Bachelorarbeit, 2009
36 Seiten, Note: 1
Einleitende Worte
1 Assoziierungsabkommen von Ankara
2 Über die Kopenhagener Kriterien
3 Verschiedene Auslegungen des Minderheitenbegriffs
3.1 Minderheitenbegriff im Osmanischen Reich
3.2 Minderheitenbegriff in der Türkei
3.3 Minderheitenbegriff in Europa
3.3.1 Die LazInnen
3.3.2 Die GeorgierInnen
3.3.3 Die Roma
4 Pro und Kontra einer eventuellen türkischen EU-Mitgliedschaft
4.1 Vorteile der türkischen EU-Mitgliedschaft aus türkischer Sicht
4.2 Vorteile der türkischen EU-Mitgliedschaft aus europäischer Sicht
4.2.1 Zusammenarbeit durch Überwindung religiöser und kultureller Konflikte
4.2.2 Signalwirkung auf die restliche islamische Welt
4.2.3 Garant der Friedenssicherung
4.2.4 Zukünftige demografische Entwicklung der EU
4.3 Nachteile der türkischen Mitgliedschaft aus türkischer Sicht
4.4 Nachteile der türkischen EU-Mitgliedschaft aus europäischer Sicht
4.4.1 Sicherheit
4.4.2 Menschenrechte
4.4.3 Integration
4.4.4 Kosten
5 Die Rolle der Türkei in ihrem Umfeld
5.1 Geostrategische und -politische Bedeutung der Türkei
5.2 Energieträgerin zwischen dem Kaspischen Meer und Europa
5.3 Vermittlerrolle und Vorbildfunktion im Nahen Osten
6 Stereotype in der EU bezüglich der Türkei
6.1 Stereotype
6.1.1 TürkInnen in Europa
6.1.2 Islam und Christentum – Ist die EU ein ChristInnenverein?
6.1.3 Geografische Lage – Wo sind die Grenzen Europas?
6.1.4 Soziökonomische Aspekte
6.2 Doppelzüngigkeiten der EU
6.2.1 Volksabstimmungen
6.2.2 Aufnahmekapazitäten
6.2.3 Privilegierte Partnerschaft
7 Bedeutsame Kernproblematiken in der Türkei
7.1 Das KurdInnenproblem und die PKK
7.2 Der Zypernkonflikt
7.3 Die Rolle des Militärs – Hüter der Republik
8 Persönliches Schlussresümee
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die komplexe und langwierige Beziehung zwischen der Türkei und der Europäischen Union mit dem Ziel zu klären, wer von beiden Akteuren den anderen dringender benötigt. Dabei wird analysiert, wie sich historische Entwicklungen, Minderheitenfragen, geostrategische Interessen und demografische Herausforderungen auf die Beitrittsdebatte auswirken.
5.1 Geostrategische und -politische Bedeutung der Türkei
Ein Blick auf die Landkarte genügt, um festzustellen, dass die Türkei an der Schnittstelle zwischen Nahem Osten, Kaukasus und Südosteuropa liegt. Durch diese geografisch äußerst günstige Lage kann das Land mit dem Halbmond in der Flagge den westlichen Zugang zu dem als „strategische Energieellipse“ definierten Raum kontrollieren. Dieser wird im Osten von Afghanistan und Zentralasien begrenzt und seinen Hauptscheitel bilden das Kaspische Meer und der Persische Golf.
Global gesehen ist diese Region von Bedeutung, da sich hier knapp sieben Zehntel der weltweiten Energiequellen befinden. Nach den terroristischen Anschlägen vom 11. September 2001 rückten dieses Gebiet und seine Randgebiete unter sicherheitspolitischen Betrachtungsweisen als Schauplatz des weltweiten Territoriums, in den Dreh- und Angelpunkt der Weltpolitik.
