Magisterarbeit, 2008
346 Seiten, Note: 1,0
1 EINFÜHRUNG
1.1 ANMERKUNGEN ZUR WAHL DES THEMAS
1.2 JUGENDSTIL – ANMERKUNGEN ZU EINEM EPOCHENBEGRIFF
2 JUGENDSTIL – ERNEUERUNG VON KUNST UND LEBEN
2.1 IMPULSE DER MODERNE
2.1.1 Weltausstellungen und Reisen
2.1.2 Zeitungs- und Verlagswesen
2.1.3 Industriekritik
2.1.4 Entindividualisierung
2.1.5 Volkskunde und Nationalstaatsdenken
2.1.6 Orientalismus und Kolonialgeschichte
2.1.7 Museumskultur
2.1.8 Kaufhäuser und Galerien
3 AUF DEM WEG ZUR NEUEN GESTALTUNG
3.1 GRÜNDERJAHRE
3.2 KUNST UND WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
4 DIE KUNSTHANDWERKLICHE SAMMLUNG IM STRIEFFLER-HAUS
4.1 DIE BEGRÜNDUNG DER SAMMLUNG DURCH HEINRICH STRIEFFLER
4.2 DIE FORTFÜHRUNG DER SAMMLUNG DURCH MARIE STRIEFFLER
4.3 DER AKTUELLE SAMMLUNGSBESTAND
4.4 JUGENDSTIL ALS SAMMELOBJEKT
5 DIE KERAMIKOBJEKTE DES JUGENDSTILS IN DER SAMMLUNG STRIEFFLER
5.1 KERAMIK DES JUGENDSTILS. CHARAKTERISTIKA, GESTALTER, ZENTREN
5.2 DIE GESTALTUNG DER JUGENDSTILKERAMIK AUSGEWÄHLTE EXPONATE AUS DER SAMMLUNG STRIEFFLER
5.2.1 Vom Historismus zum Jugendstil
5.2.2 Die neue Gestaltung: Schlickermalerei
5.2.3 Die neue Gestaltung: Lüsterglasuren
5.2.4 Die neue Gestaltung: Laufglasuren
5.2.5 Die neue Gestaltung: Variationen der Handhaben
5.2.6 Die neue Gestaltung: Spätformen der Jugendstilkeramik
5.2.7 Die neue Gestaltung: Kleinplastiken
5.2.8 Die neue Gestaltung: Die volkstümliche Keramik
5.3 KERAMISCHE ZENTREN DES JUGENDSTILS
5.3.1 Deutsches Reich
5.3.2 Frankreich
5.3.3 England
5.3.4 Österreich
5.3.5 Skandinavien
5.3.6 Außereuropäische Keramik: Japan
6 DIE GLASOBJEKTE DES JUGENDSTILS IN DER SAMMLUNG STRIEFFLER
6.1 DAS GLASHÜTTENWESEN IM AUSGEHENDEN 19. JAHRHUNDERT
6.2 DIE GLASKUNST DES JUGENDSTILS
6.3 DIE GLASKUNST DES JUGENDSTILS AUSGEWÄHLTE EXPONATE DER SAMMLUNG STRIEFFLER
6.3.1 Die neue Gestaltung: Form durch Deformation
6.3.2 Die neue Gestaltung: Schwingende Gefäßabschlüsse
6.3.3 Die neue Gestaltung: Neue Gefäßtypen
6.3.4 Die neue Gestaltung: Handhaben und ihr Ansatz
7 HEINRICH UND MARIE STRIEFFLER
7.1 HEINRICH STRIEFFLER: KÜNSTLER UND SAMMLER
7.2 MARIE STRIEFFLER: KÜNSTLERIN UND STIFTERIN
8 DAS STRIEFFLER-HAUS: URBANES UMFELD UND ARCHITEKTUR
8.1 LANDAU. KURZER ABRISS ZUR STADTENTWICKLUNG
8.2 DIE ARCHITEKTUR DES HAUSES
9 EPHEMERA
9.1 METALLOBJEKTE IN DER SAMMLUNG STRIEFFLER
9.2 LAMPEN
9.3 CONSTANTIN MEUNIER: DER SCHIFFSLÖSCHER
9.3.1 Der Schiffslöscher (Le Débardeur)
9.3.2 Constantin Meunier
9.3.3 Heinrich Strieffler und Meunier
10 SCHLUSSBEMERKUNGEN
Diese Arbeit zielt darauf ab, die kunstgewerbliche Sammlung des Städtischen Museums Strieffler-Haus in Landau wissenschaftlich aufzuarbeiten, ihr Potential auszuloten und Ansätze für eine zeitgemäße Präsentation der Glas- und Keramikobjekte aus der Zeit des Jugendstils zu entwickeln.
Steinzeugschale der Emaux de Longwy (Inv. 076)
Ein Bespiel dafür ist die blaugrundige, konische Steinzeugschale mit schwarz konturiertem Blüten- und Rankendekor in kräftigen Farben, die auf drei gestuften Füßen ruht. Aufschluss über Entstehungszeit und –ort geben diverse, am Boden unter Glasur aufgebrachte Stempel und Signaturen.
