Magisterarbeit, 2002
85 Seiten, Note: Sehr gut
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Theoretische Grundlage und Begriffsklärung
1.3 Fragestellungen und Vorgehensweise
2. Lijpharts Prinzipien der Konkordanzdemokratie
2.1 Große Koalitionen
2.2 Das Vetorecht der Minderheiten
2.3 Das Proporzprinzip
2.4 Die Autonomie der Subkulturen
3. Lijpharts Konkordanzdemokratie begünstigende Faktoren
3.1 Isolation der Subkulturen
3.2 Repräsentatives Mehrparteiensystem
3.3 Minderheitsstatus aller Subkulturen
3.4 Die Nation verbindende Elemente
3.5 Traditionell kooperatives Verhalten der Eliten
3.6 Die Größe des Landes und der Bevölkerung
4. Die Niederlande
4.1 Konkordanzdemokratie begünstigende Faktoren in den Niederlanden
4.1.1 Isolation der Säulen in den Niederlanden
4.1.2 Das Parteiensystem der Niederlande
4.1.3 Minderheitsstatus aller Säulen der Niederlande
4.1.4 Die niederländische Nation verbindende Elemente
4.1.5 Traditionell kooperatives Verhalten der Eliten in den Niederlanden
4.1.6 Die Größe der Niederlande und der niederländischen Bevölkerung
4.2 Die Anwendung konkordanzdemokratischer Prinzipien in den Niederlanden
4.2.1 Koalitionsbildung in den Niederlanden
4.2.2 Vetorecht der Minderheiten in den Niederlanden
4.2.3 Die Anwendung des Proporzprinzips in den Niederlanden
4.2.4 Autonomie der Säulen in den Niederlanden
5. Israel
5.1 Konkordanzdemokratie begünstigende Faktoren in Israel
5.1.1 Isolation der Lager in Israel
5.1.2 Das Parteiensystem Israels
5.1.3 Minderheitsstatus aller Lager Israels
5.1.4 Die jüdisch-israelische Nation verbindende Elemente
5.1.5 Traditionell kooperatives Verhalten der Eliten
5.1.6 Die Größe Israel und der israelischen Bevölkerung
5.2. Die Anwendung konkordanzdemokratischer Prinzipien in Israel
5.2.1 Koalitionsbildung in Israel
5.2.2 Vetorecht der Minderheiten in Israel
5.2.3 Die Anwendung des Proporzprinzips in Israel
5.2.4 Autonomie der Lager in Israel
6. Ergebnisse
Die Arbeit untersucht vergleichend, ob die Niederlande und Israel, die Arend Lijphart ursprünglich als Konkordanz- bzw. Halb-Konkordanzdemokratien klassifizierte, ihre systemischen Merkmale beibehalten haben oder sich hin zu Konkurrenzdemokratien entwickelt haben. Ziel ist die Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen und Anwendung konkordanzdemokratischer Prinzipien.
3.1 Isolation der Subkulturen
Wie bereits dargestellt wurde, dient Konkordanzdemokratie der Beibehaltung und Festigung der Einheit und politischen Stabilität in Ländern mit sozial segmentierten Gesellschaften. Das Bestehen einer sozial segmentierten Gesellschaft macht die Anwendung der konkordanzdemokratischen Prinzipien gleichsam erst notwendig. Für die Anwendung von Konkordanzdemokratie ist es vorteilhaft, wenn die Subkulturen einer sozial segmentierten Gesellschaft voneinander isoliert leben. So werden Kontakte zwischen Mitgliedern der verschiedenen Subkulturen eingeschränkt, was die Wahrscheinlichkeit mindert, dass es zwischen den Subkulturen zu feindlichen Auseinandersetzungen kommt. Denn anders als in allgemein homogenen Gesellschaften, wo Kontakte zwischen verschiedenen Gruppen gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufbauen können, haben Kontakte zwischen den verschiedenen Gruppen einer segmentierten Gesellschaft das Potential, Feindlichkeiten auszulösen.
Häufig haben die verschiedenen Subkulturen einer sozial segmentierten Gesellschaft vielerlei „eigene” Organisationen, was sich günstig auf die Anwendung von Konkordanzdemokratie auswirkt. Andererseits ermutigt und erleichtert ein konkordanzdemokratisches Prinzip, die Autonomie der Subkulturen, die Etablierung „eigener” Organisationen der Subkulturen. Das Bestehen „eigener” Organisationen der Subkulturen ist also sowohl ein Konkordanzdemokratie begünstigender Faktor als auch Konsequenz der Anwendung eines konkordanzdemokratischen Prinzips.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Theorie der Konkordanzdemokratie nach Arend Lijphart ein und formuliert die Forschungsfrage, ob die Niederlande und Israel diesen Typus heute noch erfüllen.
2. Lijpharts Prinzipien der Konkordanzdemokratie: Hier werden die vier zentralen Säulen des Modells – große Koalitionen, Vetorecht der Minderheiten, Proporzprinzip und Autonomie der Subkulturen – definiert.
3. Lijpharts Konkordanzdemokratie begünstigende Faktoren: Dieses Kapitel erläutert die förderlichen Bedingungen wie Isolation, Mehrparteiensystem, Minderheitsstatus, nationale Identität und kooperatives Verhalten der Eliten.
4. Die Niederlande: Eine detaillierte Analyse der niederländischen Versäulungsstruktur und der Anwendung konkordanzdemokratischer Prinzipien im Wandel der Zeit.
5. Israel: Die Untersuchung der israelischen Lagerbildung und deren Entwicklung sowie die Überprüfung der Prinzipienanwendung in einem anderen gesellschaftlichen Kontext.
6. Ergebnisse: Der abschließende Vergleich zeigt, dass sich beide Länder vom ursprünglichen Modell entfernt und Züge von Konkurrenzdemokratien angenommen haben.
Konkordanzdemokratie, Konkurrenzdemokratie, Arend Lijphart, Niederlande, Israel, Versäulung, Minderheitenschutz, Proporzprinzip, politische Stabilität, Parteiensystem, Regierungsbildung, politische Eliten, Integration, gesellschaftliche Segmentierung, Vetorecht.
Die Magisterarbeit untersucht die Stabilität und Entwicklung des Konkordanzdemokratie-Modells in den Niederlanden und Israel im Vergleich.
Zentrale Themen sind die Versäulung in den Niederlanden und die Lagerbildung in Israel sowie die Anwendung der von Lijphart formulierten demokratischen Prinzipien.
Das Ziel ist festzustellen, ob beide Länder noch als Konkordanzdemokratien gelten können oder ob sie sich in Richtung einer Konkurrenzdemokratie entwickelt haben.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse politischer Systeme auf Basis der Kriterien von Arend Lijphart.
Im Hauptteil werden für beide Länder die begünstigenden Faktoren und die tatsächliche Anwendung der Konkordanz-Prinzipien detailliert überprüft und bewertet.
Konkordanzdemokratie, Versäulung, Minderheitenschutz, politische Kooperation und gesellschaftliche Segmentierung.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das informelle Vetorecht in den Niederlanden weitgehend an Bedeutung verloren hat.
Lijphart wählte diesen Begriff, da in Israel nicht alle Prinzipien der Konkordanzdemokratie vollständig zur Anwendung kamen.
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