Bachelorarbeit, 2006
39 Seiten, Note: 2,6
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
3. Historischer Rahmen
3.1 Sozialklauseln als Teil der Handelspolitik
3.1.1 Weltwirtschaftliche Entwicklungen
3.1.2 Aktueller Rahmen der EU-Außenhandelspolitik
3.2 Sozialklauseln als Teil der Menschenrechtspolitik
3.2.1 Entstehung und Entwicklung einer EU-Menschenrechtspolitik
3.2.2 Aktueller Überblick der EU-Menschenrechtspolitik
3.3 Entwicklung der internationalen Bedeutung von Sozialstandards
4. Unilaterale Sozialklauseln im Handelssystem der EU
4.1 Entstehung und Entwicklung der Sozialklauseldebatte in der EU
4.2 Sozialklauseln im Allgemeinen Präferenzsystem (APS)
4.2.1 Das "alte" APS von 1994 bis 2005
4.2.2 Das "neue" APS ab 2006
5. Multilaterale Sozialklauseln im internationalen Handelssystem
5.1 Die Welthandelsorganisation (WTO)
5.1.1 Organisation und Arbeitsweise
5.1.2 Aktuelle Entwicklungen
5.2 Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO)
5.2.1 Organisation und Arbeitsweise
5.2.2 Aktuelle Entwicklungen
6. Alternativen zur Durchsetzung internationaler Sozialstandards
6.1 Verhaltenskodizes und soziale Gütesiegel
6.2 Der UN Global Compact
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Europäischen Union bei der Durchsetzung internationaler Sozialstandards, wobei der Fokus insbesondere auf der Bedeutung und Implementierung von Sozialklauseln innerhalb der EU-Außenhandelspolitik liegt.
3.1.1 Weltwirtschaftliche Entwicklungen
Im folgenden werden die wichtigsten weltwirtschaftlichen Entwicklungen der letzten knapp 80 Jahre dargestellt, angefangen bei der Weltwirtschaftskrise bis hin zum WTO-Beitritt Chinas und dem Beginn einer neuen Welthandelsrunde.
Die Weltwirtschaftskrise begann im Oktober 1929 mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse. Eine Verschärfung der Krise entstand durch die fehlende Kooperation der Industrieländer, die bis zur vollständigen Beendigung internationaler Zusammenarbeit führte und dementsprechend einen enormen Rückgang der Wirtschaftsverflechtung bewirkte. Zwischen 1929 und 1933 kam der Welthandel dadurch praktisch zum Erliegen und die Weltwirtschaft zerfiel in abgeschottete Wirtschaftsblöcke. Es folgten lang anhaltende Rezessionen und Massenarbeitslosigkeit, die in vielen Ländern erst mit Beginn der Kriegswirtschaft überwunden werden konnte.
Aufgrund der Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges kam es zunächst 1942 zu Verhandlungen zwischen den USA und Großbritannien über eine mögliche Weltwirtschaftsordnung nach dem Ende des Krieges. Im Dezember 1942 kamen sie zu einer Einigung, die als Grundlage für die folgende "Internationale Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten und assoziierten Nationen" diente, welche vom 1. bis 22. Juli 1944 in Bretton Woods / New Hampshire in den USA stattfand.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass die Globalisierung soziale Sicherheit nicht garantiert, und umreißt die Untersuchung der Rolle der EU bei der Durchsetzung internationaler Sozialstandards.
2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die für die Arbeit zentralen Begriffe wie Sozialstandards, Arbeitnehmerrechte, Sozialklauseln sowie Verhaltenskodizes und soziale Gütesiegel definiert.
3. Historischer Rahmen: Es wird ein historischer Überblick über die Handelspolitik und die Menschenrechtspolitik gegeben, ergänzt durch die internationale Entwicklung von Sozialstandards.
4. Unilaterale Sozialklauseln im Handelssystem der EU: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert die Entstehung und Entwicklung der Sozialklauseldebatte sowie deren Anwendung im Allgemeinen Präferenzsystem der EU.
5. Multilaterale Sozialklauseln im internationalen Handelssystem: Hier werden die Rollen der WTO und der ILO im Hinblick auf die Durchsetzung multilateraler Sozialklauseln diskutiert.
6. Alternativen zur Durchsetzung internationaler Sozialstandards: Das Kapitel stellt ergänzende, auf Freiwilligkeit basierende Ansätze wie Verhaltenskodizes, Gütesiegel und den UN Global Compact vor.
7. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bestrebungen der EU zur Integration von Sozialklauseln in ihre Außenhandelspolitik.
Sozialklauseln, Außenhandelspolitik, EU, WTO, ILO, Arbeitnehmerrechte, Globalisierung, Allgemeines Präferenzsystem, APS, Nachhaltige Entwicklung, Sozialstandards, Handelssystem, Menschenrechtsschutz, Sanktionen, Anreizklausel.
Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung Sozialklauseln in der Außenhandelspolitik der Europäischen Union einnehmen und wie diese zur Durchsetzung internationaler Arbeitnehmerrechte genutzt werden können.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Sozialklauseldebatte, das EU-Präferenzsystem (APS), die Rolle internationaler Organisationen wie WTO und ILO sowie freiwillige Konzepte wie Verhaltenskodizes.
Das Ziel ist die Analyse der EU-Strategien zur Integration von Sozialstandards in ihre Handelspolitik, sowohl auf unilateraler Ebene als auch im Hinblick auf multilaterale Bemühungen.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die den historischen Kontext, rechtliche Rahmenbedingungen und aktuelle Entwicklungen in der EU-Handelspolitik sowie internationale Verträge auswertet.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehung der Sozialklauseldebatte in der EU, die konkrete Ausgestaltung des APS ("altes" vs. "neues" System) und die Möglichkeiten sowie Grenzen multilateraler Ansätze in der WTO und ILO.
Wichtige Begriffe sind Sozialklauseln, Allgemeines Präferenzsystem (APS), Arbeitnehmerrechte, Handelsliberalisierung und die institutionellen Rollen von WTO und ILO.
Laut der Arbeit ist die WTO primär auf Freihandel ausgerichtet; eine Integration von Sozialklauseln würde institutionelle Veränderungen erfordern und stünde teils im Widerspruch zu aktuellen WTO-Regelungen.
Während die EU aktiv unilaterale Anreiz- und Sanktionsklauseln im APS nutzt, bleibt die WTO bei multilateralen Verhandlungen zögerlich, da sie Sanktionen aus Angst vor Protektionismus weitgehend ablehnt.
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