Bachelorarbeit, 2022
36 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Der Ursprung der Ekecheiria in archäologischen und literarischen Quellen
4. Verstöße, Machtmissbräuche und die friedensstiftende Funktion der Ekecheiria
4.1 Putschversuch und „Kylonischer Frevel“ in Athen
4.2 Instrumentalisierungsversuch der Hellanodiken?
4.3 Bündnisverhandlungen im Schutz des Festfriedens
4.4 Offener Bruch der Ekecheiria durch die Spartaner?
4.5 Themistokles und Lysias als Besucher des Festes
5. Vergleich der einzelnen Vorfälle
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Funktion und Ausgestaltung des olympischen Festfriedens (Ekecheiria) im antiken Griechenland, wobei der Fokus auf der Forschungsfrage liegt, ob die Ekecheiria als panhellenische Vereinbarung machtpolitisch missbraucht wurde oder ihren angestrebten Zweck einer friedensstiftenden Institution erfüllte.
4.1 Putschversuch und „Kylonischer Frevel“ in Athen
Bei den 35. olympischen Spielen, im Jahr 640, siegte der Athener Kylon im Doppelstadionrennen. Bei den 36. oder 37. Spielen nahm er nicht Teil, sondern wagte in Athen einen Putschversuch in Abwesenheit zahlreicher einflussreicher Athener, welche sich beim Fest in Olympia befanden. Als die Athener vom Fest zurückkehrten, soll Megakles dazu angestiftet haben, die Putschisten, die sich auf der Akropolis befanden, anzugreifen. Wenngleich Herodot und Thukydides, welche von diesem Ereignis berichten, die Tat zwar nicht als Bruch betiteln, so könnten hier doch zwei Verstöße gegen die Ekecheiria vorliegen. Die erste Tat ist die Ausnutzung des Festfriedens durch Kylon, von welcher Herodot berichtet:
„Nachdem er eine Schar von Altersgenossen für sich gewonnen hatte, versuchte er sich der Akropolis zu bemächtigen. Aber der Versuch mißlang, und er setzte sich schutzflehend unter das Standbild der Göttin [...].“
Ferner berichtet Thukydides:
„Nun bot er seine Freunde auf und Verstärkungen von Theagenes, und als die Olympien im Peloponnes gekommen waren, besetzte er die Burg [...] und meinte, dies sei das größte Zeusfest und passe zu ihm, dem Olympiensieger.“
Kylon hatte es sich offenbar zu Nutze gemacht, dass ein wesentlicher Teil der adeligen Athener unter dem Schutz des Festfriedens nach Olympia gereist waren und in dieser Zeit die Stadt erobert.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung des Spannungsfeldes zwischen Sport und Politik im antiken Griechenland sowie Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. Forschungsstand: Kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Literatur zur Ekecheiria und Identifikation von Forschungslücken.
3. Der Ursprung der Ekecheiria in archäologischen und literarischen Quellen: Analyse der mythologischen und historischen Datierungsversuche der Ekecheiria sowie der Bedeutung der elischen Herrschaft.
4. Verstöße, Machtmissbräuche und die friedensstiftende Funktion der Ekecheiria: Systematische Untersuchung von sechs konkreten Verdachtsfällen auf Festfriedensbruch oder Instrumentalisierung.
5. Vergleich der einzelnen Vorfälle: Synthese der untersuchten Fälle hinsichtlich gemeinsamer Intentionen, juristischer Streitigkeiten und der panhellenischen Bedeutung des Instituts.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei konstatiert wird, dass die Ekecheiria sowohl instrumentalisiert wurde als auch friedensstiftende Aspekte aufwies.
Ekecheiria, antikes Griechenland, Olympia, Festfrieden, Machtpolitik, Instrumentalisierung, Elische Herrschaft, Spondophoren, Perserkriege, Peloponnesischer Krieg, Thukydides, Herodot, Heiligtum, panhellenische Vereinbarung, Personenschutz.
Die Arbeit untersucht, ob der olympische Festfrieden lediglich als religiöse Institution respektiert wurde oder ob akteurspezifische Interessen zu machtpolitischem Missbrauch führten.
Im Zentrum stehen die Entstehung der Ekecheiria, ihre Anwendung im Kontext von Konflikten zwischen Stadtstaaten sowie die Reaktion der Beteiligten auf vermeintliche Brüche des Friedens.
Es wird der Frage nachgegangen, ob die Ekecheiria als panhellenische Vereinbarung in der Praxis eher friedensstiftend wirkte oder ob sie gezielt zur Durchsetzung machtpolitischer Ziele instrumentalisiert wurde.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse. Hierbei werden literarische Überlieferungen von Autoren wie Thukydides und Herodot systematisch in ihren historischen Kontext eingeordnet und mit archäologischen Erkenntnissen und Diskursergebnissen der Altertumswissenschaften verknüpft.
Der Hauptteil analysiert sechs konkrete, historisch überlieferte Ereignisse – von kylonischen Putschversuchen bis hin zu Bündnisverhandlungen im Peloponnesischen Krieg –, um Verstöße und Instrumentalisierungen des Festfriedens zu verifizieren oder zu hinterfragen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Ekecheiria, Machtpolitik, Instrumentalisierung, Heiligkeit des Ortes und panhellenische Akzeptanz geprägt.
Die Arbeit zeigt, dass in der Zeit der Perserkriege die olympischen Kampfrichter versuchten, den Festfrieden als politisches Sanktionsinstrument gegen „perserfreundliche“ Städte einzusetzen, was zu Spannungen innerhalb der griechischen Staatenwelt führte.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Möglichkeit zum friedlichen Zusammentreffen von Kriegsparteien am neutralen Ort Olympia zwar als Erfolg der Institution gewertet werden kann, die Verhandlungen selbst jedoch oft der Verschärfung militärischer Strategien dienten, statt den Frieden zu fördern.
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