Bachelorarbeit, 2020
46 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
Teil I – Descartes
2. Der cartesianische Substanzbegriff
2.1 ego sum ego existo
2.2 res cogitans
2.3 res extensa
2.3.1 Die res extensa – eine Maschine
2.4 Der Unterschied zwischen Mensch und Maschine
3. Der Substanzdualismus
3.1 Beweise für den Substanzdualismus
3.1.1 Der metaphysische Beweis
3.1.2 Der Naturphilosophische Beweis
3.2 Die Interaktion von Körper und Geist
3.2.1 Die Zirbeldrüse
3.2.2 Die vier Interaktionsmöglichkeiten
3.2.2.1 res extensa – res extensa
3.2.2.2 res extensa – res cogitans
3.2.2.3 res cogitans – res extensa
3.2.2.4 res cogitans – res cogitans
4. Das Interaktions-Problem
4.1 Der Verstoß gegen die Erhaltungssätze der Physik
4.2 Die Problematik der Zirbeldrüse als Interaktionsmedium
5. Die Folge des Cartesianismus – Der Okkasionalismus
Teil II – Leibniz
6. Die Monadologie
6.1 Die Gemeinsamkeiten der Monaden
6.2 Die Individualität der Monaden
6.2.1 Klassifizierung von Monaden und ihre Perzeptionen
6.2.2 Die Abgrenzung des Geistes
6.2.3 Die Repräsentation des Universums
6.3 Die innere Erfahrung
6.4 Das Mühlenargument
7. Die Natur der materiellen Körper
7.1 Exkurs – Leibniz’ Kritik des Wesens der res extensa bei Descartes
7.2 Vis viva – Die immaterielle Natur der Substanzen
8. Die Interaktion der Monaden
8.1 Die Interaktion und Einwirkung von Zentralmonaden
8.2 Das System der prästabilierten Harmonie
8.2.1 Der Körper – Nur eine Vorstellung des Geistes
9. Einwände gegen Leibniz’ System der prästabilierten Harmonie
9.1 Das autonome Schiff
9.2 Die Schwierigkeiten des inneren Prinzips
9.3 Kritik am Uhrengleichnis
10. Schlussbetrachtung – Die Gegenüberstellung von Descartes und Leibniz
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leib-Seele-Problem aus der Perspektive der Philosophie des 17. Jahrhunderts. Das Ziel besteht darin, die Ansätze von René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz zur Beziehung von Körper und Geist tiefgehend herauszuarbeiten, ihre jeweiligen Konzepte kritisch gegenüberzustellen und die Relevanz dieser klassischen Debatte für heutige wissenschaftliche Methoden zu reflektieren.
2.1 ego sum ego existo
In der ersten Meditation versetzt sich Descartes in die Lage eines radikalen Skeptikers und zweifelt alle Meinungen sowie sein Wissen ebenso wie jene Dinge, die er seit seiner Kindheit als wahr hingenommen hat, an. Descartes ist allerdings kein notorischer Skeptiker. Er versucht durch methodischen Zweifel einen Ausweg aus dem weit verbreiteten Skeptizismus der pyrrhonischen Skeptiker seiner Zeit zu finden, indem er versucht eine Erkenntnis ausfindig zu machen, die den radikalen Zweifeln der Pyrrhoneer standhält. Weder über die Sinne, noch über die Prinzipien der Logik – speziell der Geometrie und der Arithmetik – kann mit Gewissheit gesagt werden, dass sie wahr sind. Denn es könnte, so Descartes, einen bösen Dämon geben, der den Mensch täuscht.
Zu Beginn der zweiten Meditation stellt Descartes fest, dass er trotz all der Zweifel mit Sicherheit sagen kann, dass er existieren muss. Daraus gewinnt er eine erste sichere Erkenntnis:
„Aber es gibt einen, ich weiß nicht welchen, Betrüger, höchst mächtig, höchst schlau, der mich mit Fleiß immer täuscht. Ohne Zweifel bin also auch ich, wenn er mich täuscht. Und möge er mich täuschen, soviel er kann, niemals wird er es dennoch bewirken, dass ich nichts bin, solange ich denken werde, dass ich etwas bin. So dass, nachdem ich alles mehr als genug durchdacht habe, schließlich festzustellen ist, dass dieser Satz Ich bin, ich existiere, sooft er von mir ausgesprochen oder vom Geist begriffen wird, notwendigerweise wahr ist.“
Unabhängig davon, ob ein möglicher böser Dämon die Realität eines Subjekts durch dessen Vorstellungen und Wahrnehmungen manipuliert, kann das Subjekt gewiss sein, dass es in dem Moment, in dem es sich irgendetwas vorstellt oder wahrnimmt, d.h. im Akt des Denkens, tatsächlich existiert. Anstatt den Gegenstand der Erkenntnis auf die Dinge in der Außenwelt zu beziehen, richtet Descartes seinen Blick auf die Innenwelt und findet dort die Gewissheit, dass er ein denkendes Wesen ist. Damit ist er sich seiner selbst bewusst geworden. Dies ist die erste unzweifelbare Erkenntnis für Descartes und bildet das Fundament seiner Philosophie des Geistes.
