Bachelorarbeit, 2022
18 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Ruth Klüger und ihre Autobiographie „Weiter leben – Eine Jugend”
2.1 Zur Autorin
2.1 Zum Werk
3. Text- und Korpusanalyse
3.1 Poetologische Aspekte in „Weiter leben. Eine Jugend”
3.2 Gedichte als Vernunft-Stabilisatoren
3.3 Eine grenzenlose Sprache? ̶ Zu Klügers Kitsch-Begriff
4. Moderne Themen in Klügers „Weiter leben. Eine Jugend”
4.1 Identitätsentwicklung in Bezug zur physischen Umgebung
4.2. Klüger und der Holocaust
4.3 Kritik an Kindheitserinnerungen
4.4 Thema: Feminismus
4.5 Die Mutter-Tochter-Beziehung
5. Conclusio
6. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit analysiert Ruth Klügers Autobiographie „Weiter leben. Eine Jugend” hinsichtlich ihrer gattungstypologischen Merkmale und ihrer modernen Themensetzung. Ziel ist es, die Eigenheiten des Werkes gegenüber klassischen Autobiographien hervorzuheben und die literarische sowie psychologische Bewältigung der Holocaust-Erfahrung und der Identitätsentwicklung zu durchleuchten.
3.1 Poetologische Aspekte in „Weiter leben. Eine Jugend”
Autobiographien entstanden zunächst in Kulturen, in denen sich der Mensch selbst als Individuum im Zentrum der Welt sah, sprich dort, wo es keine Gottheit (Gottheiten) mehr im alleinigen Fokus gab. Wie so oft, ist damit, geschichtlich nachweisbar, zuerst der Westen beziehungsweise das Abendland gemeint. Mit dem Aufkommen des Spiegelbildes, vergleichbar in der griechischen Mythologie mit der Sage über Narziss, entdeckte der Mensch sich selbst, zunehmend als eigenständiges, individuelles Lebewesen. So begann man im Laufe der Zeit anhand von verschriftlichten Wünschen, Beichten, etc. seine Psyche darzulegen und das neue Genre der Autobiographie zu kreiren.
Unter der Poetizität hingegen versteht man die Form der Sprache, die keine alltägliche sein sollte, und das gewisse „Etwas” hat, das einen Text zur Literatur macht. In Klügers Werk finden wir dies unter anderem immer wieder im Gebrauch von Ironie und Witz, wie auch in integrierten Passagen ihrer Gedichte. Weitere essentielle Faktoren für gute Literatur, wären die Erfüllung subjektiver, deskriptiver und mimetischer Kriterien. Unter letzterem versteht man die Qualität des Erzählens einer Geschichte. Unter deskriptiver, den normativen Wert eines Werkes und zuletzt unter einem subjektivem Kriterium, das persönliche Gefallen an solch einem. Auch die Fiktionalität spielt paradox-klingenderweise, in wesentlich faktualen Subgenres, wie eben der Autobiographie, gerade in Hinblick auf die Authenzität, eine große Rolle. Das hängt von Problemen ab, wie beispielsweise von Erinnerungslücken, aber auch vom Streben und Suchen nach Sinn im Leben, wodurch man mehr oder weniger genötigt ist, partiell Sachen dazu zu erfinden, oder sie zu umschreiben. Andernfalls wären die meisten Autobiographien, wie auch Biographien wenig bis gar nicht markttauglich und äußerst fragmentarisch.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Aufbau der Analyse, die sich in gattungstypologische und moderne Themenkreise gliedert, um die Merkmale von Klügers Bestseller-Autobiographie zu beleuchten.
2. Ruth Klüger und ihre Autobiographie „Weiter leben – Eine Jugend”: Dieses Kapitel bietet einen biographischen Überblick der Autorin und eine inhaltliche Einführung in ihr Werk, das ihre Kindheits- und Jugendjahre während des Nationalsozialismus und ihre Emigration in die USA umfasst.
3. Text- und Korpusanalyse: Hier werden die poetologischen Bedingungen von Klügers Schreiben untersucht, insbesondere der Gebrauch von Ironie, Gedichten und ihre Kritik an der Kitschhaftigkeit in der Holocaust-Literatur.
4. Moderne Themen in Klügers „Weiter leben. Eine Jugend”: Dieses Kapitel analysiert zentrale Motive wie die Identitätsentwicklung unter dem Einfluss von Orten des Schreckens (Lager), die Problematik des Erinnerns, feministische Ansätze und das komplexe Verhältnis zur Mutter.
5. Conclusio: Die Conclusio fasst zusammen, dass Klügers Autobiographie aufgrund ihrer unkonventionellen, ortsgebundenen und selbstreferentiellen Form als innovatives Werk der Moderne einzustufen ist.
6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die verwendete Primärliteratur sowie die wissenschaftliche Sekundärliteratur und Onlinequellen auf.
Ruth Klüger, Autobiographie, Holocaust, Shoa, Identitätsentwicklung, Poetizität, Erinnerung, Feminismus, Mutter-Tochter-Beziehung, Literaturwissenschaft, Moderne, Zeitgeschichte, Widerstand, Identität, Sprache.
Die Arbeit untersucht Ruth Klügers Autobiographie „Weiter leben. Eine Jugend” auf ihre literarische Komposition, ihre modernen Erzählstrukturen und ihre thematische Tiefe im Umgang mit der Holocaust-Erfahrung.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Poetologie des Werks, die Identitätsentwicklung an spezifischen Orten, feministische Diskurse sowie die psychologische Dynamik der Mutter-Tochter-Beziehung.
Ziel ist es, die spezifischen Merkmale zu identifizieren, die Klügers Werk zu einer modernen Autobiographie machen und seinen Erfolg als Bestseller erklären.
Es handelt sich um eine text- und korpusanalytische Arbeit, die durch eine vergleichende literaturwissenschaftliche Betrachtung und eine Einordnung in den Kontext der modernen Autobiographie erfolgt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung poetologischer Aspekte (wie die Rolle von Gedichten) und eine Themenanalyse, die Holocaust-Erinnerung, Feminismus und persönliche Entwicklung integriert.
Die Analyse ist durch Begriffe wie Holocaust, Identitätsentwicklung, Feminismus, Erinnerungsarbeit und Moderne geprägt.
Klüger kritisiert die Fiktionalisierung und betont die Lückenhaftigkeit des Gedächtnisses, wobei sie ihr Kindheits-Ich und ihr Erwachsenen-Ich in einen ständigen Dialog bringt.
Klüger lehnt Kitsch als Form der „ästhetischen Lüge“ ab, insbesondere wenn es darum geht, die Schrecken des Holocaust durch fiktive Happy Ends oder dramatische Zuspitzung zu verharmlosen.
Das Schreiben diente ihr als Mittel der „Selbsttherapie“ und als Möglichkeit, das Chaos der traumatischen Erfahrungen in eine rationale, poetische Ordnung zu bringen.
Die Arbeit zeigt, dass die ambivalente Beziehung zwar belastet war, aber Klüger ohne ihre Mutter und deren Drängen in kritischen Situationen, wie bei der Selektion 1944, kaum überlebt hätte.
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