Magisterarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 1,3
A. Einleitung
B. Forschungsstand
C. Der delinquente Jugendliche
1. Entwicklung und Entwicklungskrisen im Jugendalter
2. Bedürfnisse in der Adoleszenzphase
3. Abweichendes Verhalten von Jugendlichen
3.1 Ursachen von abweichendem Verhalten
3.2 Interiorisierendes und exteriorisierendes Risikoverhalten
4. Die Bedeutung einer stabilen Beziehung für die positive Entwicklung eines Jugendlichen
5. Merkmale einer pädagogischen Beziehung in der Intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung
6. Zusammenfassung
D. Die Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung im Ausland
1. Die Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung im Ausland nach § 35 KJHG und weitere rechtliche Rahmenbedingungen
2. Formen individualpädagogischer Auslandsmaßnahmen
2.1 Segel- bzw. Schiffsprojekte
2.2 Reiseprojekte
2.3 Standprojekte
3. Die Auslandsmaßnahmen aus erlebnispädagogischer Perspektive
3.1 Geschichte und Idee der Erlebnispädagogik
3.2 Erlebnispädagogik in den Hilfen zur Erziehung
4. Die beziehungsorientierte Perspektive der Auslandsmaßnahmen
5. Zusammenfassung
E. Interviewanalyse
1. Auswahl der Interviews und Methode
2. Serda
2.1 Objektive Daten Serda
2.2 Fallstrukturhypothesen nach Tautorat
2.3 Interpretation Serda (Zeile 377-392)
2.3.1 Thematische Einbettung der Textstelle
2.3.2 Interpretation
2.4 Zusammenfassung
3. Marcel
3.1 Objektive Daten Marcel
3.2 Fallstrukturhypothesen nach Tautorat
3.3 Analyse und Interpretation Marcel (Zeile 139-176)
3.3.1 Einbettung der Textstelle
3.3.2 Analyse und Interpretation
3.3.3 Weitere relevante Textstellen
3.4 Zusammenfassung
F. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Beziehung zwischen Jugendlichen und ihrem Betreuer der entscheidende Wirkfaktor für den Erfolg einer Intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung im Ausland ist. Dabei wird geprüft, ob erlebnispädagogische Elemente lediglich den Rahmen für diese notwendige Beziehungsarbeit bilden.
3.2 Interiorisierendes und exteriorisierendes Risikoverhalten
Risikoverhaltensweisen werden in interiorisierende und exteriorisierende Verhaltensweisen eingeteilt. Die interiorisierende Form äußert sich vor allem bei Mädchen in Form von Medikamentenkonsum, Suizid oder Fehlernährung. Jungen neigen eher zu exteriorisierenden Verhaltensweisen, z.B. Alkohol-, Drogen- oder Zigarettenkonsum sowie risikokonnotativen Aktivitäten wie Mutproben, S-/U-Bahn-Surfen usw.. Drogenkonsum gilt als Ausdruck der Devianz und ist somit im Kontext der geschlechts- (und milieu-) spezifischen Sozialisation zu verstehen (vgl. Raithel/Mansel 2003, S. 32-33).
Aus geschlechtstypischen Problem- bzw. Belastungsverarbeitungsformen die im Kontext einer „Kultur der Zweigeschlechtlichkeit“ zu verstehen sind, ergeben sich geschlechtstypische Differenzen. Männer und Frauen reproduzieren unterschiedliche Wirklichkeiten, Mädchen entwickeln und reproduzieren ihre Geschlechtsidentität hauptsächlich über ein integrierendes Körperverständnis, Jungen reproduzieren dies über ein instrumentelles Körperverständnis, was sich auch im Risikoverhalten widerspiegelt. Extreme Formen der öffentlichen Präsentation von Männlichkeit, die auf körperlicher Kraft und Dominanz beruhen, wählen insbesondere marginalisierte Jungen, gerade für solche aus sozial benachteiligten Milieus dient delinquentes Risikoverhalten und insbesondere die (körperbezogene) Gewalt als Geschlechtsidentitätsreproduktion (vgl. ebd., S. 33-34).
Beide Verhaltensweisen haben etwas Zerstörerisches an sich und sind Abweichungen einer produktiven Entwicklung: Die eine ist selbstschädigend, die andere schädigt andere, die erste besteht im Rückzug, in der Selbstreduktion, die zweite im Angriff. Beide Typen können Ausdruck derselben Problematik sein (vgl. Fend 2003, S. 422-442).
