Bachelorarbeit, 2022
26 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Wurzeln der Liebesdichtung
3. Die Gedichtformen
3.1. Qaṣīde
3.2. Ġazal
3.3. Ġazal zur Umajjadenzeit
3.4. Höfische Liebespoesie
4. Die Rolle der Frau in der arabischen Dichtung
5. Die Liebe im Islam
6. Abū Nuwās
7. Liebesgedichte
7.1. Gedicht 1
7.2. Analyse
7.3. Gedicht 2
7.4. Analyse
8. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung und Charakteristik der arabischen Liebesdichtung von der vorislamischen Epoche bis zur Abbasidenzeit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse des Lebens und Werkes des bedeutenden Dichters Abū Nuwās sowie der Untersuchung der sozialen und literarischen Konstruktion von Liebe, Geschlechterrollen und der Rolle der Frau in dieser lyrischen Tradition.
3.2. Ġazal
Während der Zeit der Abbasiden wurden zwischen zwei Arten von Liebesdichtungen unterschieden, nämlich zwischen dem Nasīb und dem Ġazal. Diese Bezeichnungen erhielten sie im Zuge der modernen Arabistik, aber zur damaligen Zeit wurden sie nicht auf diese Art terminologisch voneinander unterschieden. Der Ghasal der Abbassidenzeit preist den geliebten Menschen oft unter einem fiktiven Namen, auch so, daß kaum erkennbar ist, ob das vom Dichter besungene Wesen eine Frau oder ein Mann ist. Grammatisch finden sich jedenfalls oft die maskulinen Formen, die arabistische Literaturwissenschaftler europäischer Herkunft lange Zeit als dichtungskonventionelle Hinweise auf eine Frau gedeutet haben. Das körperliche Schönheitsideal der geliebten Person war für junge Männer und Frauen sehr ähnlich.
Der bedeutendste Unterschied zwischen dem Ġazal und dem Nasīb ist der ungleiche Bezug zur Wirklichkeit. Der Nasīb behandelt Themen aus dem 6. Jahrhundert, aus der Zeit, aus der die ersten Gedichte ihren Ursprung hatten. Im Gegensatz zum Nasīb beschäftigt sich der Ġazal mit der Wirklichkeit der Gegenwart und vertieft sich nicht in die Vergangenheit. Dennoch können gewisse Ähnlichkeiten im Nasīb - etwa das Unrealistische und das Erfundene - festgehalten werden. Beim Ġazal waren Schönheitsvergleiche sehr beliebt und gebräuchlich. Zum Beispiel wurden die Haare der geliebten Frau mit der Dunkelheit einer Weinrebe, das Gesicht mit der strahlenden Sonne oder die Brüste mit runden Granatäpfeln verglichen. Da diese die verschiedenen Erwartungen der Leser erfüllen und es auch zu Überlappungen untereinander kommt, stehen die beiden Arten einander nahe.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der arabischen Liebesdichtung ein und erläutert die methodische Herangehensweise an die Untersuchung zentraler Dichter und lyrischer Formen.
2. Die Wurzeln der Liebesdichtung: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursprünge der klassischen arabischen Dichtung auf der Halbinsel und deren Einbettung in die soziale Struktur und die Werte der Beduinenstämme.
3. Die Gedichtformen: Eine detaillierte Untersuchung der Gattungen Qaṣīde und Ġazal verdeutlicht die strukturellen Unterschiede und deren Entwicklung über verschiedene Epochen hinweg.
4. Die Rolle der Frau in der arabischen Dichtung: Das Kapitel analysiert das Frauenbild in der Dichtung als heiliges oder ideales Wesen und zeigt die Verwendung von Naturmetaphern zur Beschreibung von Schönheit.
5. Die Liebe im Islam: Hier wird der Einfluss islamischer Einflüsse auf das Verständnis von Liebe, Polygamie und die Unterscheidung zwischen göttlicher und weltlicher Liebe diskutiert.
6. Abū Nuwās: Eine biografische und literarische Analyse des berühmten Abbasidendichters, der für sein facettenreiches Werk und seine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen bekannt ist.
7. Liebesgedichte: Dieses Kapitel präsentiert konkrete Gedichtbeispiele und führt eine eingehende textnahe Analyse der verborgenen Leidenschaft und der Gefühlswelten der Liebenden durch.
8. Zusammenfassung: Ein resümierender Überblick über die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zur Entwicklung der Liebesdichtung und der Bedeutung ihrer zentralen Motive.
Arabische Literatur, Liebesdichtung, Abū Nuwās, Ġazal, Qaṣīde, Umajjaden, Abbasidenzeit, Frauenbild, Liebesleid, Beduinenpoesie, Klassische arabische Dichtung, Metaphorik, Laila und Madschnūn, Intertextualität, Philologie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philologischen Untersuchung der arabischen Liebesdichtung, ihrer historischen Entwicklung von der vorislamischen Zeit bis zur Abbasidenzeit und der darin enthaltenen thematischen Vielfalt.
Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung der Gedichtformen wie Qaṣīde und Ġazal, die Darstellung von Frauenbildern, die Rolle der Liebe im islamischen Kontext sowie das Leben und Wirken des Dichters Abū Nuwās.
Das Ziel ist es, die Entwicklung der arabischen Liebesdichtung aufzuzeigen und insbesondere die Motive und die sprachliche Gestaltung in den Werken von Abū Nuwās durch eine textnahe Analyse zu deuten.
Die Arbeit basiert auf einer philologisch-literaturwissenschaftlichen Methode, die historische Kontexte mit einer detaillierten Analyse primärtextlicher Zeugnisse verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Gedichtformen, der Rolle der Frau und der Liebe im Islam, gefolgt von einer biografischen Skizze von Abū Nuwās und der Analyse seiner Gedichte.
Zentrale Begriffe sind Liebesdichtung, Ġazal, Qaṣīde, das Frauenbild in der Wüstenpoesie sowie die literarische Auseinandersetzung mit dem persönlichen Leid des Liebenden.
Er dient als zentrale Fallstudie, um die Komplexität abbasidischer Dichtung, das Spannungsfeld zwischen religiösen Sitten und vergnügungsreicher Lebensart sowie die Verwendung von maskulinen Pronomina in der Lyrik zu illustrieren.
Die Arbeit interpretiert die Gedichte als Ausdruck eines inneren seelischen Zustands, wobei die Metaphorik (wie etwa das "Feuer der Liebe") verwendet wird, um die Unerfüllbarkeit von Gefühlen und die Abwendung des Geliebten zu dramatisieren.
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