Diplomarbeit, 2008
115 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen
2.1. Internationalisierung
2.2. Internationalisierungstheorien
2.3. Mittelständische Unternehmen
2.3.1. Vorbemerkung
2.3.2. Quantitative Merkmale
2.3.3. Qualitative Merkmale
2.3.4. Stärken und Schwächen und ihre Folgen für die Internationalisierung
3. Das Internationalisierungsverhalten deutscher mittelständischer Unternehmen
3.1. Die wirtschaftliche Bedeutung mittelständischer Unternehmen
3.2. Internationalisierungsdruck und Motive für die Internationalisierung
3.3. Das Vorgehen deutscher KMUs bei der Auslandsmarkterschließung
3.4. Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für die Internationalisierung
4. Theoretische Erklärungsansätze zur Internationalisierung von deutschen mittelständischen Unternehmen
4.1. Auswahl der zu betrachtenden Internationalisierungstheorien
4.2. Phasenmodelle der Internationalisierung
4.2.1. Vorbemerkung
4.2.2. Das Uppsala-Modell
4.2.2.1. Charakteristika und zentrale Komponenten
4.2.2.2. Internationalisierungsmuster der Uppsala-Schule
4.2.2.3. Internationalisierungsmodell der Uppsala-Schule
4.2.3. Eignung als Erklärungsansatz
4.3. Das eklektische Paradigma
4.3.1. Charakteristika und zentrale Komponenten
4.3.2. Eignung als Erklärungsansatz
4.4. Netzwerkansätze und Netzwerktheorien
4.4.1. Vorbemerkung
4.4.2. Der Netzwerkansatz der Internationalisierung - Charakteristika und zentrale Komponenten
4.4.3. Eignung als Erklärungsansatz
4.5. Theorien der frühen bzw. sprunghaften Internationalisierung
4.5.1. Vorbemerkung
4.5.2. Die Theorie der International New Ventures – Charakteristika und zentrale Komponenten
4.5.3. Eignung als Erklärungsansatz
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Internationalisierungsverhalten deutscher mittelständischer Unternehmen, um zu verstehen, wie und warum diese Firmen internationale Aktivitäten aufbauen. Im Zentrum steht die Analyse, ob bestehende wissenschaftliche Theorien und Modelle, wie das Uppsala-Modell oder das eklektische Paradigma, das spezifische Verhalten des deutschen Mittelstands unter Berücksichtigung von Ressourcenknappheit und Netzwerken erklären können.
2.3.4. Stärken und Schwächen und ihre Folgen für die Internationalisierung
Eine Analyse der Charakteristika ist nicht nur für die Definition von mittelständischen Unternehmen hilfreich, sondern auch für die Betrachtung des Internationalisierungsverhaltens relevant, da sich aus den quantitativen und qualitativen Merkmalen Stärken und Schwächen ergeben, die sich fördernd bzw. hemmend auf die Internationalisierung auswirken (Mischensky 1998, S. 61). Tabelle 4 stellt überblicksartig die typischen Stärken und Schwächen mittelständischer Unternehmen dar.
Problematisch für die Internationalisierung mittelständischer Unternehmen gestaltet sich v. a. „die begrenzte Verfügbarkeit von Ressourcen und Fähigkeiten“ (Weber/Kabst 2000, S. 9). Müller/Kornmeier (2000, S. 62) sehen Kapital, Personal, Know-how, Managementzeit und die Persönlichkeitsmerkmale des Entscheidungsträgers als „kritische Ressourcen“ an.
Eine angemessene Kapitalausstattung ist insbesondere zur Finanzierung von Expansionsaktivitäten entscheidend. Mittelständische Unternehmen verfügen i. d. R. über eine eher dünne Eigenkapitalbasis und „zugleich ist ihnen der Zugang zum Kapitalmarkt erschwert“ (Lubritz 1998, S. 20). Deshalb spielt die Fremdkapitalbeschaffung über die Hausbank für die Ausweitung internationaler Aktivitäten eine entscheidende Rolle und erhöht parallel dazu die Abhängigkeit der mittelständischen Unternehmen von Banken.
