Examensarbeit, 2009
68 Seiten, Note: 2,0
1. Die historische Entwicklung der Großstadtlyrik in der Moderne bis heute
1.1 Die deutsche Großstadtlyrik vom Naturalismus bis zur Gegenwart
1.2 Zum Forschungsstand
2. Die Großstadtlyrik vor dem Hintergrund der ästhetischen Moderne
3. Die zivilisatorische Moderne als Hintergrund der Großstadtlyrik
3.1 Soziologische Phänomene
3.2 Die Großstadt als Ort der Moderne
3.3 Das Lebensgefühl der Moderne in der Lyrik des Expressionismus
4. Die Großstadtlyrik Georg Heyms
4.1 Einzelanalyse des Gedichts „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym:
4.1.1 Die Textebene
4.1.1.1 Die graphische Analyse
4.1.1.2 Analyse der klanglichen Ebene
4.1.1.3 Analyse der rhythmischen Ebene
4.1.1.4 Analyse der grammatischen Ebene
4.1.1.4.1 Morphologische Aspekte
4.1.1.4.2 Lexikalische Aspekte
4.1.1.4.3 Syntaktische Aspekte
4.1.1.5 Analyse der semantischen Ebene
4.1.2 Die Darstellungsebene
4.1.2.1 Der Stoff
4.1.2.2 Das Motiv
4.1.2.3 Die Situation
4.1.2.4 Das Medium
4.1.3 Die Bedeutungsebene
4.2 Vergleich der Ergebnisse der Einzelanalyse mit Heyms Gesamtwerk
4.2.1 Formale Aspekte
4.2.2 Inhaltliche Aspekte
4.2.2.1 Die Zeit
4.2.2.2 Die Stadt, die Städter und das Meer
4.2.2.3 Der mythische Bereich
4.3 Zusammenfassung
5. Die Großstadtlyrik Georg Trakls
5.1 Einzelanalyse des Gedichts „Vorstadt im Föhn“ von Georg Trakl
5.1.1 Die Textebene
5.1.1.1 Die graphische Analyse
5.1.1.2 Analyse der klanglichen Ebene
5.1.1.3 Analyse der rhythmischen Ebene
5.1.1.4 Analyse der grammatischen Ebene
5.1.1.4.1 Morphologische Aspekte
5.1.1.4.2 Lexikalische Aspekte
5.1.1.4.3 Syntaktische Aspekte
5.1.1.5 Analyse der semantischen Ebene
5.1.2 Die Darstellungsebene
5.1.2.1 Der Stoff
5.1.2.2 Das Motiv
5.1.2.3 Die Situation
5.1.2.4 Das Medium
5.1.3 Die Bedeutungsebene
5.2 Ergebnisse der Struktur-Funktionsanalyse im Vergleich zu Trakls Gesamtwerk
5.2.1 Die Polarität in Trakls Lyrik: Das Schöne und das Hässliche
5.2.2 Die Formelhaftigkeit der Lyrik Trakls
5.2.3 Die emotionale Gestimmtheit
5.2.4 Das Traumhafte
5.3 Zusammenfassung
6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lyrik Trakls und Heyms
7. Resümee
8. Literaturverzeichnis
8.1 Primärliteratur
8.2 Sekundärliteratur
Diese Arbeit analysiert die Darstellung der Großstadt in der expressionistischen Lyrik. Ziel ist es, durch eine methodisch fundierte Struktur-Funktionsanalyse der Gedichte „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym und „Vorstadt im Föhn“ von Georg Trakl die Spezifika des expressionistischen Großstadtbildes herauszuarbeiten und die Autonomie dieser lyrischen Werke gegenüber soziokulturellen Einflüssen der Epoche zu verdeutlichen.
4.1 Einzelanalyse des Gedichts „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym:
Der Gott der Stadt
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
die letzten Häuser in das Land verirr'n.
Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
die großen Städte knien um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.
Wie Koybanten-Tanz dröhnt die Musik
der Millionen durch die Strassen laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.