Der Irakkrieg 2003, der als „Wendepunkt des regionalen Sicherheits- und Stabilitätssystems“ gilt, brachte eine Zunahme des internationalen Interesses mit sich. Da die Türkei in ihrem geostrategischen und -politischen Umfeld so wichtig ist, könnte sie in den bevorstehenden Jahrzehnten im Mittelpunkt „europäischer und amerikanischer Ordnungsbemühungen“ stehen. Da in dieser Region die Türkei der einzige islamisch geprägte Staat mit einer einigermaßen stabilen (wenn auch mit Defiziten behafteten) Demokratie ist, kann sie im Demokratisierungsprozess der angrenzenden Nachbarstaaten gewiss eine Vorbildrolle übernehmen.
1 Assoziierungsabkommen von Ankara: Dieses Kapitel erläutert die historischen Anfänge der vertraglichen Beziehungen zwischen der Türkei und der EWG seit 1963.
2 Über die Kopenhagener Kriterien: Hier werden die politischen und wirtschaftlichen Beitrittsvoraussetzungen definiert, die ein Staat erfüllen muss, um EU-Mitglied zu werden.
3 Verschiedene Auslegungen des Minderheitenbegriffs: Das Kapitel vergleicht das Minderheitenverständnis im Osmanischen Reich und der modernen Türkei mit den europäischen Standards.
4 Pro und Kontra einer eventuellen türkischen EU-Mitgliedschaft: Es werden die gegensätzlichen Positionen beleuchtet, inklusive wirtschaftlicher, sicherheitspolitischer und demografischer Argumente.
5 Die Rolle der Türkei in ihrem Umfeld: Dieses Kapitel thematisiert die geostrategische Bedeutung der Türkei als Brückenstaat sowie ihre Funktion als Energielieferant.
6 Stereotype in der EU bezüglich der Türkei: Eine kritische Untersuchung über Vorurteile und die als doppelzüngig wahrgenommene Haltung der EU gegenüber der Türkei.
7 Bedeutsame Kernproblematiken in der Türkei: Hier werden interne Herausforderungen wie die Kurdenfrage, der Zypernkonflikt und die Rolle des Militärs behandelt.
8 Persönliches Schlussresümee: Der Verfasser fasst seine Erkenntnisse zusammen und bezieht dezidiert Stellung gegen einen EU-Beitritt bei gleichzeitiger Fortführung der Verhandlungen.
Türkei, Europäische Union, EU-Beitritt, Ankara-Abkommen, Kopenhagener Kriterien, Minderheitenbegriff, Geopolitik, Energieträgerin, Nahostkonflikt, Kurdenfrage, Zypernkonflikt, Militär, Kemalismus, Doppelzüngigkeit, Integration.
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Beziehung zwischen der Türkei und der EU, wobei untersucht wird, inwieweit ein Beitritt für beide Seiten vorteilhaft oder problematisch ist.
Neben historischen Verträgen stehen Minderheitenrechte, geostrategische Interessen, demografische Aspekte und die Rolle der Türkei im Nahen Osten im Mittelpunkt.
Die zentrale Frage lautet, wer von den beiden Hauptakteuren, der Türkei oder der EU, den jeweils anderen dringender benötigt.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Hintergründe, aktuelle Umfragedaten und Expertenmeinungen zu geopolitischen Fragestellungen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Beitrittsvoraussetzungen, eine Analyse der Vor- und Nachteile eines Beitritts sowie eine tiefgehende Betrachtung der Rolle der Türkei als geostrategischer Akteur.
Kernbegriffe sind EU-Beitritt, Türkei, Geopolitik, Minderheitenrechte, Zypernkonflikt und Energieträgerschaft.
Die Armee betrachtet die Beitrittsbemühungen mit Skepsis und sieht sich selbst als Hüterin der laizistischen Republik, wobei sie kulturelle und nationale Interessen vor EU-Forderungen stellt.
Der Verfasser lehnt diese als unzureichende Alternative ab, da sie keine Mitspracherechte bietet und die geopolitische Realität ignoriert.
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