1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Fragestellung der Arbeit vor dem Hintergrund der aktuellen Hirnforschung und der historischen Relevanz des Leib-Seele-Problems.
2. Der cartesianische Substanzbegriff: Hier werden die fundamentalen Begriffe des cartesianischen Systems, wie das denkende Ich und die ausgedehnte Materie, analysiert.
3. Der Substanzdualismus: Das Kapitel erläutert Descartes’ metaphysische und naturphilosophische Beweise für die Trennung von Geist und Körper sowie seine Theorie der Interaktion über die Zirbeldrüse.
4. Das Interaktions-Problem: Hier wird die Problematik beleuchtet, wie eine immaterielle Substanz kausal auf die physische Welt einwirken kann, ohne Erhaltungssätze zu verletzen.
5. Die Folge des Cartesianismus – Der Okkasionalismus: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Okkasionalismus als Reaktion auf die Schwierigkeiten des cartesianischen Interaktionsmodells entstand.
6. Die Monadologie: Das zentrale Kapitel zu Leibniz führt die Theorie der Monaden als kleinste, unteilbare Einheiten ein, die die Welt konstituieren.
7. Die Natur der materiellen Körper: Hier wird Leibniz’ Kritik an Descartes’ Auffassung der Materie als reine Ausdehnung diskutiert.
8. Die Interaktion der Monaden: Dieses Kapitel führt das System der prästabilierten Harmonie ein, um die Interaktion innerhalb eines monadischen Systems zu erklären.
9. Einwände gegen Leibniz’ System der prästabilierten Harmonie: Kritische Stimmen, insbesondere die von Pierre Bayle, werden hier aufgearbeitet und Leibniz’ Verteidigung seiner Theorie präsentiert.
10. Schlussbetrachtung – Die Gegenüberstellung von Descartes und Leibniz: Zum Abschluss werden die Philosophien beider Denker kritisch verglichen und ihr Erbe im Hinblick auf moderne wissenschaftliche Ansätze bewertet.
René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz, Leib-Seele-Problem, Substanzdualismus, Monadologie, res cogitans, res extensa, prästabilierte Harmonie, Zirbeldrüse, Okkasionalismus, Interaktionsproblem, Metaphysik, Philosophie des Geistes, Erkenntnistheorie, Mentale Substanzen.
Die Arbeit untersucht das historische Leib-Seele-Problem durch eine vergleichende Analyse der Philosophien von René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz.
Zentral sind der Substanzdualismus bei Descartes, die Rolle der Zirbeldrüse, das Interaktionsproblem sowie die Leibnizsche Monadologie und das Prinzip der prästabilierten Harmonie.
Ziel ist es, die Konzepte beider Philosophen zur Beziehung von Körper und Geist herauszuarbeiten und zu erörtern, ob ihre Ansätze zufriedenstellende Antworten auf diese fundamentale philosophische Frage liefern.
Es handelt sich um eine systematische philosophische Untersuchung, die auf der Analyse von Primärtexten und der kritischen Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke, die jeweils die Positionen von Descartes und Leibniz sowie deren jeweilige Probleme und Lösungsansätze behandeln.
Wichtige Begriffe sind etwa Substanzen, Monaden, Interaktionsproblem, prästabilierte Harmonie, Dualismus und monistische Ansätze.
Descartes sieht den Menschen durch den Besitz eines Geistes (res cogitans) und die Fähigkeit zur sprachlichen Artikulation sowie zum kultivierten Handeln ausgezeichnet, während Tiere als rein mechanische Automaten ohne Geist betrachtet werden.
Leibniz vergleicht den Körper mit dem Inneren einer Mühle, um zu verdeutlichen, dass man durch mechanische Betrachtung zwar Einzelteile sehen kann, aber niemals das Denken oder die Seele selbst als mechanischen Prozess erklären kann.
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