Examensarbeit, 2009
120 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Vorüberlegungen zur Didaktik der Spielvermittlung
2.1 Kindheit, Jugend und Sportzugang im Wandel
2.1.1 Kindheit und Jugend
2.1.1.1 Verändertes Raumerleben
2.1.1.2 Verlust der Erkenntnistätigkeit
2.1.1.3 Expertisierung der Erziehung
2.1.2 Sportzugang
2.1.2.1 Frühspezialisierung statt natürlicher Ballschule
2.1.2.2 Vielfalt und Ausdifferenzierung des Sports
2.2 Leitidee der Spielfähigkeit
2.2.1Spielfähigkeit im weiteren Sinne
2.2.2 Spielfähigkeit im engeren Sinne
2.2.2.1 Allgemeine Spielfähigkeit
2.2.2.2 Spezielle Spielfähigkeit
2.2.3 Mindest-Spielfähigkeit als Leitziel
2.2.4 Kreativität – die Spielfähigkeit des Auges
2.3 Didaktisch-methodische Konsequenzen für den Sportunterricht
3. Das Sportspiel in den Bildungsplänen
3.1 Bildungsplan 2004 für die Grundschule
3.1.1 Klasse 2
3.1.2 Klasse 4
3.2 Bildungsplan 2004 für die Haupt- und Werkrealschule
3.2.1 Klasse 6
3.2.2 Klasse 9
3.2.3 Klasse 10
3.3 Bildungsplan 2004 für die Realschule
3.3.1 Klasse 6
3.3.2 Klasse 8
3.3.3 Klasse 10
3.4 Bildungsplan 2004 für das Gymnasium
3.4.1 Klasse 6
3.4.2 Klasse 8
3.4.3 Klasse 10
3.4.4 Kursstufe
3.4.4.1 Kursstufe (2-stündig)
3.4.4.2 Kursstufe (4-stündig)
3.5 Zusammenfassende Bewertung der Bildungspläne
4. Methodische Konzepte und Modelle zur Vermittlung von Spielfähigkeit
4.1 Darstellung unterschiedlicher methodischer Konzepte
4.1.1 Übungsreihe
4.1.2 Die spielgemäße Methode
4.1.3 Die Konfrontationsmethode
4.1.4 Integrative Konzepte
4.2 Das Modell des spielerisch-impliziten Lernens (MSIL)
4.2.1 Methodische Grundphilosophie
4.2.2 Sportspielsystematik
4.2.3 Ziele und Inhalte
4.2.3.1 Sportspielübergreifendes Lernen (Stufe 1)
4.2.3.2 Sportspielgerichtetes Lernen (Stufe 2)
4.2.3.3 Sportspielspezifisches Lernen (Stufe 3)
4.3 Empirische Begründungen des MSIL
4.3.1 Die Straßenspielhypothese
4.3.2 Das Modell der inzidentellen Inkubation
4.3.3 Das Modell der antizipativen Verhaltenskontrolle
4.4 Teaching Games for Understanding (TGfU)
4.5 Kurzvergleich MSIL - TGfU
5. Forschungsablauf
5.1 Forschungsdesign
5.2 Fragestellung und Hypothesen
5.3 Datenerhebung
5.4 Forschungsmethoden
5.4.1 Die Unterrichtsbeobachtung
5.4.1.1 Der Beobachtungsbogen
5.4.1.2 Die methodischen Verfahren
5.4.2 Die schriftliche Befragung
5.4.2.1 Der Kurzfragebogen
6. Auswertung und Interpretation der Forschungsergebnisse
6.1 Unterrichtsanteile der methodischen Verfahren
6.2 Betrachtung der Unter-, Mittel- und Oberstufe
6.2.1 Unterrichtsanteile der spielnahen oder reinen Übungsformen
6.2.2 Unterrichtsanteile aller methodischen Verfahren
6.3 Betrachtung der Anzahl der Dienstjahre der Lehrkräfte
6.3.1 Unterrichtsanteile des Sportspiels
6.3.2 Unterrichtsanteile aller methodischen Verfahren
6.4 Betrachtung der männlichen und weiblichen Lehrkräfte
6.4.1Unterrichtsanteile der spielnahen oder reinen Übungsformen
6.4.2 Unterrichtsanteile aller methodischen Verfahren
6.5 Betrachtung der Sportarten
6.5.1 Unterrichtsanteile des Sportspiels
6.5.2 Unterrichtsanteile aller methodischen Verfahren
7. Schluss
7.1 Relativierung der Forschungsresultate
7.2 Kritische Reflexion des Forschungsablaufs
7.3 Allgemeine Handlungshinweise für erfolgreichen Sportunterricht
7.4 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Differenz zwischen den theoretischen Anforderungen einer zeitgemäßen Sportspielvermittlung und der alltäglichen Unterrichtspraxis an weiterführenden Schulen. Ziel ist es, auf Basis von 15 Unterrichtsbeobachtungen zu analysieren, ob und wie methodische Konzepte wie das Modell des spielerisch-impliziten Lernens (MSIL) im Schulsport angewendet werden.
