Bachelorarbeit, 2009
37 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Das Rollenmodell des „Angel in the House“ im viktorianischen Zeitalter
3. Verschiedene Varianten des Modells am Beispiel ausgewählter Frauenfiguren
3.1 Helen Burns – die Inkarnation des selbstlosen Engels
3.2 Miss Temple
3.3 Blanche Ingram – die begabte Schönheit
4. „I am not an angel“ – Janes Weg zu ihrer eigenen Rolle
4.1 Vom Enfant terrible zur disziplinierten jungen Gouvernante
4.2 Als Gouvernante in Thornfield Hall
4.2.1 Erkenntnisse einer emanzipierten Frau
4.2.2 Die Begegnung mit der Konkurrentin
4.2.3 Ein unverhoffter Heiratsantrag
4.2.4 „Mr. Rochester, I will not be yours“ – Jane folgt ihren moralischen Prinzipien
4.3 Die Rückkehr als „independent woman“ und „a marriage between equals“ in Ferndean
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Emanzipationsentwicklung der Protagonistin Jane Eyre in Charlotte Brontës gleichnamigem Roman und analysiert, wie sie sich vom viktorianischen Rollenmodell des „Angel in the House“ befreit, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
4.2.1 Erkenntnisse einer emanzipierten Frau
Jane lebt nun seit einiger Zeit in Thornfield Hall. Ihre Schülerin Adèle, das Mündel von Herrn Rochester, hat sie lieb gewonnen und auch zu der Dienerschaft hat sie ein gutes Verhältnis (JE, 128). Ihren Arbeitgeber Edward Rochester hat sie jedoch noch nicht kennen gelernt; er ist oft auf Reisen und kommt nur selten nach Thornfield. Obwohl sie mit ihrer Arbeit zufrieden ist und auch ihre Mitmenschen mag, scheint ihr das Leben bald zu eintönig. Immer wieder steigt sie in das Dachgeschoss und schaut über die Felder und Hügel, bis hin zum Horizont (JE, 129). Jedoch sehnt sie sich danach, über den Horizont hinaus blicken zu können. Das Leben in Thornfield ist ihr nicht genug; Jane wünscht sich, die Welt zu entdecken: Pulsierende Städte, neue Menschen (Menschen ihrer Art), andere Tätigkeiten – das ist es, wonach Jane sich sehnt (JE, 129).
Um ihre Wünsche zu stillen, gibt sie sich Traumbildern hin, doch eine Befriedigung findet sie darin keineswegs. Sie malt sich Geschichten voller Leidenschaft und Abenteuer aus, weiß aber auch, dass sich diese nur schwer in Realität umwandeln lassen (JE, 129). Dennoch sieht sie sich in ihren Gedanken freier als andere Frauen (JE, 129). Dies gibt ihr Anlass, über die Position der Frauen in der viktorianischen Gesellschaft nachzudenken:
Women are supposed to be very calm generally: but women feel just as men feel; they need exercise for their faculties, and a field for their efforts as much as their brothers do; they suffer from too rigid a restraint, too absolute a stagnation, precisely as men would suffer; and it is narrow-minded in their more privileged fellow-creatures to say that they ought to confine themselves to making puddings and knitting stockings, to playing on the piano and embroidering bags. It is thoughtless to condemn them, or laugh at them, if they seek to do more or learn more than custom has pronounced necessary for their sex. (JE, 129,30)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Frauenbewegung ein und verknüpft die gesellschaftlichen Missstände des 19. Jahrhunderts mit Charlotte Brontës Roman Jane Eyre.
2. Das Rollenmodell des „Angel in the House“ im viktorianischen Zeitalter: Das Kapitel definiert das viktorianische Idealbild der Frau, das durch Unterordnung, Selbstverzicht und häusliche Fixierung geprägt war.
3. Verschiedene Varianten des Modells am Beispiel ausgewählter Frauenfiguren: Anhand von Helen Burns, Miss Temple und Blanche Ingram werden verschiedene Facetten des viktorianischen Frauenbildes und deren Wirkung auf die Entwicklung Janes analysiert.
4. „I am not an angel“ – Janes Weg zu ihrer eigenen Rolle: Dieses Hauptkapitel beleuchtet Janes Entwicklung von der unterdrückten Waise zur emanzipierten Frau, wobei insbesondere ihr Aufenthalt in Thornfield Hall und ihre Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Erwartungen im Fokus stehen.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Jane Eyre durch die Ablehnung des „Angel in the House“-Modells und ihre materielle Unabhängigkeit schließlich eine gleichberechtigte Ehe auf Augenhöhe erreichen konnte.
Jane Eyre, Charlotte Brontë, Viktorianisches Zeitalter, Angel in the House, Emanzipation, Frauenbild, Unabhängigkeit, Rollenmodell, Geschlechterrollen, Feminismus, Patriarchat, Selbstverwirklichung, Bildung, Gesellschaftskritik, Identität.
Die Arbeit analysiert die Emanzipationsgeschichte der Romanfigur Jane Eyre in Charlotte Brontës „Jane Eyre“ und untersucht deren Widerstand gegen das viktorianische Rollenmodell der Frau.
Zu den Schwerpunkten gehören das patriarchale Rollenverständnis des 19. Jahrhunderts, der Prozess der persönlichen Reifung der Protagonistin und der Gegensatz zwischen Anpassung und individueller Selbstbestimmung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jane Eyre durch ihre Gedanken und ihr Handeln das vorherrschende Rollenbild des „Angel in the House“ ablehnt und eine gleichberechtigte Lebensform anstrebt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman im Kontext historischer gesellschaftlicher Rahmenbedingungen des viktorianischen Zeitalters untersucht.
Der Hauptteil konzentriert sich auf Janes Erfahrungen in verschiedenen Lebensstationen, insbesondere die prägenden Begegnungen mit Frauenfiguren wie Helen Burns und Miss Temple, sowie ihre Beziehung zu Edward Rochester.
Die zentralen Begriffe sind Emanzipation, Viktorianisches Zeitalter, Frauenrolle, Unabhängigkeit und Identitätsbildung.
Helen Burns dient als Kontrastfigur, deren religiös-fatalistische Akzeptanz von Leid Jane dazu zwingt, ihren eigenen, aktiveren Weg der Selbstbehauptung zu reflektieren.
Nach Janes finanzieller Unabhängigkeit und Rochesters Schicksalsschlag transformiert sich die Beziehung von einer asymmetrischen Abhängigkeit in eine Ehe zwischen Gleichgestellten.
Thornfield Hall ist der Ort, an dem Jane erstmals ihre Liebe zu Rochester entdeckt, jedoch auch die Machtstrukturen und den Wunsch zur Selbstaufgabe kritisch hinterfragt.
Jane weist diese Bezeichnung entschieden zurück, da sie sie als Versuch sieht, sie in ein festes, engelhaftes Rollenbild zu zwängen, das ihre Individualität negiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