„Aufgrund nur begrenzter Aufstiegschancen und geringerer Verdienstmöglichkeiten“ (Haas/Neumair 2006, S. 673) gestaltet sich die Rekrutierung von qualifiziertem Personal, das über Marktkenntnisse bzw. internationale Erfahrung verfügt, schwieriger als bei Großunternehmen. Hilzenbecher (2006, S. 91) weist außerdem darauf hin, dass „KMUs [...] ein eher nur geringes Renommee“ im Vergleich zu Konzernen haben.
Das für internationale Aktivitäten relevante Spezialwissen ist bei mittelständischen Unternehmen „nur selten verfügbar“ (Lubritz 1998, S. 20). Defizite finden sich auch beim Auslandsmarkt-Know-how, was sich daran zeigt, dass diese „durch rein operatives Herangehen bearbeitet [werden] und nicht aus einer echten Marketingperspektive heraus“ (Hilzenbecher 2006, S. 90).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des deutschen Mittelstands ein und skizziert die Fragestellung nach der Anwendbarkeit theoretischer Modelle auf deren Internationalisierung.
2. Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Internationalisierung definiert sowie mittelständische Unternehmen anhand quantitativer und qualitativer Kriterien von Großunternehmen abgegrenzt.
3. Das Internationalisierungsverhalten deutscher mittelständischer Unternehmen: Das Kapitel beleuchtet die wirtschaftliche Rolle, Motive, Erfolgsfaktoren sowie Hindernisse für deutsche KMUs im internationalen Geschäft.
4. Theoretische Erklärungsansätze zur Internationalisierung von deutschen mittelständischen Unternehmen: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Theorien, von Phasenmodellen wie dem Uppsala-Modell bis hin zu netzwerkbasierten Ansätzen und der Theorie der International New Ventures.
5. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Eignung der untersuchten Theorien für die Praxis des deutschen Mittelstands.
Internationalisierung, Mittelstand, KMU, Internationalisierungstheorien, Uppsala-Modell, Eklektisches Paradigma, Netzwerkansatz, International New Ventures, Born Globals, Erfolgsfaktoren, Markterschließung, Außenhandel, Direktinvestitionen, Globalisierung, Ressourcenknappheit.
Die Publikation befasst sich mit dem Internationalisierungsverhalten deutscher mittelständischer Unternehmen und prüft, ob gängige theoretische Erklärungsmodelle dieses Verhalten adäquat abbilden können.
Zentrale Themen sind die Definition des Mittelstands, die Motive und Hemmnisse für den Sprung ins Ausland sowie die systematische Analyse verschiedener theoretischer Ansätze zur Internationalisierung.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Internationalisierungsprozesse deutscher KMUs zu entwickeln und die Erklärungsbeiträge klassischer sowie neuerer Theorien kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Studien, um die theoretischen Ansätze (Phasenmodelle, OLI-Ansatz, Netzwerkmodelle) mit der Realität mittelständischer Unternehmen in Einklang zu bringen.
Der Hauptteil analysiert die wirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands, die Treiber für eine Internationalisierung (Push-/Pull-Faktoren) und unterzieht eine Vielzahl an Theorien – wie das Modell der Uppsala-Schule, den OLI-Ansatz nach Dunning und Netzwerktheorien – einer detaillierten Eignungsprüfung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Internationalisierungsgrad, KMU, Ressourcenknappheit, Markteintrittsstrategien und die Unterscheidung zwischen graduellem und sprunghaftem Internationalisierungsverhalten charakterisiert.
Mittelständische Unternehmen verfügen häufig über geringere finanzielle und personelle Ressourcen, sind stärker auf individuelle Inhaberentscheidungen angewiesen und haben oft kein so hohes internationales Renommee wie große Konzerne.
Das Modell geht von einem starren, graduellen Prozess aus, während viele KMUs auch sprunghafte Entwicklungen durchlaufen oder durch Zufälle und Netzwerkbeziehungen beeinflusst werden, was das Modell in seiner rein deterministischen Form nicht vollständig erfasst.
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