Bachelorarbeit, 2022
122 Seiten, Note: 2,7
1. Theoretischer Hintergrund und Fragestellung
1.1. Epilepsie
1.2. Notfallmedikation
1.3. Notfallmedikation bei Epilepsie
1.4. Inklusion in Schule und Kindertagesstätte
1.5. Notfallmedikation in Schule und Kindertagesstätte
1.6. Notfallmedikation bei Epilepsie in Schule und Kindertagesstätte
2. Studienteil 1
2.1. Methoden und Stichprobe Studienteil 1
2.2. Ergebnisse Studienteil 1
2.2.1. Notfallpass (siehe Anhang 2)
2.2.2. Vereinbarung zur Notfallmedikamentengabe (siehe Anhang 3)
2.2.3. Anfallsdokumentationsbogen (siehe Anhang 4)
2.2.4. Drucksachen insgesamt
2.2.5. Video
3. Studienteil 2
3.1. Hypothesen
3.2. Methoden und Stichprobe Studienteil 2
3.2.1. Online-Fragebogen
3.2.2. Methoden der Auswertung Studienteil 2
3.3. Ergebnisse Studienteil 2
3.3.1. Ergebnisse Hypothese 1
3.3.2. Ergebnisse Hypothese 2
3.3.3. Ergebnisse Hypothese 3
3.3.4. Ergebnisse Hypothese 4
3.4. Interpretation der Testergebnisse Studienteil 2
4. Diskussion
5. Fazit
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Evaluation eines Aufklärungsmaterials für pädagogische Fachkräfte zur Verbesserung des Notfallmanagements bei epileptischen Anfällen von Kindern in Schulen und Kindertagesstätten. Die Arbeit untersucht, wie eine strukturierte Handreichung sowie ein Erklärvideo die Sicherheit und Bereitschaft der Pädagogen zur Medikamentengabe erhöhen und juristische Ängste abbauen können.
1.2. Notfallmedikation
Für verschiedene Erkrankungen sind Notfallmedikamente, die von Laien verabreicht werden können, unerlässlich. Sie spielen bei speziellen lebensbedrohlichen Ereignissen eine Rolle, bei denen die Zeit bis zum Eintreffen eines Notarztes oder einer Notärztin unter Umständen zu lang wäre. Typische Beispiele für den Einsatz solcher Notfallmedikamente sind schwere Allergien mit der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks oder des Zuschwellens der Atemwege (Ring et al., 2014), Diabetes mellitus (Pschyrembel online, o. D.), Asthma (Ortega & Genese, 2022), schwere Migräne oder Epilepsie. Bei diesen Ereignissen müssen die Notfallmedikamente explizit auch von Laien verabreicht werden, da die Gabe zeitsensibel ist, also in einem ganz bestimmten Zeitraum nach ersten Anzeichen eines Notfalls gegeben werden muss, um adäquat zu helfen.
Dazu Prof. Dr. Angela Kaindl, Leitung des Sozialpädiatrischen Zentrums, Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neurologie der Charité Universitätsmedizin Berlin: Je länger ein epileptischer Anfall anhält, desto eher ändern sich Rezeptoren an Zelloberflächen und desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Notfallmedikamente greift. (Kaindl, 2022, persönliche Kommunikation)
1. Theoretischer Hintergrund und Fragestellung: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen Grundlagen der Epilepsie, die Notwendigkeit von Notfallmedikation und beleuchtet die in Deutschland bestehende Unsicherheit im pädagogischen Alltag bei der Inklusion betroffener Kinder.
2. Studienteil 1: Hier wird der qualitative Forschungsprozess beschrieben – von explorativen Experteninterviews bis hin zur Entwicklung der konkreten Materialien wie Notfallpass, Rechtsvereinbarung und Erklärvideo.
3. Studienteil 2: Dieser Teil widmet sich der quantitativen Überprüfung des entwickelten Materials mittels einer Online-Umfrage, bei der Hypothesen zur Bereitschaft und Sicherheit von pädagogischem Personal bei der Medikamentengabe getestet wurden.
4. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, Limitationen der Studie aufgezeigt und zukünftige Forschungsansätze sowie Optimierungsmöglichkeiten für das Notfallmanagement in Bildungseinrichtungen diskutiert.
5. Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Wirksamkeit der entwickelten Materialien zur Verbesserung des notfallpädagogischen Handelns.
Epilepsie, Notfallmedikation, Pädagogik, Kindertagesstätte, Schule, Inklusion, Notfallmanagement, Notfallpass, Medikamentengabe, Rechtsgrundlagen, Evaluation, Aufklärung, Schüler, Erzieher, Lehrer
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und Überprüfung von Aufklärungsmaterialien, die pädagogischen Fachkräften helfen sollen, bei epileptischen Notfällen von Kindern in Schulen und Kitas sicher und kompetent zu handeln.
Zentral sind medizinisch-pädagogische Aspekte der Epilepsie, die rechtliche Situation der Medikamentengabe durch Laien sowie die praktische Umsetzung eines effizienten Notfallmanagements.
Das Ziel ist die Erhöhung der Handlungssicherheit und Bereitschaft pädagogischer Fachkräfte, Notfallmedikamente zu verabreichen, bei gleichzeitiger Reduzierung von Ängsten vor rechtlichen Konsequenzen.
Die Studie ist zweigeteilt: Zuerst wurden durch explorative Experteninterviews qualitative Daten erhoben, danach erfolgte eine quantitative Wirksamkeitsprüfung mittels Online-Fragebogen bei 322 pädagogischen Fachkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Erarbeitung von Notfallmaterialien sowie deren statistische Testung hinsichtlich der Hypothesen zu Medikamentenbereitschaft und juristischer Absicherung.
Wichtige Begriffe sind Epilepsie, Notfallmedikation, Schule, Kindertagesstätte, pädagogische Fachkräfte, Notfallmanagement, Rechtssicherheit und Inklusion.
Der Anhang liefert direkt nutzbare Vorlagen wie einen Epilepsie-Notfallpass, eine schriftliche Vereinbarung zur Medikamentengabe und einen Anfallsdokumentationsbogen sowie Transkripte der Interviews.
Die Arbeit zeigt auf, dass viele Lehrkräfte und Erzieher aus Angst vor haftungsrechtlichen Problemen zögern, obwohl sie im Notfall zur Hilfeleistung verpflichtet sind; das Aufklärungsmaterial zielt explizit darauf ab, diese Sorgen zu mindern.
Das Video ergänzt die gedruckten Unterlagen, indem es die Applikationsformen der Notfallmedikation anschaulich demonstriert und somit Barrieren in der praktischen Anwendung abbaut.
Die Untersuchung belegt, dass das neu entwickelte, übersichtliche Material signifikant dazu beiträgt, sowohl die Medikamentengabe-Bereitschaft als auch das Gefühl, auf eine Notfallsituation vorbereitet zu sein, bei den Befragten zu steigern.
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