2.1.1.1 Verändertes Raumerleben
In den 50er und 60er Jahren sprach man von Streifräumen, da die Wohnung oder das Haus, in welchem man lebte, zusammen mit der Straße und der näheren Wohnumgebung einen „intensiv und multifunktional genutzten Raumzusammenhang“ (SCHMIDT, 1993a, S. 200) gebildet haben. Insbesondere in Großstädten war die Straße, in der man wohnte, ein regelrechter „Sammelplatz lokaler Kinder- und Jugendkultur“ (ZINNECKER, 1979, zit. n. SCHMIDT, 1993a, S. 200), worin sich Sozialisation abspielte. Der Lernort Straße eignete sich somit ebenso für sozialintegrative Zwecke, da Kinder und Jugendliche aus sämtlichen Schichtmilieus hier miteinander in Berührung kamen. Dieses Aufeinandertreffen führte in manchen Fällen zu typischen Straßenfreundschaften, welche dem schulischen Selektionsprozess (Volksschule, Realschule und Gymnasium) trotzen konnten. In der damaligen Zeit erkundeten die Kinder ihre Umwelt eigenständig – beispielsweise auf dem in nicht seltenen Fällen langen Fußmarsch von der Schule nach Hause, bei welchem die Innenstadt sowie die Nachbarschaft erkundet wurde (vgl. SCHMIDT, 1993a, S. 200-202).
Im Gegensatz dazu reduziert sich das Raumerleben vieler Kinder und Jugendlicher heutzutage auf eindimensionale Erfahrungen. In diesem Kontext spricht man von verinselten Lebensräumen, welche mitunter dadurch gekennzeichnet sind, dass die einzelnen funktionalen Inseln nur mit Hilfe von Transportmitteln zu erreichen sind. Viele Schüler überbrücken die Distanz vom Wohnort zur Schule mit einem Schulbus und auch andere Lebensräume, zum Beispiel der Sportverein, werden im Rücksitz des elterlichen Automobils angesteuert. Folglich verlieren die Kinder das Verständnis für Nähe und Ferne und erleben die Zwischenräume der raumspezialisierten Inseln als ereignisarm.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsprojekt vor und erläutert die Zielsetzung der Differenzstudie, die den Zusammenhang zwischen sportspieldidaktischer Theorie und der schulischen Praxis beleuchtet.
2. Vorüberlegungen zur Didaktik der Spielvermittlung: Dieses Kapitel analysiert den Wandel der kindlichen Lebenswelt sowie den Sportzugang und definiert den Begriff der Spielfähigkeit als mehrperspektivisches Leitziel für den Sportunterricht.
3. Das Sportspiel in den Bildungsplänen: Hier erfolgt eine kritische Betrachtung der Bildungspläne 2004 für verschiedene Schularten und deren Berücksichtigung des Sportspiels.
4. Methodische Konzepte und Modelle zur Vermittlung von Spielfähigkeit: Es werden zentrale Konzepte wie das Modell des spielerisch-impliziten Lernens (MSIL) und Teaching Games for Understanding (TGfU) theoretisch fundiert und vergleichend gegenübergestellt.
5. Forschungsablauf: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der Studie, einschließlich der 15 Unterrichtsbeobachtungen und der Datenerhebung durch Beobachtungsbögen und Fragebögen.
6. Auswertung und Interpretation der Forschungsergebnisse: Die empirischen Daten werden statistisch ausgewertet und im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen zu Unterrichtsanteilen, Stufenniveau, Dienstalter und Geschlecht interpretiert.
7. Schluss: Der Abschluss relativiert die Ergebnisse, bietet eine kritische Reflexion des Forschungsablaufs, gibt allgemeine Handlungshinweise für die Praxis und schließt mit einem Fazit sowie einem Ausblick auf zukünftige Forschung ab.
Sportspieldidaktik, Spielfähigkeit, Sportunterricht, MSIL, Modell des spielerisch-impliziten Lernens, Unterrichtsbeobachtung, Fußball, Badminton, Didaktik, Bildungsplan, Bewegungsfertigkeiten, Taktiktraining, Differenzstudie, Sekundarstufe
Die Hausarbeit ist eine Differenzstudie, die untersucht, inwieweit aktuelle theoretische Forderungen der Sportspieldidaktik in der Praxis des Sportunterrichts an weiterführenden Schulen umgesetzt werden.
Die zentralen Themen umfassen die Didaktik der Spielvermittlung, die Spielfähigkeit, die Analyse von Bildungsplänen, methodische Modelle wie das MSIL und die empirische Überprüfung der Unterrichtspraxis.
Die Hauptfragestellung lautet: Auf welche methodischen Verfahren greifen Sportlehrkräfte der Sekundarstufe I und II in ihrem Sportunterricht zurück, und wie verhält sich dies zu den theoretischen Anforderungen?
Der empirische Teil basiert auf 15 Unterrichtsbeobachtungen an verschiedenen Schularten (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) sowie einer begleitenden schriftlichen Befragung der Lehrkräfte.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Spielvermittlung und einen empirischen Teil, der die erhobenen Daten auswertet und im Kontext der aufgestellten Hypothesen interpretiert.
Wichtige Begriffe sind Sportspieldidaktik, Spielfähigkeit, methodische Verfahren, Unterrichtsbeobachtung, Fußball und Badminton.
Der Autor argumentiert, dass durch den Wandel der Lebenswelt heutige Kinder weniger freie Spielerfahrungen (Straßenspielkultur) haben. Die Schule hat daher die Aufgabe, das "Spielen an sich" wieder stärker zu fördern, anstatt zu früh auf sportartspezifische Spezialisierung zu setzen.
Diese Unterscheidung ist notwendig, um pädagogische Ziele (Handlungsfähigkeit, Miteinander) von technisch-taktischen Voraussetzungen abzugrenzen. Während ersteres ein allgemeines Bildungsziel ist, bezieht sich zweiteres auf spezifische Leistungen in bestimmten Sportarten.
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