Masterarbeit, 2022
62 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Stand der Forschung
2.1.1 Grundlagen der Gesichtserkennung
2.1.2 Erklärungsmodelle und theoretische Ansätze zum ORE
2.2 Fragestellung/Hypothesen
3. Methodik
3.1 Stichprobe
3.2 Vorgehen und Material
3.2.1 Stimuli
3.2.2 Lernphase
3.2.3 Wiedererkennungsphase
3.2.4 Erfassung relevanter Variablen
3.2.5 Weitere Instrumente
3.2.6 Datenanalyse
4. Ergebnisse
4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.1.1 Manipulationscheck
4.1.2 Abhängige Variable.
4.2 Inferenzstatistische Ergebnisse
4.2.1 Voraussetzung der inferenzstatistischen Verfahren
4.2.2 Ergebnisse zum Interaktionseffekt (H1)
4.2.3 Ergebnisse der Follow-up t-Tests (H2 und H3)
4.2.4 Explorative Datenanalyse
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse vor dem theoretischen Hintergrund
5.2 Limitationen
5.3 Theoretische und praktische Implikationen
5.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Other-'Race'-Effekt (ORE) durch eine gezielte konzeptuelle Intervention in der Lernphase von Gesichtern verringert oder eliminiert werden kann. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwieweit die Integration von semantischen Informationen – durch die Anregung, Gesichter mit bekannten Personen aus dem eigenen Leben zu assoziieren – die Wiedererkennungsleistung für Gesichter fremder Ethnien verbessern kann.
1. Einleitung
„Eure Landsleute sehen alle gleich aus.“ Eine Aussage, die nicht selten fällt, wenn Personen andere Individuen zu beschreiben versuchen. In den meisten Fällen ist davon auszugehen, dass diese Äußerung vom Kommunikator nicht aus mangelndem Respekt dem Gegenüber geäußert wird. Jedoch kann dies beim Empfänger auf Unverständnis und Kränkung stoßen. Dabei ist der Kommunikator vermutlich nur ehrlich, wenn auch im Falle einer solchen Äußerung, unsensibel. Es scheint jedenfalls Gründe zugeben, weshalb Gesichter der eigenen Ethnie bzw. der Same Race (SR) besser erkannt und unterschieden werden als solche von fremden Ethnien bzw. der Other Race (OR). In der Wissenschaft ist dieses Phänomen unter anderem als Other-‚Race’-Effekt (ORE) bekannt und wird bereits seit über 50 Jahren erforscht (Allport, 1954; Malpass & Kravitz, 1969). Der ORE gehört zu den am erfolgreichsten replizierten und robustesten Phänomenen der Gesichtswahrnehmung (Meissner & Brigham, 2001) und wird in der Literatur unter verschiedenen Bezeichnungen aufgeführt. Unter anderem wird der ORE auch als Other-‚Race‘-Bias oder Cross-‚Race‘-Effect tituliert. Um sich jedoch mit der Mehrheit der Veröffentlichungen einheitlich zu zeigen, wurde sich bei dieser Arbeit für die Bezeichnung Other-‚Race‘-Effect entschieden.
Es steht außer Frage, dass Gesichter die wichtigsten visuellen Reize sind, die wir wahrnehmen. Gesichter erkennen zu können, gehört zu den am weitesten entwickelten visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten des Menschen (Haxby et al., 2000). Bereits Säuglinge zeigen beim Wahrnehmen ihrer Umgebung eine deutliche Präferenz für Gesichter. Sobald wir das Gesicht einer Person sehen, können wir daraus Schlüsse z. B. über ihre Ethnie, ihr Alter oder ihre Stimmung ziehen (Tsao & Livingstone, 2008). Unsere Fähigkeit Gesichter zu erkennen ist ein essenzieller Teil unserer alltäglichen zwischenmenschlichen Interaktionen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Gesichter im Kontext von sozialen Interaktionen betrachtet werden. Sie liefern eine Fülle von Informationen und sind, da wir Informationen auf unseren Kommunikationspartner abstimmen müssen, für das soziale Zusammenleben mit anderen unabdingbar (Haxby et al., 2000).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen des Other-'Race'-Effekts ein, beschreibt seine gesellschaftliche Relevanz und motiviert die Notwendigkeit einer konzeptuellen Intervention.
2. Theorie: Das Kapitel bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand der Gesichtserkennung und relevante Erklärungsmodelle zum ORE, wobei der Fokus auf dem konzeptuellen Ansatz liegt.
3. Methodik: Hier wird das experimentelle Studiendesign beschrieben, inklusive der Stichprobenbeschreibung, der verwendeten Stimuli, der Interventionsinstruktionen und der statistischen Vorgehensweise.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Daten zum Manipulationscheck sowie die inferenzstatistischen Analysen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5. Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch interpretiert, Limitationen der Studie diskutiert sowie theoretische und praktische Implikationen für die zukünftige Forschung abgeleitet.
Other-Race-Effekt, Gesichtserkennung, konzeptuelle Intervention, Wiedererkennungsleistung, Signalentdeckungstheorie, kognitive Verarbeitung, soziale Kategorisierung, Individuation, MENAT, psychologische Forschung, Instruktionseffekte, menschliche Wahrnehmung, semantisches Netzwerk, Fehlerraten, empirische Validität.
Die Arbeit untersucht, ob und wie der sogenannte Other-'Race'-Effekt (ORE) – die Schwierigkeit, Gesichter ethnischer Gruppen, die nicht der eigenen entsprechen, ebenso präzise wiederzuerkennen wie die eigene – durch eine konzeptuelle Lerninstruktion beeinflusst werden kann.
Die Arbeit befasst sich mit den Schnittstellen von Gesichtswahrnehmung, kognitiver Psychologie und sozialen Prozessen, insbesondere unter Berücksichtigung von konzeptuellen versus perzeptuellen Verarbeitungsansätzen.
Ziel ist es zu belegen, dass die Einbettung eines fremden Gesichts in ein semantisches Netzwerk durch die Frage nach individueller Ähnlichkeit zu bekannten Personen die Wiedererkennungsleistung verbessert.
Es wurde ein Online-Wiedererkennungstest in einem 2x2 faktoriellen Studiendesign durchgeführt, wobei die Daten inferenzstatistisch mittels gemischter ANOVAs und t-Tests analysiert wurden.
Der Hauptteil deckt theoretische Grundlagen der Gesichtserkennung (wie das Modell von Bruce & Young oder das CIM), die detaillierte Beschreibung der experimentellen Methodik sowie die Auswertung der erhobenen Testergebnisse ab.
Die Kernbegriffe umfassen den Other-'Race'-Effekt, konzeptuelle Intervention, Gesichtserkennung, Signalentdeckungstheorie (d') und die Unterscheidung von kategorialer bzw. individuierter Gesichtsverarbeitung.
Während die Kontrollgruppe lediglich angewiesen wurde, sich die Gesichter möglichst gut einzuprägen, erhielt die Interventionsgruppe die zusätzliche konzeptuelle Instruktion, bei jedem Gesicht individuell zu hinterfragen, wem dieses Gesicht aus dem eigenen Bekanntenkreis ähnelt.
Der Autor schlussfolgert, dass die konzeptuelle Intervention einen direkten Einfluss auf die Verarbeitung von Gesichtern hat und dazu beitragen kann, den ORE zu verringern, auch wenn die beobachteten Effektstärken in dieser speziellen Untersuchung eher gering ausfielen.
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