Bachelorarbeit, 2022
77 Seiten
1. Einleitung und Herleitung der Forschungsfrage
2. Theoretische Grundlagen und Definitionen
2.1. Querschnittlähmung
2.1.1. Definition
2.1.2. Klassifikation
2.1.3. Ätiologie
2.1.4. Epidemiologie
2.1.5. Rehabilitation
2.2. Komorbidität zwischen Querschnittlähmung und Psyche
2.2.1. Psychologische Bewältigungstheorien
2.2.2. Depressive Erkrankungen
2.3. Querschnittlähmung und Alter
2.4. Bisherige Forschung zum Einfluss des Alters auf die depressive Symptomatik querschnittgelähmter Personen
3. Fragestellung und Hypothesen
4. Methodisches Vorgehen
4.1. Einführung in das Untersuchungsdesign
4.2. Datenerhebung
4.2.1. EMSCI
4.2.2. BDI‐II
4.3. Datenaufbereitung
4.3.1. Ein‐ und Ausschlusskriterien
4.3.2. Operationalisierung der Altersvariable
4.3.3. Beschreibung der Alterskohorten
5. Statistische Auswertung und Umgang mit fehlenden Werten
6. Ergebnisse
6.1. Deskriptive Beschreibung der abhängigen Variable
6.2. Grundvoraussetzungen für die Berechnung einer mixed ANOVA
6.3. Überprüfung der Stichproben auf Normalverteilung, Ausreißer, Sphärizität und Homoskedastizität
6.3.1. Prüfung der Normalverteilung und Überprüfung auf Ausreißer
6.3.2. Sphärizität
6.3.3. Gleichheit der Varianzen und Kovarianzen (Homoskedastizität)
6.4. Hypothesenüberprüfung
6.4.1. Hypothese I: Unterscheidung der Altersgruppen hinsichtlich der depressiven Symptomatik nach Eintritt einer Querschnittverletzung
7. Diskussion
7.1. Interpretation der wichtigsten Ergebnisse
7.2. Schlussfolgerung in Bezug auf Forschungsfrage und Hypothese
7.3. Kritische Betrachtung der eigenen Methodik und Implikationen für den weiteren Forschungsbedarf
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
10. Anhang A
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die retrospektive Untersuchung von Unterschieden in der Depressivitätsausprägung bei Patienten unterschiedlicher Altersgruppen nach einer Querschnittverletzung. Forschungsleitend ist die Frage, wie sich die Altersgruppen (junges, mittleres und höheres Erwachsenenalter) hinsichtlich der Entwicklung einer depressiven Symptomatik in den ersten 12 Monaten nach der Diagnose unterscheiden.
2.1.3. Ätiologie
Die Ursachen für eine QSL können in traumatische und nichttraumatische Gegebenheiten eingeteilt werden.
Die traumatischen Ursachen sind i.d.R. auf äußere mechanische oder Umwelteinflüsse zurückzuführen, die das Rückenmark schädigen (Wirz & Dietz, 2015). Verletzungen der Halswirbelsäule machen 54.3 % aller traumatischen Rückenmarksverletzungen aus, gefolgt von thorakalen (34.9 %) und lumbosakralen (10.4 %) Verletzungen (DeVivo, 2012; Lenehan et al., 2012). Besonders gefährdet sind hier die Schnittstellensegmente der Wirbelsäule zwischen Kopf und Rumpf (C4, C5) und Rumpf und Becken (T12, L1) (Wirz & Dietz, 2015). Global betrachtet sind die häufigsten Ursachen für traumatische QSL (TQSL) Verkehrsunfälle, gefolgt von Stürzen und Gewalt. In westlichen Industrienationen ist ein demografischer Trend zu beobachten (World Health Organization, 2013). Je älter eine Person ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die QSL durch einen Sturz bedingt ist (Feng et al., 2013). Die drittgrößte Ursachenkomponente stellt Gewalt, d.h. eigen- oder fremdverschuldete Körperverletzung, dar. Zu den Ursachen für eine traumatische QSL zählen ebenso Sportverletzungen und Arbeitsunfälle mit Prävalenzen von 4 bzw. 7 % in Deutschland (R. Thietje et al., 2011). Diese unterliegen starken nationalen Schwankungen und fallen in anderen Ländern deutlich höher aus (Thietje & Hirschfeld, 2017).
