Masterarbeit, 2021
96 Seiten, Note: 5.75 (Schweiz)
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1 ZUM VERHÄLTNIS VON LITERATUR UND RECHT
2.1.1 Tradition im deutschsprachigen Raum
2.1.2 Law und Literature-Bewegung
2.2 DAS WERK VON FERDINAND VON SCHIRACH
2.2.1 Biografisches
2.2.2 Zu den Prosa-Erzählungen
2.2.3 Zur bisherigen literaturwissenschaftlichen Forschung
2.3 FIGUREN IM DIENST DER JUSTIZ
2.3.1 Was sind Figuren im Dienst der Justiz?
2.3.2 Strafverteidiger, Anwälte und Richter in der deutschen Literatur
3 Theoretische Grundlagen
3.1 FIGURENANALYSE
3.1.1 Mentales Modell der Figur
3.1.2 Figurenanalyse vom internen und externen Standpunkt
3.1.3 Perspektivierung und Erzählsituation
3.2 RAUMSTRUKTUR
3.2.1 Grenzüberschreitungen
4 Figuren im Dienst der Justiz bei Schirach
4.1 DER STRAFVERTEIDIGER / DER RECHTSANWALT
4.1.1 Zum Selbstverständnis des Strafverteidigers
4.1.2 Verhältnis zum Mandanten
4.1.3 Einblicke ins Privatleben
4.2 DER RICHTER
4.3 DER STAATSANWALT
4.4 DER POLIZIST
4.5 DIE SCHÖFFIN
5 Grenzüberschreitungen der Figuren
5.1 BERUFLICHER RAUM VS. PRIVATER RAUM
5.2 RATIONALER RAUM VS. EMOTIONALER RAUM
5.3 GERECHTER RAUM VS. UNGERECHTER RAUM
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterisierung von Figuren "im Dienst der Justiz" (wie Anwälte, Richter, Staatsanwälte, Polizisten und Schöffen) innerhalb der Prosa-Erzählungen von Ferdinand von Schirach. Ziel ist es, durch eine literaturwissenschaftliche Analyse – unter Einbeziehung von Figurenanalyse und Raumtheorie – herauszuarbeiten, wie diese Akteure im Spannungsfeld zwischen geltendem Recht und persönlichem Gerechtigkeitsempfinden agieren und ob sie dabei traditionelle Grenzen überschreiten.
Von Strafverteidigern und Richtern Figuren im Dienst der Justiz bei Ferdinand von Schirach
Literatur und Recht scheinen auf den ersten Blick zwei eigenständige, ganz unterschiedliche Bereiche zu sein, die grundsätzlich wenig miteinander zu tun haben. Während sich die Literatur gemeinhin meist fiktiven Geschehnissen widmet und der Fantasie des Schriftstellers keine Grenzen gesetzt sind, bewegt sich der Jurist in einem viel engeren Raum, dessen Grenzen die geltenden Gesetze bilden. Oder wie es Nilges formuliert: „Während das Recht freilich normative Grenzen zu ziehen bestrebt ist, tendiert die Literatur als Kunst dazu, selbige zu überschreiten [...].“ Dennoch – oder gerade wegen diesen zwei unterschiedlichen Ausgangslagen – ist eine intensive Verbindung der beiden Disziplinen festzustellen.
Literatur und Recht seien seit jeher in vielfältiger Weise miteinander verknüpft, erklärt beispielsweise Oliver Schreiber: „Neben der Liebe und dem Tod gehören Recht und Gerechtigkeit zu den wesentlichen Fragen des Lebens, mit denen sich die Literatur seit der Antike beschäftigt und die sie zu ihren großen Themen gemacht hat.“ Auch Wittmann hält fest, dass ein Blick in die Literaturgeschichte zeigt, dass das Recht in unterschiedlicher Weise in literarischen Texten präsent ist. Eine besondere Rolle nimmt dabei die Idee der Gerechtigkeit ein, die bis heute eines der zentralen Themen der Weltliteratur bildet.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt Ferdinand von Schirach als bedeutenden Autor vor und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Charakterisierung von Figuren im Dienst der Justiz.
2 Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Verhältnis von Literatur und Recht, das Werk von Schirach und die bisherige Forschung zu entsprechenden Figuren.
3 Theoretische Grundlagen: Hier werden die wissenschaftlichen Instrumente für die Figurenanalyse sowie das Raummodell nach Lotman für die spätere Analyse definiert.
4 Figuren im Dienst der Justiz bei Schirach: Der Hauptteil analysiert spezifische Rollen wie Strafverteidiger, Richter, Staatsanwälte, Polizisten und Schöffen detailliert.
5 Grenzüberschreitungen der Figuren: Dieses Kapitel untersucht, wie sich die Figuren zwischen verschiedenen Räumen (beruflich/privat, rational/emotional) bewegen und dabei Grenzen überschreiten.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Figuren häufig einen Konflikt zwischen rechtlichem Anspruch und menschlicher Moral durchleben.
Ferdinand von Schirach, Literatur und Recht, Strafverteidiger, Figurenanalyse, Justiz, Gerechtigkeit, Erzähltheorie, Juristen, Raumtheorie, Literaturwissenschaft, Strafprozess, Roman, Kurzgeschichten, Literaturgeschichte, Moral.
Der Schwerpunkt liegt auf der literarischen Analyse der Figuren, die bei Ferdinand von Schirach im Dienst der Justiz stehen, wie Anwälte, Richter und Polizisten.
Die zentrale Verbindung von Literatur und Recht sowie die Darstellung juristischer Akteure in deren professionellem und privatem Kontext.
Die Arbeit untersucht, wie diese Figuren charakterisiert werden und durch welche Mechanismen sie das Spannungsfeld von Recht und Gerechtigkeit verkörpern.
Es werden methodische Ansätze der Figurenanalyse (u.a. Kindt/Köppe, Jannidis) sowie raumtheoretische Konzepte von Jurij Lotman angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Figurtypen sowie eine Untersuchung der räumlichen Grenzüberschreitungen in Schirachs Werken.
Neben dem Autor Ferdinand von Schirach sind "Literatur und Recht", "Figurenanalyse" und "Gerechtigkeit" zentrale Begriffe.
Die Raumtheorie hilft zu verstehen, wie sich Figuren zwischen "beruflichen" und "privaten" Räumen bewegen und was deren Überschreitung über den Charakter aussagt.
Ja, ein wesentliches Ergebnis ist, dass Schirach seine Figuren oft in einem privaten Kontext zeigt, der mit ihrer juristischen Arbeit kollidiert.
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