Hausarbeit, 2020
20 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das informelle Lernen
2.1 Das informelle Lernen am Beispiel von Jugendkulturen
3. Die Handlungstheoretischen Ansätze
3.1 Der handlungstheoretisch-kybernetische Ansatz
3.2 Die Handlungsregulationstheorie
4. Das informelle Lernen und die handlungstheoretischen Ansätze
4.1 Das informelle Lernen und der handlungstheoretisch-kybernetischen Ansatz
4.2 Das informelle Lernen und die Handlungsregulationstheorie
4.3 Diskussion und Ergebnisse
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des informellen Lernens im Kontext lebenslangen Lernens und setzt dieses in Beziehung zu zwei maßgeblichen handlungstheoretischen Ansätzen: dem handlungstheoretisch-kybernetischen Ansatz und der Handlungsregulationstheorie. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Interpretation und Einbeziehung informeller Lernprozesse innerhalb dieser Modelle aufzuzeigen.
3.1 Der handlungstheoretisch-kybernetische Ansatz
Miller, Galanter und Pribram (vgl. 1973, S. 21) suchten zur Steuerung von Handlungen nach der Beschreibung der inneren Vorgänge eines Lebenswesens. Um Verhalten beschreiben zu können, bezogen sie sich auf die Linguistik und die Verhaltensforschung, in welchen Verhalten synchron auf unterschiedlichen Komplexitätsebenen organisiert ist der hierarchischen Verhaltensorganisation (vgl. ebd., S. 24). Mit der hierarchischen Verhaltensorganisation geht der Begriff „Plan“ einher (vgl. ebd., S. 25). Ein Plan sorgt dafür, dass entsprechende Handlungen aufeinanderfolgen, es existiert eine Rangfolge von Anweisungen, wodurch sich Lebewesen in dieser Hinsicht nicht wesentlich von Computern unterscheiden (vgl. ebd., S. 25). Diese hierarchische Struktur bildet das Muster des Aufbaus menschlichen Problemlösens (vgl. ebd., S. 26). Die besonderen Charakteristika von Plänen sind, dass ihr Ausführen nicht sichtbar ist, mit Plänen Informationen angehäuft und verändert werden können und dass sie zum Lenken von Handlungen genutzt werden können (vgl. ebd., S. 26).
Ein weiterer Begriff, welcher mit der hierarchischen Verhaltensorganisation einhergeht, ist der Begriff „Bild“ (vgl. Miller et al 1973, S. 27). In einem Bild befindet sich das ganze angesammelte und organisierte Wissen eines Lebewesens, welches es über seine Umwelt und sich selbst akkumuliert hat (vgl. ebd., S. 27).
Mit dem Begriff „Rückkopplungskreis“ führten Miller, Galanter und Pribram (vgl. 1973, S. 24) eine grundlegende Änderung in der Beschreibung von Verhalten ein. Der Rückkopplungskreis löst den Reflex als Tatsache ab (vgl. ebd., S. 24). Der Begriff des Rückkopplungskreises ist auf die kybernetische Hypothese zurückzuführen (vgl. ebd., S. 34), welche besagt, dass durch das Prinzip der Rückkopplung eine Anpassung an die sich ständig ändernde Umwelt geschieht, um ein vorher verfasstes Ziel zu erreichen (vgl. Perkmann 2012, S. 12).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des lebenslangen Lernens ein und formuliert das Ziel, die Bedeutung des informellen Lernens für handlungstheoretische Ansätze zu analysieren.
2. Das informelle Lernen: Dieses Kapitel definiert informelles Lernen als ein in Lebens- und Arbeitswelten stattfindendes Lernen und beleuchtet dessen Bedeutung sowie Besonderheiten am Beispiel von Jugendkulturen.
3. Die Handlungstheoretischen Ansätze: Hier werden der handlungstheoretisch-kybernetische Ansatz (mit Fokus auf das TOTE-Modell) sowie die Handlungsregulationstheorie hinsichtlich ihrer kognitionspsychologischen Grundlagen erläutert.
4. Das informelle Lernen und die handlungstheoretischen Ansätze: Dieses Kapitel vergleicht die zwei theoretischen Modelle anhand der zuvor extrahierten Merkmale informellen Lernens, um Vorteile und Limitationen der Ansätze in diesem Kontext aufzuzeigen.
5. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass die Einbeziehung bzw. Nicht-Berücksichtigung informeller Lernprozesse in den Modellen unterschiedliche Auswirkungen auf Bildungschancen haben kann.
Informelles Lernen, Lebenslanges Lernen, Handlungstheorie, TOTE-Modell, Handlungsregulationstheorie, Kompetenzentwicklung, Kognitionspsychologie, Jugendkulturen, Erfahrungslernen, Arbeitshandeln, Rückkopplungskreis, Bildungskarriere, Zielorientierung, Selbststeuerung, Arbeitswelt
Die Arbeit untersucht, wie informelles Lernen im Rahmen von zwei zentralen handlungstheoretischen Modellen verstanden und eingeordnet werden kann.
Den Schwerpunkt bilden das informelle Lernen in Lebens- und Arbeitswelten, handlungstheoretisch-kybernetische Ansätze sowie die Handlungsregulationstheorie.
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Unterschiede lassen sich zwischen dem handlungstheoretisch-kybernetischen Ansatz und der Handlungsregulationstheorie in Bezug auf das informelle Lernen aufzeigen?“
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische, theorievergleichende Methode, um die beiden Ansätze anhand der Merkmale des informellen Lernens kritisch zu analysieren.
Neben der Definition und Einordnung von informellem Lernen werden die theoretischen Modelle detailliert vorgestellt und anschließend auf ihre Kompatibilität mit den Merkmalen informellen Lernens hin untersucht.
Zentrale Begriffe sind informelles Lernen, TOTE-Modell, Handlungsregulationstheorie, Handlungskompetenz und lebenslanges Lernen.
Der handlungstheoretisch-kybernetische Ansatz lässt sich eher mit informellen Wissensaneignungsprozessen, wie sie in Jugendkulturen vorkommen, in Verbindung bringen, während die Handlungsregulationstheorie diese spezifische Lebenswelt weitgehend unberücksichtigt lässt.
Werden informelle Vorerfahrungen und Kompetenzen aus Jugendkulturen nicht in formale Bildungsprozesse integriert, kann dies ungleiche Startchancen beim Berufseinstieg zur Folge haben.
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