Nichttraumatische QSL (NQSL) verfügen über einen weniger dichten empirischen Hintergrund. Dies ist zum einen historisch begründet, da der relative Anteil der NQSL im Verhältnis zur TQSL bis vor 70 Jahren sehr gering war (World Health Organization, 2013). Darüber hinaus existieren für die TQSL über-/nationale Register, wie z.B. die European Multicenter Study about Spinal Cord Injury (EMSCI), auf die unter Abschnitt 4.2.1 noch genauer eingegangen wird (Home - EMSCI, n.d.). Die Ursachen für die NQSL liegen hauptsächlich in Infektions- und Autoimmunkrankheiten, Tumoren, degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule, Malformationen und vaskulären Erkrankungen (Thietje & Hirschfeld, 2017). Eine repräsentative Studie aus Deutschland belegt, dass die Hauptursachen in degenerativen Erkrankungen (18 %) Tumoren (20 %), entzündlichen und vaskulären Erkrankungen, wie Multiple Sklerose oder Ischämie liegen (Thietje et al., 2011). Hervorzuheben ist, dass nichttraumatische Querschnittverletzungen häufiger inkomplette Lähmungen zur Folge haben als traumatische Verletzungen (Dahlberg et al., 2005; R. Thietje et al., 2011).
1. Einleitung und Herleitung der Forschungsfrage: Einführung in den Alterungsprozess und die Herausforderungen einer Querschnittverletzung sowie Ableitung der Forschungsfrage zu altersabhängigen Unterschieden der Depressivität.
2. Theoretische Grundlagen und Definitionen: Darstellung medizinischer und psychologischer Grundlagen von Querschnittlähmungen, deren Auswirkungen auf die Psyche sowie eine Übersicht der bisherigen Forschungslage.
3. Fragestellung und Hypothesen: Konkretisierung der Forschungsfrage und Formulierungen der zu prüfenden Hypothesen hinsichtlich der Altersgruppen.
4. Methodisches Vorgehen: Erläuterung des Untersuchungsdesigns, der Datenerhebung über die EMSCI-Datenbank, des BDI-II-Inventars sowie der Datenaufbereitung für die Analyse.
5. Statistische Auswertung und Umgang mit fehlenden Werten: Beschreibung des statistischen Vorgehens unter Verwendung von SPSS und Excel zur Bereinigung des Datensatzes.
6. Ergebnisse: Deskriptive Auswertung der BDI-II-Werte nach Altersgruppen und statistische Prüfung mittels mixed ANOVA auf Signifikanz sowie Interaktionseffekte.
7. Diskussion: Interpretation der Befunde im Kontext der bestehenden theoretischen Erkenntnisse sowie kritische Reflexion der eigenen Methodik.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit Handlungsempfehlungen für die klinische Praxis und zukünftige Forschung.
Querschnittlähmung, Alter, Depressivität, BDI-II, EMSCI, Rehabilitation, Anpassungsprozess, Alterskohorten, Psychische Gesundheit, traumatische Querschnittlähmung, nichttraumatische Querschnittlähmung, Bewältigungsstrategien, Suizidalität, Lebensqualität, mixed ANOVA.
Die Bachelorarbeit untersucht, ob und wie das Alter von Patienten zum Zeitpunkt einer Querschnittverletzung die Entwicklung depressiver Symptome in den ersten 12 Monaten nach Eintritt der Verletzung beeinflusst.
Die Arbeit verknüpft entwicklungspsychologische Ansätze des Alterns mit klinischen Daten zur Querschnittlähmung. Im Zentrum stehen dabei der Einfluss von Alter, medizinischen Komplikationen und psychologischen Bewältigungsmechanismen auf die mentale Gesundheit.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich Altersgruppen (frühes, mittleres, höheres Erwachsenenalter) signifikant in ihrer depressiven Symptomatik unterscheiden, um gefährdete Gruppen in der Rehabilitation besser identifizieren zu können.
Es handelt sich um eine empirische, retrospektive Sekundäranalyse unter Verwendung des EMSCI-Datensatzes. Statistisch wurde eine mixed ANOVA (Analysis of Variance) mit Messwiederholung eingesetzt.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zu Querschnittlähmung und Depression, die Methodik der Datenauswertung, die deskriptive Darstellung der Ergebnisse sowie eine eingehende Diskussion der Befunde im Bezug auf die Forschungsfrage.
Wesentliche Begriffe sind Querschnittlähmung, psychische Anpassungsprozesse, Depressivität, Alterskohorten, Rehabilitation sowie das Alter zum Verletzungszeitpunkt.
Die Stichprobe wurde in die Kohorte 1 (18 bis 34 Jahre), Kohorte 2 (35 bis 65 Jahre) und Kohorte 3 (> 65 Jahre) unterteilt.
Personen im höheren Erwachsenenalter zeigen zu allen untersuchten Messzeitpunkten die höchste Ausprägung an depressiven Symptomen. Zudem stagnierte bei dieser Gruppe die Depressivität im Studienverlauf, während sie bei jüngeren Personen deutlicher abnahm.
Die Ergebnisse legen nahe, dass ältere Betroffene ein höheres Risiko für depressive Symptome tragen und schwierigeren Zugriff auf Bewältigungsstrategien haben, was eine Sensibilisierung des Klinikpersonals und spezifische präventive Maßnahmen erforderlich macht.
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