Examensarbeit, 2009
49 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Von der Seelsorge zur Krankensalbung
2.1. Zum Begriff der Seelsorge
2.2. Krankenhausseelsorge – Der Raum der Krankensalbung
2.3. Krankheit und Kranksein
2.3.1. Krankheit in der Bibel
2.3.2. Das Erleben von Krankheit heute
2.3.2.1. Interne Erlebniswelt
2.3.2.2. Externe Erlebniswelt
2.3.2.3. Seelsorge und Krankheit
2.4. Relevanz der Leiblichkeit – Relevanz der Krankensalbung I
3. Von der Krankensalbung zur Seelsorge
3.1. Salbung in der Bibel
3.1.1. Salbung im Alten Testament
3.1.2. Salbung im Neuen Testament
3.1.3. Die Krankensalbung in Jak 5,14-16
3.2. Kirchengeschichtliche Entwicklung der Krankensalbung
3.3. Die gegenwärtige Praxis der Krankensalbung
3.3.1. Krankensalbung in der römisch-katholischen Kirche
3.3.2. Krankensalbung in der orthodoxen Kirche
3.3.3. Krankensalbung in der anglikanischen Kirche
3.3.4. Krankensalbung in der evangelischen Kirche
3.4. Krankensalbung als Leibsorge
3.4.1. Das sinnliche Erleben
3.4.1.1. Haptisch
3.4.1.2. Olfaktorisch
3.4.2. Das rituelle Erleben
3.4.2.1. Die Krankensalbung als Ritual
3.4.2.2. Bemerkungen zur Praxis der Krankensalbung
3.5. Relevanz der Leiblichkeit – Relevanz der Krankensalbung II
4. Fazit – Krankensalbung und Seelsorge
5. Ausblick – Die Neuentdeckung der Krankensalbung
Die vorliegende Arbeit untersucht die seelsorgliche Relevanz der Krankensalbung im Kontext der Krankenhausseelsorge. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, inwiefern die Krankensalbung als biblisch begründeter Brauch eine ganzheitliche Unterstützung für kranke Menschen bieten kann, die über das rein verbale Gespräch hinausgeht und dabei Leiblichkeit sowie den individuellen Lebensvollzug berücksichtigt.
3.1.1. Salbung im Alten Testament
In der Hebräischen Bibel wird Öl bzw. Salböl oder Salbe mit dem Wort שֶׁמֶן wiedergegeben. Auch die Bezeichnung eines eigenen Berufstandes zur Salbenherstellung findet sich im Alten Testament: רַקָּח. Neben dem privaten Gebrauch als Parfüm für Frauen und Männer gab es auch spezielles Salböl für den sakralen Gebrauch. Es zeichnete sich durch die Beimischung von Myrrhe, Zimt, Gewürzrohr und Kassia aus.63
Der profane Gebrauch von Salbe bezog sich auf die Körper- und Schönheitspflege. Man salbte sich im Zusammenhang mit dem Baden zur Reinigung (St zu Dan 1,17), sowie zur Hautpflege, was auch Ausdruck von Luxus und Überfluss sein konnte (Am 6,6), aber nicht zwingend ist, denn „auch für den Menschen niederer sozialer Herkunft gehörte […] das Salböl zum Bedarf des täglichen Lebens“64. Daneben wird die olfaktorische Wirkung der Öle und Salben im Alten Testament beschrieben (Hld 1,3;4,10).
Die Salbung wird stets mit Freude und Wohlbefinden verbunden (Jes 61,3; Spr 27,9) und daher nicht bei Trauer vollzogen: Bei Trauer wird das „Freudenöl“ (שֶׁמֶן שָׂשׂוֹן) durch Asche ersetzt (St zu Esth 14,2) oder während des Selbstminderungsritus’ wird die Salbung unterlassen (Dan 10,3).
Wie bei seinen Nachbarn gab es im Alten Israel auch die rituelle Salbung zur Amtseinsetzung von Königen als auch von Propheten. Im Alten Testament wurden die Könige entweder durch das Volk oder durch Jahwe bzw. seinen stellvertretenden Propheten gesalbt. In beiden Formen der Königssalbung wird eine besondere Beziehung zwischen Subjekt (Volk oder Jahwe) und Objekt (König) hergestellt. Die Salbung als Konstituierung einer besonderen Beziehung kann hier sogar als primär bezeichnet werden.65 Von dieser Beziehung ausgehend sind zwei Wirkungen auf den Gesalbten (מָשִׁיחַ) verbunden: Einerseits die Geistverleihung (1. Sam 16,13) und andererseits der Schutz vor Unheil (1. Sam 24,7.11).
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Interesse der evangelischen Kirche an der Krankensalbung und skizziert die methodische Dreiteilung der Arbeit sowie den Fokus auf die Krankenhausseelsorge.
2. Von der Seelsorge zur Krankensalbung: Dieses Kapitel erläutert die seelsorglichen Voraussetzungen, das Krankheitsverständnis und die Bedeutung der Leiblichkeit in der Krankenseelsorge.
3. Von der Krankensalbung zur Seelsorge: Hier werden biblische Belege und die kirchengeschichtliche Entwicklung betrachtet sowie die praktische Ausgestaltung der Krankensalbung als Leibsorge in verschiedenen Konfessionen analysiert.
4. Fazit – Krankensalbung und Seelsorge: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Chance der Krankensalbung, das religiöse Leben durch eine somatische Dimension zu bereichern.
5. Ausblick – Die Neuentdeckung der Krankensalbung: Der Ausblick formuliert die Notwendigkeit, das Ritual durch Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Angebote in der Gemeinde und im Krankenhaus bekannter zu machen.
Krankensalbung, Seelsorge, Krankenhausseelsorge, Leiblichkeit, Leibsorge, Ritual, Heilung, christliche Lebensgestaltung, Jakobusbrief, evangelische Kirche, Liturgie, Ölsalbung, Krise, Handauflegung, Glaube.
Die Arbeit untersucht die Relevanz und die Möglichkeiten der Krankensalbung als seelsorgliches Handeln innerhalb der evangelischen Kirche und im Kontext der Krankenhausseelsorge.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Verständnis von Krankheit, der biblischen Begründung von Salbungsriten, der kirchengeschichtlichen Entwicklung sowie der leiborientierten Seelsorge.
Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Krankensalbung eine sinnvolle, ganzheitliche seelsorgliche Antwort auf die Krisensituation von kranken Menschen ist, die das Wort Gottes durch körperliche Erfahrung ergänzt.
Die Arbeit basiert auf einer theologischen Literaturanalyse, die biblische Exegese, kirchengeschichtliche Untersuchung und pastoraltheologische Reflexion verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Hinführung von der Seelsorge zur Salbung (theoretische Voraussetzungen) und die Rückführung von der Salbung zur Seelsorge (biblische und rituelle Praxis).
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Krankensalbung, Seelsorge, Leiblichkeit, Ritual, Heilung und christliche Lebensgestaltung charakterisiert.
Die Neuentdeckung resultiert aus der ökumenischen Begegnung und dem Bedürfnis, das seelsorgliche Angebot um sinnlich erfahrbare Rituale zu erweitern, die über das rein verbale Gespräch hinausgehen.
Während die "Letzte Ölung" historisch als Sakrament für Sterbende verstanden wurde, ist die evangelische Krankensalbung eine Segenshandlung, die für Kranke und Gesunde gleichermaßen offensteht und die Zuwendung Gottes im Leben betont.
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