Bachelorarbeit, 2017
58 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Stereotype
2.1 Definition und Abgrenzung
2.2 Formen von Stereotypen
2.3 Wirkung von Stereotypen
2.4 Funktionen von Stereotypen
3. Konstruktion kultureller Stereotype
3.1 Vorurteils- und Stereotypenforschung
3.2 „Wir“ und „die Anderen“
3.3 Stereotype im Film
4. Filmanalysen
4.1 „Die Fremde“ (2010)
4.1.1 Figurenkonstellation
4.1.2 Nationale Stereotype
4.1.3 Religiöse Stereotype
4.1.4 Geschlechtliche Stereotype
4.2 „Monsieur Claude und seine Töchter“ (2014)
4.2.1 Figurenkonstellation
4.2.2 Nationale Stereotype
4.2.3 Religiöse Stereotype
5. Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht die Konstruktion und Darstellung kultureller Stereotype in zeitgenössischen Filmen und analysiert, wie diese Medien zur Festigung oder Hinterfragung von Vorurteilen gegenüber sozialen Gruppen beitragen.
1. Einleitung
„Ein bisschen rassistisch sind wir doch alle irgendwie.“
Mit diesen Worten entschuldigt der muslimische Algerier Rachid das vorurteilsbehaftete Verhalten seines Schwiegervaters in der französischen Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“. Oberflächlich betrachtet wirkt diese Aussage unbedacht und darüber hinaus diskriminierend. Doch hinter den Worten steckt eine Botschaft, die den Alltagsrassismus kritisiert, und auf die Verallgemeinerungen aufmerksam macht, die von Individuen geschaffen werden.
Im Alltag werden die Menschen mit vielschichtigen komplexen Sachverhalten konfrontiert, deren objektiv korrekte kognitive Verarbeitung nicht geleistet werden kann. Daher entwickeln sich stereotype Denkmuster, die auf Erfahrungen und individuellen Einstellungen basieren und die kognitiven Strukturen simplifizieren. Außerdem beinhalten Stereotype wichtige Funktionen, wie die Bildung einer sozialen Identität, die einem Individuum eine Gruppenzugehörigkeit verleiht und kollektive Systeme zusammenhält. Jedoch geht mit der Gruppenbildung häufig die Abgrenzung zu Fremdgruppen einher, wobei zwischen Eigenem und Fremdem differenziert wird. Das „Wir“ wird hierbei aufgewertet, „die Anderen“ werden abgewertet.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Stereotypen ein und erläutert die Relevanz der Filmanalyse als Medium zur Untersuchung gesellschaftlicher Vorurteile.
2. Stereotype: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung, indem es den Begriff des Stereotyps definiert, dessen unterschiedliche Formen darstellt und die zugrunde liegenden kognitiven Wirkungsweisen erörtert.
3. Konstruktion kultureller Stereotype: Hier werden die Mechanismen der Identitätsbildung durch Gruppenbildung sowie die Rolle der Medien bei der Aufrechterhaltung stereotypisierender Bilder detailliert diskutiert.
4. Filmanalysen: Dieses Hauptkapitel wendet die theoretischen Erkenntnisse auf das Drama „Die Fremde“ und die Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ an, um konkrete nationale, religiöse und geschlechtliche Stereotype herauszuarbeiten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, inwiefern die moderne filmische Darstellung von Fremdheit zur kritischen Auseinandersetzung mit Stereotypen anregen kann.
Stereotype, Vorurteile, Fremdheit, Filmanalyse, soziale Identität, Ingroup, Outgroup, Kultur, Diskriminierung, Komplexitätsreduktion, Medien, Migrationshintergrund, Rassismus, Rollenstereotype, Sozialisation
Die Arbeit analysiert, wie kulturelle Stereotype konstruiert werden und welche Rolle Filme dabei spielen, diese Vorurteile entweder zu festigen oder kritisch zu hinterfragen.
Die zentralen Themen sind die wissenschaftliche Definition von Stereotypen, die psychologischen Funktionen der Kategorisierung sowie deren empirische Anwendung auf zwei sehr unterschiedliche Filme des Gegenwartsfilms.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stereotype als kognitive Komponente von Vorurteilen funktionieren und welchen Einfluss diese auf die Wahrnehmung von Menschen mit Migrationshintergrund im Film haben.
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Filmanalyse, welche die Filme „Die Fremde“ und „Monsieur Claude und seine Töchter“ hinsichtlich spezifischer Stereotypisierungen untersucht.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte zur Vorurteilsforschung besprochen als auch die konkrete Analyse der Figurenkonstellationen, der nationalen, religiösen und geschlechtlichen Stereotype in den ausgewählten Filmen durchgeführt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stereotyp, Vorurteil, soziale Identität, Fremdheit, Filmanalyse und Interkulturalität beschreiben.
Während „Die Fremde“ Stereotype eher ernsthaft zur Darstellung von Tragik nutzt, setzt „Monsieur Claude und seine Töchter“ auf eine humorvolle Überzeichnung und Provokation, um die Absurdität von Vorurteilen offenzulegen.
Nein. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Stereotype kognitiv tief verankert sind und zur Komplexitätsreduktion dienen, weshalb eine vollständige Unterbindung kaum möglich ist; wohl aber eine kritische Reflektion.
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