Masterarbeit, 2023
121 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Gegenstand der Arbeit
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Thematische Abgrenzung
1.4 Methodik und Überblick über die Arbeit
2 Begriff der positiven Nachhaltigkeit
2.1 Historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffes
2.2 Modelltheoretische Nachhaltigkeit
2.3 Synthese der Nachhaltigkeitsdefinitionen
3 Analyse bestehender Nachhaltigkeits-Screening-Modelle
3.1 Besonderheiten des Finanzsektors
3.2 Vielfältigkeit der Screening-Methoden in der Praxis
3.2.1 BlackRock
3.2.2 Principles for Responsible Investment
3.2.3 Svenska Handelsbanken
3.2.4 Nordic Investment Bank
3.3 Erkenntnisgewinn
4 Entwicklung eines holistischen Nachhaltigkeits-Screening-Modells
4.1 Anwendungsbereich und Zielsetzung
4.2 Einordnung des Nachhaltigkeitsverständnisses
4.3 Beschreibung des Screening Prozesses
4.3.1 Analyse der Geschäftsmodelle
4.3.2 Überprüfung der Strategien
4.3.3 Nachgelagerte Kontrolle
5 Praktische Anwendung des holistischen Nachhaltigkeits-Screenings-Modells auf den norwegischen Aktienindex OBX
5.1 Indexauswahl und Vorstellung des norwegischen Aktienindex
5.2 Analyse der Geschäftsmodelle
5.3 Überprüfung der Strategien und nachgelagerte Kontrolle
6 Synthese und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, eine einheitliche Definition von positiver Nachhaltigkeit zu erarbeiten und basierend darauf die Forschungshypothese zu prüfen, ob bestehende Nachhaltigkeits-Screening-Modelle für Unternehmen zur Bewertung positiver Nachhaltigkeit geeignet sind. Daraus folgend wird ein neues, holistisches Screening-Modell entwickelt, das zu einer vertrauenswürdigen Bewertung beiträgt und Greenwashing unterbindet.
3.1 Besonderheiten des Finanzsektors
Nachdem nun ein einheitliches Verständnis für den Begriff der positiven Nachhaltigkeit geschaffen wurde, soll dieses Kapitel dazu dienen dem Leser einen Einblick in die Methodik der Nachhaltigkeits-Screening-Modelle in dem Finanzsektor zu gewähren. Wie in der Einleitung bereits beschrieben wurde, ist insbesondere die Nachhaltigkeit im Finanzsektor kritisch zu bewerten. Es existiert eine Vielzahl an Methoden, die Unternehmen auf Nachhaltigkeit überprüfen sollen.
Diese liefern teils sogar widersprüchliche Ergebnisse. Diese Ergebnisse entstehen oftmals, obwohl die gleiche Art und Weise des Screenings angewendet wurde, jedoch anderen Kriterien für die Beurteilung genutzt wurden. Die wichtigsten Methoden sollen deshalb im Folgenden theoretisch beschrieben werden, um dann im nächsten Kapitel dieses Verständnis zu nutzen, um die Heuristiken großer Finanzakteure analysieren zu können.
Anhand der Abb. 6 lässt sich bereits erkennen, welche Methoden am häufigsten eingesetzt werden. Diese sollen im Folgenden näher erläutert werden. Am geläufigsten ist die Methode des negativen Screenings, also das Filtern nach Ausschlusskriterien genannt. Negativscreening bedeutet, dass Unternehmen ausgeschlossen werden, die bestimmte, vorab festgelegte soziale, ökologische o. Ä. Kriterien nicht erfüllen. Meist verwenden die Investoren dafür große Indizes wie den S&P500 oder den MSCI World, aus welchen dann die Unternehmen gefiltert werden. Diese Kriterien können sowohl qualitativ als auch quantitativ sein. Ein Beispiel hierfür kann der Ausschluss von Unternehmen sein, die in der Waffen- oder in der Tabakindustrie tätig sind. Oft werden solche Listen dafür genutzt, um bestimmte Branchen aus den Indizes auszuschließen.
1 Einleitung: Beschreibt den Anstieg nachhaltiger Geldanlagen, die Problematik des Greenwashings und legt das Ziel fest, ein neues Screening-Modell zu entwickeln.