Das Wetter schwelt in seinen Augenbrauen.
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.
Er streckt ins Dunkle seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
durch eine Strasse. Und der Glutqualm braust
und frisst sie auf, bis spät der Morgen tagt.
1. Die historische Entwicklung der Großstadtlyrik in der Moderne bis heute: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss der Großstadtdichtung vom Naturalismus bis zur Gegenwart und erläutert den Aufbau und das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Die Großstadtlyrik vor dem Hintergrund der ästhetischen Moderne: Hier wird der literarhistorische Begriff der ästhetischen Moderne sowie deren Abgrenzung zur zivilisatorischen Moderne theoretisch fundiert.
3. Die zivilisatorische Moderne als Hintergrund der Großstadtlyrik: Dieses Kapitel beleuchtet soziologische Phänomene der Jahrhundertwende, wie Industrialisierung und Urbanisierung, und deren Einfluss auf das moderne Lebensgefühl.
4. Die Großstadtlyrik Georg Heyms: Dieses Hauptkapitel führt eine detaillierte Struktur-Funktionsanalyse von Heyms Gedicht „Der Gott der Stadt“ durch und vergleicht die Ergebnisse anschließend mit seinem Gesamtwerk.
5. Die Großstadtlyrik Georg Trakls: Analog zu Kapitel 4 erfolgt hier die Analyse von Trakls „Vorstadt im Föhn“ unter Einbeziehung seiner sonstigen Lyrik und Charakteristika.
6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lyrik Trakls und Heyms: Das Kapitel stellt die beiden Dichter gegenüber und analysiert ihre unterschiedlichen Perspektiven und Stilmittel bei gleichen Themen wie Endzeitlichkeit und Zivilisationskritik.
7. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der expressionistischen Epoche und deren literarischen Erbes.
8. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Arbeit herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.
Expressionismus, Großstadtlyrik, Georg Heym, Georg Trakl, Moderne, Struktur-Funktionsanalyse, Industriestadt, Industrialisierung, Zivilisationskritik, Weltende, Mythologie, Lyrik, Dämonisierung, Urbanisierung, Motivanalyse.
Die Arbeit untersucht die Darstellung der Großstadt in der Lyrik des Expressionismus, wobei der Fokus auf den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Dichter Georg Heym und Georg Trakl liegt.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Industrialisierung und Urbanisierung auf das menschliche Dasein, die Darstellung der Großstadt als Ort der Entfremdung sowie die Wahrnehmung von Endzeitlichkeit.
Ziel ist es, mittels einer werkimmanenten Struktur-Funktionsanalyse die dichterischen Mittel und die spezifische "Modernität" in den Großstadtgedichten Heyms und Trakls zu identifizieren.
Die Autorin verwendet die Methode der Struktur-Funktionsanalyse, um Texte als eigenständige Systeme zu betrachten und nicht bloß biographisch oder rein sozialgeschichtlich zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei ausführliche Einzelanalysen („Der Gott der Stadt“ von Heym und „Vorstadt im Föhn“ von Trakl) sowie einen vergleichenden Teil, der diese Ergebnisse mit dem jeweiligen Gesamtwerk der Dichter abgleicht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Großstadtlyrik", "Struktur-Funktionsanalyse", "Expressionismus", "Industriestadt" und "Endzeitlichkeit" definieren.
Bei Heym wird die Stadt als eine faszinierende, aber bedrohliche Macht dargestellt, oft durch dämonische Allegorien wie den Götzen "Baal" verkörpert, was in eine apokalyptische Zerstörung mündet.
Im Gegensatz zu Heym integriert Trakl Naturmotive stärker, nutzt diese jedoch zur Kontrastierung mit dem Hässlichen und zur Vermittlung einer melancholischen, oft traumhaften Stimmung, die den Verfall der Zivilisation verdeutlicht.
In beiden Fällen zeichnet sich das lyrische Ich durch eine "Nullpräsenz" aus; es fungiert nicht als wertendes Subjekt, sondern als distanzierter Beobachter, der das urbane Szenario registriert.
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