In der umfassenden und heterogenen Gruppe des Problemverhaltens nimmt das antisoziale, insbesondere aggressive Verhalten eine zentrale Stellung ein, wenn von Devianz gesprochen wird, kommt das Kriterium der Abweichung von einer sozialen Norm zum Tragen.
A. Einleitung: Die Autorin begründet das Thema aus persönlichen Erfahrungen und der wissenschaftlichen Debatte um Auslandsprojekte und stellt ihre These zur zentralen Bedeutung der Betreuer-Jugendlichen-Beziehung auf.
B. Forschungsstand: Es wird dargelegt, dass die Praxis der theoretischen Fundierung voraus ist und kaum systematische Studien zur Wirksamkeit, abgesehen von wenigen Ausnahmen, vorliegen.
C. Der delinquente Jugendliche: Dieses Kapitel beleuchtet Entwicklungsrisiken, Bedürfnisse und die Ursachen delinquenten Verhaltens sowie die Bedeutung stabiler Bindungen als Schutzfaktor.
D. Die Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung im Ausland: Hier werden rechtliche Rahmenbedingungen, Projektformen sowie der erlebnispädagogische vs. beziehungsorientierte Ansatz der Auslandsmaßnahmen definiert.
E. Interviewanalyse: Anhand zweier Fallbeispiele wird mittels der dokumentarischen Methode untersucht, wie die Beziehung zwischen Betreuer und Jugendlichem den Verlauf und Erfolg der Maßnahme beeinflusst.
F. Resümee: Die Autorin bestätigt ihre These, dass eine tragfähige Beziehung der entscheidende Faktor für positive Veränderungen ist, wobei Erlebnispädagogik als bloßer Rahmen dient.
Individualpädagogische Auslandsmaßnahmen, Jugendhilfe, Erlebnispädagogik, pädagogische Beziehung, Delinquenz, Adoleszenz, Bindung, Intensivpädagogik, Fallanalyse, Sozialisation, Wirkfaktoren, Bindungsforschung, soziale Kompetenz, Krisenintervention, Biografiearbeit
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuungen im Ausland und hinterfragt, welche Faktoren für den Erfolg dieser Maßnahmen ausschlaggebend sind.
Die Themen umfassen die Entwicklungspsychologie delinquenter Jugendlicher, die Strukturen von Auslandsmaßnahmen, die Konzepte der Erlebnispädagogik und die Qualität der professionellen pädagogischen Beziehung.
Die Forschungsfrage lautet, ob die Beziehung zwischen Betreuer und Jugendlichen der entscheidende Wirkfaktor für eine positive Lebensbewältigung ist und ob die Erlebnispädagogik dabei nur als unterstützender Rahmen fungiert.
Neben einer umfassenden Literaturrecherche erfolgt eine qualitative Interviewanalyse zweier Fallbeispiele unter Anwendung der dokumentarischen Methode nach Bohnsack.
Der Hauptteil analysiert theoretisch die Bedürfnisse Jugendlicher und rechtliche Rahmenbedingungen der Jugendhilfe und leitet daraus die Bedeutung des „pädagogischen Bezugs“ ab, gefolgt von einer praktischen Analyse von zwei Fallstudien.
Kernbegriffe sind Individualpädagogische Maßnahmen, Delinquenz, pädagogische Beziehung, Erlebnispädagogik und Bindung.
Die Autorin argumentiert, dass Erlebnispädagogik oft als Etikett für solche Maßnahmen dient, die eigentliche Veränderung jedoch in der Beziehungsqualität liegt, weshalb sie zur „Individualpädagogik“ als präziserem Begriff tendiert.
Sie gilt als notwendige strukturelle Voraussetzung, damit sich der Jugendliche von belastenden alten Verhaltensmustern lösen und sich auf eine neue, korrigierende Beziehung zum Betreuer einlassen kann.
Gelingen ist eng an eine professionelle, authentische und grenzensetzende Betreuer-Persönlichkeit geknüpft; ein Scheitern resultiert häufig aus der Unfähigkeit des Betreuers, Distanz zu wahren oder eine echte pädagogische Beziehung aufzubauen.
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