2 Begriff der positiven Nachhaltigkeit: Erläutert die historische Entwicklung und theoretische Nachhaltigkeitsmodelle, um daraus eine einheitliche Definition der positiven Nachhaltigkeit zu synthetisieren.
3 Analyse bestehender Nachhaltigkeits-Screening-Modelle: Analysiert gängige Screening-Methoden von Finanzakteuren wie BlackRock und PRI sowie nordischen Instituten und zeigt deren Defizite auf.
4 Entwicklung eines holistischen Nachhaltigkeits-Screening-Modells: Definiert den Anwendungsbereich, das Nachhaltigkeitsverständnis und beschreibt den dreistufigen Screening-Prozess.
5 Praktische Anwendung des holistischen Nachhaltigkeits-Screenings-Modells auf den norwegischen Aktienindex OBX: Validiert das entwickelte Modell anhand eines konkreten Aktienindex und diskutiert Limitationen.
6 Synthese und Ausblick: Fasst die Erkenntnisse zur Verifizierbarkeit der Hypothese zusammen und bietet einen Ausblick auf die Rolle des Finanzsektors bei der Entwicklung einer Postwachstumsökonomie.
Positive Nachhaltigkeit, Greenwashing, Nachhaltigkeits-Screening, Finanzkapitalister, Postwachstumsökonomie, SDG, Ökozentrismus, Finanzsektor, Aktienindex, ESG, Negativscreening, Positivscreening, Impact Investing, Corporate Engagement, Transformation.
Die Arbeit untersucht kritisch bestehende Nachhaltigkeits-Screening-Modelle im Finanzsektor, da viele dieser Modelle trotz gegenteiliger Behauptungen keinen Beitrag zu echter, positiver Nachhaltigkeit leisten, sondern oft Greenwashing ermöglichen.
Die zentralen Felder sind die Definition von positiver Nachhaltigkeit, die Analyse von Screening-Methoden bei verschiedenen Finanzinstitutionen sowie die Entwicklung eines ganzheitlichen Bewertungsmodells für nachhaltige Investitionen.
Das Ziel ist die Prüfung der Hypothese, dass derzeitige Nachhaltigkeits-Screening-Modelle zur Bewertung positiver Nachhaltigkeit ungeeignet sind, und die anschließende Entwicklung eines holistischen Modells, das eine zuverlässigere Bewertung ermöglicht.
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung sowie eine dialektische Betrachtungsweise, um bestehende Modelle zu analysieren. Zudem erfolgt eine Validierung des selbst entwickelten Modells an einem praktischen Fallbeispiel (norwegischer Aktienindex OBX).
Im Hauptteil werden zunächst das theoretische Konzept der Nachhaltigkeit erarbeitet, gefolgt von einer kritischen Analyse der Praxis bei Akteuren wie BlackRock und nordischen Banken, um darauf aufbauend ein neues, holistisches Screening-Modell zu entwickeln und praktisch anzuwenden.
Die zentralen Begriffe umfassen Positive Nachhaltigkeit, Greenwashing, Postwachstumsökonomie, Ökozentrismus sowie verschiedene Screening-Methoden wie Negativ-, Positiv- und Best-in-Class-Ansätze.
Die Analyse zeigt, dass nordische Banken eigene, transparentere und strengere Screening-Prozesse integrieren, die aktiv auf die SDG ausgerichtet sind, während bei BlackRock die Verantwortung oft an Dritte ausgelagert wird und die Kriterien für eine echte positive Nachhaltigkeit zu vage bleiben.
Die Postwachstumsökonomie dient als zukunftsorientierter Rahmen des neuen Modells. Um wahre Nachhaltigkeit zu erreichen, reicht Effizienzsteigerung allein nicht aus; das Modell zielt daher auf die Förderung von Geschäftsmodellen ab, die eine materielle Kontraktion unterstützen, wie etwa Kreislaufwirtschaft oder Second-Hand-Plattformen.
Das Modell ist als Heuristik konzipiert, die für Privatanleger anwendbar sein soll. Die Arbeit stellt jedoch fest, dass die detaillierte Analyse der Geschäftsberichte zeitintensiv ist, weshalb bei einer größeren Anzahl an Aktien die Abgabe der Stimmrechte an verantwortungsvolle Dritte, wie Anlegerschutzvereine, empfohlen wird.
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