Bachelorarbeit, 2022
112 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Allgemeine Anforderungen an Sozialarbeitende
2.1 Was tun Sozialarbeitende?
2.2 Schlüsselkompetenzen
2.3 Haltung und Rollendistanz
2.4 Doppel- und Tripelmandat
3 Die Profession „Soziale Arbeit“
3.1 Bescheidene Semi-Profession
3.2 Ermöglichungsprofession
4 Identität Sozialarbeitender
5 Faktotum und Superhero
5.1 Der Begriff „Faktotum“
5.2 Der Begriff „Superhero“
6 Berufsaspekte
6.1 Grenzenlos vielfältige Aufgaben
6.2 Frauenquote
6.3 Bezahlung
6.4 Anerkennung
6.5 Habitus
6.6 Macht
6.7 Corona
7 Neoliberalismus
8 Ökonomisierung
9 Anforderungen durch den Neoliberalismus
9.1 Studium nach dem Bolognaprozess
9.2 Effizienz und Effektivität
9.3 Qualitätssicherung
9.4 Standardisierung
9.5 Kontrolle
9.6 Bürokratisierung
9.7 Sponsoring und Fundraising
9.8 VUCA-Kompetenzen
9.9 Responsibilisierung
9.10 Zwei Klassen von Klienten
9.11 Hilfe und Strafe
9.12 Beschäftigungsverhältnisse
9.13 Salutogenese
10 Chancen
11 Fazit
Die vorliegende Arbeit reflektiert kritisch die stetig wachsenden und komplexen Anforderungen an Sozialarbeitende in der neoliberalen Gesellschaft. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Fachkräfte im Spannungsfeld zwischen der Rolle als anpassungsfähiges "Faktotum" oder als idealisierter "Superhero" verortet werden können.
5 Faktotum und Superhero
Nach diesen unterschiedlichen Benennungen stellt sich die Frage: Sind Sozialarbeitende eher „Faktoten“ oder „Superheroes“? Im Weiteren erfolgt nun der Versuch einer Begriffsbestimmung und -anwendung.
5.1 Der Begriff „Faktotum“
Nach dem etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache ist Faktotum „ein im 16. Jahrhundert aufgekommenes Fremdwort zur Bezeichnung einer Person, die in einem Haushalt, Betrieb oder sonstigen Organisation (z. B. Kloster oder Schule) eine Vielzahl von Aufgaben wahrnimmt.“ Der Ausdruck fac totum kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Tu alles! „Eine solche Person wird umgangssprachlich auch zuweilen, unabhängig vom Geschlecht, im Deutschen ‚Mädchen für alles‘ genannt.“ Die Bezeichnung Faktotum entstand in einer Zeit, als es keine oder wenige Arbeitsrechte gab, keinen Kündigungsschutz, keine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und die Tätigkeiten die Arbeit von Hilfskräften waren, die dementsprechend gering bezahlt wurden.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Überforderung der Sozialen Arbeit durch Krisen und gesellschaftliche Erwartungen und stellt die zentrale Frage der Verortung der Profession.
2 Allgemeine Anforderungen an Sozialarbeitende: Dieses Kapitel ergründet das breite Spektrum an Aufgaben und Kompetenzen, das vom Zuhören bis zur Steuerung komplexer Fallverläufe reicht.
3 Die Profession „Soziale Arbeit“: Es wird die historische und theoretische Fundierung diskutiert, wobei Konzepte wie "Semi-Profession" oder "Ermöglichungsprofession" im Mittelpunkt stehen.
4 Identität Sozialarbeitender: Dieses Kapitel befasst sich mit der Frage, wie vielfältige Fremd- und Selbstzuschreibungen die kollektive Identität der Profession prägen.
5 Faktotum und Superhero: Hier werden die titelgebenden Metaphern eingeführt und theoretisch hergeleitet, um die polaren Rollenanforderungen zu verdeutlichen.
6 Berufsaspekte: In diesem umfangreichen Kapitel werden konkrete Arbeitsstrukturen wie Bezahlung, Machtverhältnisse und der Einfluss der Pandemie analysiert.
7 Neoliberalismus: Dieses Kapitel erläutert die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die das soziale Handeln zunehmend ökonomisieren.
8 Ökonomisierung: Hier wird der Einfluss betriebswirtschaftlicher Prinzipien auf soziale Dienstleistungen kritisch beleuchtet.
9 Anforderungen durch den Neoliberalismus: Dieses Kapitel untersucht detailliert, wie Effizienzsteigerung, Standardisierung und Kontrolle den Berufsalltag und die Ausbildung verändern.
10 Chancen: Es wird diskutiert, wie trotz ökonomischem Druck Freiräume für eine reziproke und professionelle Gestaltung sozialer Beziehungen erhalten oder neu definiert werden können.
11 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Trennung zwischen Faktotum und Superhero in der Realität verschwimmt und fordert ein stärkeres politisches Mandat der Profession.
Soziale Arbeit, Neoliberalismus, Ökonomisierung, Professionalität, Faktotum, Superhero, Doppelmandat, Tripelmandat, Systemrelevanz, Sozialpolitik, Identität, Prekarisierung, Empowerment, Fallmanagement, Arbeitsbedingungen.
Die Bachelor-Thesis untersucht das kritische Spannungsfeld, in dem sich Sozialarbeitende in der heutigen neoliberal geprägten Gesellschaft befinden.
Die Arbeit behandelt die Professionalität der Sozialen Arbeit, die Auswirkungen von Marktlogik und Standardisierung sowie die Identitätsfindung von Fachkräften.
Die Arbeit fragt, ob Sozialarbeitende in ihrem Berufsalltag eher wie weisungsgebundene "Faktoten" oder wie idealisierte "Superheroes" agieren müssen.
Die Autorin nutzt eine wissenschaftliche Quellenreflexion sowie die sokratische Methode des kritischen Hinterfragens, anstatt lediglich bestehende Antworten zuzulassen.
Neben theoretischen Grundlagen der Profession werden Berufsaspekte wie Bezahlung, Macht, Bürokratisierung und die Verschärfung durch den Neoliberalismus detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Ökonomisierung, Prekarisierung, Tripelmandat und die professionelle Identität im aktivierenden Staat.
Die Pandemie führte zu einer Debatte über Systemrelevanz, die einerseits aufwertend wirkt, aber auch neue Anforderungen an die professionelle Sichtbarkeit und Arbeitsbedingung stellt.
Der Begriff beschreibt eine Person, die "alles" tut, sich jedoch in hierarchischen Strukturen verliert, was die mangelnde politische und fachliche Autonomie widerspiegelt.
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