 2004
2. 3. 4. 2 Ergebnisse der Neuordnung von 2004
2. 3. 4. 3 Das neue Strukturkonzept
2. 3. 5 Veränderungen der Ordnungsmittel
2. 3. 5. 1 Veränderungen des Ausbildungsrahmenplanes
2. 3. 5. 2 Veränderungen des Rahmenlehrplanes
2. 3. 5. 3 Veränderungen der Prüfungen
3 Eine empirische Untersuchung zu den Chancen und Problemen der Ausbildung zum/-zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel
3. 1 Vorbemerkungen
3. 2 Methodisches Vorgehen
3. 2. 1 Untersuchungsgegenstand
3. 2. 2 Fragebogendesign
3. 2. 3 Beschreibung und Bewertung der Stichprobe
3. 2. 4 Kurze Vorstellung der REWE Group
3. 3 Ergebnisse
3. 3. 1 Die Ausbildungsreife der Auszubildenden
3. 3. 2 Die Einführung in die Berufsausbildung
3. 3. 3 Die Zufriedenheit und die Erwartungen der Auszubildenden
3. 3. 4 Die Lernortkooperation
3. 3. 5 Weitere Einzelergebnisse
3. 3. 5. 1 Der Schwierigkeitsgrad und die Qualität der Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel
3. 3. 5. 2 Der Ausbildungsrahmenplan
3. 3. 5. 3 Die Unterrichtsorganisation
3. 3. 5. 4 Der Ausbildungsnachweis
3. 4 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Chancen und Probleme der Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im Einzelhandel. Sie analysiert die Entwicklung des Berufsbildes, die Rahmenbedingungen der dualen Ausbildung und evaluiert empirisch, wie Auszubildende und Ausbilder die Ausbildungsqualität, die Lernortkooperation und die Orientierungsphase in REWE-Filialen wahrnehmen.
3. 3. 2 Die Einführung in die Berufsausbildung
Die ersten Tage des Auszubildenden im Betrieb sind prägend. Der Auszubildende unterliegt einem neuen Lebens-, Erfahrungs- und Qualifizierungsabschnitt und reagiert dadurch sensibel auf äußere Einflüsse. Besonders an den ersten Tagen können große Fehler seitens der Ausbilder gemacht werden. Speziell im Einzelhandel werden die Auszubildenden direkt mit komplexen Handlungssituationen konfrontiert, wie z. B. die Kundenreklamation, auf die sie nicht vorbereitet sind. Aber auch scheinbar weniger problemhaltige Anforderungssituationen, wie die Kundennachfrage nach einem Artikelstandort, können Misserfolgserlebnisse oder sogar Stressbelastungen mit sich bringen, da die Neulinge zu Beginn ihrer Ausbildung keinen Überblick über das Sortiment aufweisen. Diese Erlebnisse können, gerade in einer Phase, in der es darum geht, Unsicherheiten abzubauen und den Auszubildenden zu stabilisieren, nachreichende negative Folgen haben. Den Ausbildungsnovizen werden Kompetenzen und Leistungen abverlangt, die sie eigentlich erst im Laufe der Ausbildung erlernen.
Eine intensive Betreuung ist daher unerlässlich. Um heraus zu finden, ob in der Praxis in den ersten Tagen der Berufsausbildung im Einzelhandel Versäumnisse in der Orientierungsphase erfolgen, wurde den Ausbildern und den Auszubildenden, die sich an die ersten Tage der Ausbildung erinnern konnten, diesbezüglich vier Fragen gestellt. Hier stehen die Antworten der Auszubildenden im Vordergrund, da sie die unmittelbar Betroffenen sind. Die Frage nach einer guten Betreuung und die Frage nach einem festen Ansprechpartner wurden zufrieden stellend beantwortet. 78,45 % fühlten sich sehr gut und gut betreut (Mittelwert: 1,96), sogar 81,74 % der Auszubildenden kreuzten bei der Frage eines festen Ansprechpartners eine eins oder zwei an (Mittelwert: 1,70). Die explizitere Frage, ob der Übergang von der Schule in die betriebliche Ausbildung durch eine intensive Betreuung erleichtert wurde, beantworteten die Auszubildenden lediglich mit einem Mittelwert von 2,97. Der Einarbeitung der Mitarbeiter wird folglich zu wenig Beachtung geschenkt, was mit den Ergebnissen einer Untersuchung von Kieser et al. korrespondiert.
1 Das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland: Darstellung des dualen Ausbildungssystems, seiner rechtlichen Grundlagen, Zuständigkeiten und der Verfahren zur Entwicklung von Ausbildungsberufen.
2 Die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel: Historische Herleitung und detaillierte Skizzierung der vier Neuordnungen des Ausbildungsberufs bis 2004 unter Berücksichtigung von Lehrplänen und Ordnungsmitteln.
3 Eine empirische Untersuchung zu den Chancen und Problemen der Ausbildung zum/-zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel: Durchführung und Auswertung einer Befragung in REWE-Märkten zu Themen wie Lernortkooperation, Einführungsphase, Zufriedenheit und Ausbildungsqualität.
Duale Berufsausbildung, Kaufmann im Einzelhandel, Neuordnung, Ausbildungsrahmenplan, Lernortkooperation, Ausbildungsreife, REWE Group, Einzelhandel, Berufsschule, Ausbildungsqualität, Ausbildungsnachweis, Berufsqualifikation, Orientierungsphase, Einzelhandelsprozesse, Wirtschaftslehre.
Die Arbeit befasst sich mit dem Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel, dessen historischer Entwicklung sowie den Chancen und Problemen innerhalb der dualen Berufsausbildung.
Zentrale Themen sind die ordnungspolitischen Grundlagen des dualen Systems, die chronologische Entwicklung durch diverse Neuordnungen sowie eine empirische Analyse der Ausbildungspraxis in Lebensmittel-Filialen.
Das Ziel ist es, den Ausbildungsberuf und seine Entwicklung transparent zu machen und durch eine empirische Erhebung Verbesserungspotenziale für die Ausbildungspraxis abzuleiten.
Der Autor führt eine schriftliche Befragung mittels standardisierter Fragebögen bei Auszubildenden und Ausbildern der REWE Group durch, um quantitative Daten über die Ausbildungssituation zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des dualen Systems und der Berufsbildhistorie sowie in den empirischen Teil, der Ergebnisse zur Lernortkooperation, Einführungsphase und Ausbildungszufriedenheit präsentiert.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie "Duales System", "Neuordnung", "Lernortkooperation", "Ausbildungsreife" und "Handlungsorientierung" charakterisiert.
Die Untersuchung zeigt, dass trotz des theoretisch geforderten Zusammenwirkens die praktische Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschulen ausbaufähig ist und oft nur bei Lernschwierigkeiten der Azubis stattfindet.
Obwohl die Betreuung allgemein als positiv empfunden wird, zeigt die Auswertung der Befragung, dass die explizite Einarbeitung und Orientierungsphase in den Betrieb oft zu wenig Beachtung findet.
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