Das Wappen mit Mistelzweig und ein Schriftband verweisen auf Longwy, ein Keramikzentrum in Nordlothringen, das seit dem deutsch-französischen Krieg zum Deutschen Reich gehörte. Eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen lässt im Vergleich mit Exponaten aus anderen Sammlungen eine Datierung zu. Allerdings widerspricht deren Deutung (Mai 1894) der Angabe des Ursprungslandes: France. Zu dieser Zeit war Longwy als Langich Teil des Deutschen Reiches; eine Kennzeichnung als französisches Erzeugnis ist unter diesen Bedingungen eher unwahrscheinlich. Neben der Schlussfolgerung, dass die Schale nach 1918 entstanden sein muss, ist eine weitere Erklärung möglich. Es könnte sich um ein Feierabendstück handeln, das von dem ausführenden Keramiker bewusst und subversiv in französischer Sprache bezeichnet wurde. Leider konnten Signatur und Töpferzeichen bisher noch nicht zugeordnet werden, diese könnten die Zusammenhänge möglicherweise neu beleuchten.
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung beleuchtet die Geschichte des Strieffler-Hauses und definiert das Ziel der wissenschaftlichen Aufarbeitung der kunstgewerblichen Sammlung.
2 JUGENDSTIL – ERNEUERUNG VON KUNST UND LEBEN: Das Kapitel beschreibt die kulturellen und gesellschaftlichen Impulse, die den Jugendstil als Gegenbewegung zum Historismus und zur industriellen Massenproduktion entstehen ließen.
3 AUF DEM WEG ZUR NEUEN GESTALTUNG: Hier wird der historische Kontext der Reichsgründung und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen untersucht, die den Bedarf an künstlerisch gestalteten Luxusgütern förderten.
4 DIE KUNSTHANDWERKLICHE SAMMLUNG IM STRIEFFLER-HAUS: Dieses Kapitel rekonstruiert die Entstehung der Sammlung durch Heinrich und Marie Strieffler und bewertet den heutigen Bestand.
5 DIE KERAMIKOBJEKTE DES JUGENDSTILS IN DER SAMMLUNG STRIEFFLER: Eine detaillierte Analyse der Keramikexponate, unterteilt nach Gestaltungstechniken wie Schlickermalerei, Lüsterglasuren und volkstümlichen Einflüssen.
6 DIE GLASOBJEKTE DES JUGENDSTILS IN DER SAMMLUNG STRIEFFLER: Fokus auf die Glaskunst, ihre technische Herstellung und die spezifische Ausprägung in den Glaszentren der Zeit.
7 HEINRICH UND MARIE STRIEFFLER: Ein biographischer Abriss der beiden Künstler, der ihr persönliches Schaffen und ihr Wirken als Sammler beleuchtet.
8 DAS STRIEFFLER-HAUS: URBANES UMFELD UND ARCHITEKTUR: Untersuchung der städtebaulichen Entwicklung Landaus und der architektonischen Besonderheiten des Hauses.
9 EPHEMERA: Kurze Betrachtung weiterer Sammlungsteile wie Metallobjekte, Lampen und eine Skulptur von Constantin Meunier.
10 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Abschließende Reflexion über die Bedeutung der Sammlung als kulturgeschichtliches Zeugnis und Aufruf zum nachhaltigen Umgang mit dem Bestand.
Jugendstil, Strieffler-Haus, Kunsthandwerk, Keramik, Glas, Manufaktur, Historismus, Industrielle Revolution, Sammlungsgeschichte, Max Laeuger, Lüsterglasur, Schlickermalerei, Kunstgewerbe, Kulturgeschichte, Landau.
Die Arbeit befasst sich mit der kunstgewerblichen Sammlung von Glas- und Keramikobjekten im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Künstlers Heinrich Strieffler.
Im Mittelpunkt stehen die Entstehungsgeschichte der Sammlung, die kunsthistorische Einordnung der Exponate sowie der kulturelle Wandel während des Jugendstils.
Das Ziel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung und Dokumentation der Sammlung, um ihren kulturgeschichtlichen Wert für die Region und die museale Präsentation aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Provenienzforschung, stilistischer Analyse der Exponate und dem Abgleich mit zeitgenössischen Handelsdokumenten und Inventarlisten.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen der Keramik- und Glasobjekte nach Herstellungszentren und Techniken sowie eine biographische Würdigung der Striefflers.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Jugendstil, Kunsthandwerk, Sammlungsgeschichte, Glas- und Keramikmanufakturen geprägt.
Aufgrund fehlender schriftlicher Belege über Erwerbungsdaten und Verkäufe nach 1987 war die wissenschaftliche Bestimmung teilweise auf Mutmaßungen und den Vergleich mit Referenzobjekten angewiesen.
Die Skulptur des belgischen Bildhauers unterstreicht das Interesse der Striefflers an der Darstellung der Lebens- und Arbeitswelt der einfachen Menschen und bietet einen Kontrapunkt zur zeitgenössischen Jugendstil-Ästhetik.
Das Haus wird als ein weitgehend original erhaltenes Ensemble aus Wohn- und Arbeitsraum verstanden, dessen Wert in der ganzheitlichen Betrachtung von Architektur und darin aufbewahrten Objekten liegt.
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