Wissenschaftlicher Aufsatz, 2009
18 Seiten
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 LINDEMANN über den Templerorden
1.4 RÜPING/JEROUSCHEK zur „Freiwilligkeit“ der Erklärung
2 Einleitung
2.1 George W. BUSHs „Camp Delta“ auf Guantánamo?
2.2 Zum „Informationswert“ unter Folter gemachter Aussagen?
2.3 HAMDAN vs RUMSFELD?
2.4 (Richard Bruce) „Dick“ CHENEY und John YOO?
2.5 „Mastermind“ John YOO?
3 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht kritisch die historische und politische Verquickung von religiösen Aspekten und staatlichem Handeln, wobei sie eine Parallele zwischen den mittelalterlichen Templerprozessen und der US-amerikanischen Politik unter George W. Bush im Kontext von Guantánamo und Foltervorwürfen zieht. Das primäre Ziel ist es, den ideologischen Unterbau von Machtmissbrauch und die Rolle abstrakter philosophischer Konzepte wie der „Willensfreiheit“ bei der Rechtfertigung von Gewalt zu hinterfragen.
1.1 Einführung
Verschwörungstheorien sind so unausrottbar wie Pseudowissenschaftlichkeit. Pseudowissenschaftliches findet sich gerade über den Templer-Orden. Diesen Weg schlägt diese Arbeit keinesfalls ein. Sie distanziert ausdrücklich hiervon. Vielmehr will sie wachrütteln, wenn es darum geht, wie sehr religiöse Aspekte mit politischen Aspekten (unsachlich) vermischt werden.
In dieser Arbeit soll einerseits ein prominenter erkenntnistheoretischer Aspekt des Mittelalters (Stichwort „Willensfreiheit“-Idee der Scholastik, Stichwort „Templer-Orden Prozesse“) knapp beleuchtet, andererseits die Schattenseiten der – ebenfalls prominenten – politisch-ideologischen, mit religiöser Symbolik sich umgebenden, an mittelalterliche Vorstellungswelten von Religion und Staat sich (teils stark) nähernden, US-Regierung unter George W. BUSH (Stichwort „Guantánamo“, Stichwort „Menschenrechtsverletzungen“, Stichwort „„Folter“-Rechtfertigungen ua durch Prof John YOO, Jay BYBEE und Steven BRADBURY“) dargelegt werden.
Zur Diskussion steht, ob in dieser Gegenüberstellung etwas (lebenspraktisch) „Fruchtbares“ ist, und sei es („nur“) dahingehend, dass man/frau hierüber nachdenkt?
Eine gemeinsame Klammer mag darin gesehen werden, dass mediävale Elemente auch neuzeitliches Denken (teils) prägen dürfte.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Vermischung von Religion und Politik ein und skizziert die Untersuchung der Scholastik im Vergleich zur US-Regierung unter Bush.
1.1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Absicht, die Schattenseiten politisch-ideologischer Machtausübung kritisch zu beleuchten.
1.2 Gang der Untersuchung: Hier wird der methodische Aufbau beschrieben, der von Lindemann über Rüping/Jerouschek bis hin zu Al Gore und Woodward reicht.
1.3 LINDEMANN über den Templerorden: Es wird analysiert, wie die Lehre vom freien Willen im 12. Jahrhundert die Einführung der Folter im Beweisrecht begünstigte.
1.4 RÜPING/JEROUSCHEK zur „Freiwilligkeit“ der Erklärung: Dieser Abschnitt behandelt die Wandlungen des Beweisverfahrens und wann eine Aussage im Mittelalter als „freiwillig“ galt.
2 Einleitung: Dieses zweite Einleitungskapitel leitet den Fokus auf die USA und die aktuelle Situation in Guantánamo über.
2.1 George W. BUSHs „Camp Delta“ auf Guantánamo?: Ein kritischer Blick auf die Folterpraktiken im US-Militärgefängnis und die ausbleibende Rechenschaftspflicht.
2.2 Zum „Informationswert“ unter Folter gemachter Aussagen?: Die moralische und rationale Ablehnung von Folter, selbst wenn sie als informationsbeschaffendes Mittel diskutiert wird.
2.3 HAMDAN vs RUMSFELD?: Die juristische Auseinandersetzung um die Rechte von Terrorverdächtigen auf einen Anwalt und ein ordentliches Verfahren.
2.4 (Richard Bruce) „Dick“ CHENEY und John YOO?: Die Untersuchung, wie juristische Argumente und Theorien in staatliches Handeln übersetzt wurden.
2.5 „Mastermind“ John YOO?: Eine kritische Betrachtung des Einflusses von Professoren und Juristen auf die Legitimation menschenrechtswidrigen Verhaltens.
3 Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil regt zur kritischen Reflexion über die Parallelen zwischen historischer Inquisition und moderner Machtpolitik an.
Willensfreiheit, Templerorden, Guantánamo, Folter, Menschenrechtsverletzungen, Scholastik, Machtmissbrauch, George W. Bush, John Yoo, Rechtsdogmatik, Beweisrecht, Ideologie, Ethik, Völkerrecht, Mittelalter.
Die Arbeit untersucht kritisch die historische und politische Verquickung von religiösen und politischen Aspekten, indem sie Praktiken der US-Regierung unter Bush mit mittelalterlichen Prozessen gegen den Templerorden vergleicht.
Die zentralen Themen sind die Anwendung von Folter, die philosophische Rechtfertigung durch Begriffe wie „Willensfreiheit“, sowie die Rolle von Juristen bei der Legitimierung von Machtmissbrauch.
Ziel ist es, die Parallelen zwischen mediävalem Denken und moderner Machtpolitik aufzuzeigen und zum selbstständigen, kritischen Denken über die „Segen oder Fluch“-Frage der Differenzierungsfähigkeit des Menschen anzuregen.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Gegenüberstellung von historischen Fallanalysen (Templerprozesse) und zeitgenössischen politischen Ereignissen (Guantánamo), gestützt auf rechtswissenschaftliche und historische Literatur.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen der Folter-Rechtfertigung, kritisiert die US-Politik nach 9/11 und beleuchtet die Rolle von juristischen Beratern („Masterminds“) bei der Unterwanderung von Menschenrechten.
Besonders prägend sind Begriffe wie Willensfreiheit, Guantánamo, Folter, Menschenrechtsverletzungen und die kritische Auseinandersetzung mit Scholastik und zeitgenössischer Ideologie.
Der Templerorden dient als historisches Exempel, um zu zeigen, wie bereits im Mittelalter scholastisches Gedankengut dazu genutzt wurde, unter Zwang erpresste Geständnisse als „freiwillig“ zu werten und somit Gewalt zu legitimieren.
John Yoo wird kritisch als einer derjenigen identifiziert, die durch ihre juristischen Ausarbeitungen das Fundament lieferten, um menschenrechtswidriges Verhalten der Bush-Regierung rechtlich zu „stützen“.
Die Arbeit geht auch auf die rechtsdogmatische Dimension des Schuldstrafrechts ein und hinterfragt, wie der strafrechtliche Schuldvorwurf in einem Kontext funktioniert, in dem moralische und ethische Grenzen verschwimmen.
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