Diplomarbeit, 2009
165 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Straßenkinder in Deutschland
2.1 Straßenkind – Welche Bedeutung und Problematik steckt hinter dem Begriff?
2.2 Der Weg zum Straßenkind - Ursachen und Hintergründe
2.2.1 Rolle der Familie
2.2.2 Sozioökonomische Ursachen
2.2.3 Auswirkungen des gesellschaftlichen Wertewandels
2.2.4 Theoretische Erklärungsansätze
2.3 Die Problematik von Zahlen & Fakten
2.4 Skizzierung der Straße als Lebens- und Handlungsraum
2.4.1 Verortung der Straßenkinder
2.4.2 Bedeutung und Anziehungskraft der Straße
2.4.3 Alltagsgeschehen - Lebensweisen und Anforderungen
2.4.4 Faktor Gesundheit
2.4.5 Ängste und Gewalt im Alltag der Kinder
2.4.6 Sehnsüchte und Zukunftswünsche
2.4.7 Im Spiegel der gesellschaftlichen Reaktionen
2.5 Zusammenfassung
3 Straßenkinder in Ländern der Dritten Welt
3.1 Begriffserläuterungen
3.1.1 Kambodscha als ein Dritte Welt Land
3.1.2 Definition ‚Straßenkind‘
3.1.3 Begriffsunterschiede und –gemeinsamkeiten im nationalen und internationalen Kontext
3.2 Ursachen und Hintergründe zur Lebensmittelpunktverlagerung
3.2.1 Rolle der Familie
3.2.2 Sozioökonomische Ursachen
3.2.3 Theoretische Erklärungsansätze zur Entstehung
3.3 Skizzierung des Lebens- und Handlungsraums ‚Straße‘
3.3.1 Verortung der Straßenkinder
3.3.2 Bürgersteigkultur - Bedeutung und Anziehungskraft der Straße
3.3.3 Charakteristika von Straßenkindern
3.3.4 Alltagsgeschehen und Überlebensstrategien
3.3.5 Im Spiegel der gesellschaftlichen Reaktionen
3.4 Zusammenfassung
4 Hilfesysteme
4.1 Jugendhilfe für Straßenkinder in Deutschland
4.2 Straßensozialarbeit in der Dritten Welt
4.3 Anforderungen, Problematiken & relevante Aspekte
4.3.1 in Deutschland
4.3.2 im internationalen Kontext
4.4 Herausforderung ‚Bildung‘ und ‚Aufklärung‘ in der Dritten Welt
5 Kinderrechte
5.1 Rechte des Kindes - UN-Kinderrechtskonvention
5.2 Kritische Betrachtung der Kinderrechte im internationalen Kontext
6 Kritische, vergleichende Betrachtung
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit vergleicht das Handlungsfeld der Straßensozialarbeit mit Straßenkindern in Deutschland und in Ländern der Dritten Welt, unter besonderer Berücksichtigung Kambodschas, um Parallelen sowie Unterschiede in den Lebenswelten und den darauf reagierenden Hilfesystemen zu identifizieren und kritisch zu beleuchten.
2.4.2 Bedeutung und Anziehungskraft der Straße
Die Szene bietet für viele Kinder einen attraktiven Anziehungspunkt. Oft wird sie als Notgemeinschaft oder eine Art Ersatzfamilie gesehen. Die Kinder suchen unter Gleichgesinnten das, was ihnen zu Hause verwehrt wurde: Das Gefühl von Integration und Zugehörigkeit, - der Weg auf die Straße als Akt der Befreiung. Die Gruppendynamik nimmt eine wesentliche Rolle in diesem Leben auf der Straße ein. Hier teilen Kinder und Jugendliche ihre Schicksale und haben zum Teil die gleichen oder ähnlichen Erfahrungen durchlebt. Viele fühlen sich endlich verstanden und erklären, im Rahmen gleichgestimmter Jugendlicher ihr Leben ohne Bevormundung ausleben zu können.
Durch solche Aussagen meint man leicht, die Bewohner der Straße glichen einer großen Familie. Durch Erfahrungen, die BRITTEN während seines Projektes auf der Straße machte, gewinnt man hingegen einen anderen Eindruck. Das Gruppenleben stellt sich hier nicht so harmonisch dar, wie angenommen wird. - „Oft nehmen sie sich gegenseitig nur aus (…) und wenn du mal etwas zu essen hast, fressen sie dir alles so schnell es geht weg.“
Die Straße wird von Experten jedoch nicht nur negativ beleuchtet. So wird die Straße auch durchaus als Lernort angesehen, der nach ZINNECKER mit Lerninstanzen wie Schule und Familie gleichgesetzt werden kann. Der Raum wird am meisten von Kindern und Jugendlichen im Alter von sechzehn bis achtzehn Jahren genutzt, eine Altersspanne, bei der die Entwicklung der Persönlichkeit vordergründig stattfindet. Auf der Straße werden bestimmte Kompetenzen erlernt, deren Erwerb durchaus einen positiven Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung ausüben kann. Auch seitens der Jugendlichen werden Vorteile genannt. „So in WGs oder besetzten Häusern lernt man auch Konflikte auszuhalten und abzupalavern.“ Durch die eigene Befreiung aus destruktiven Strukturen können sich Stärke und Selbstbewusstsein entwickeln. Anstatt sich an die gesellschaftlichen „Normalzustände“ anzupassen, muss man ‚lediglich‘ den Normen der Gruppe genügen.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Straßenkinder ein und stellt die Forschungsfrage nach der Vergleichbarkeit von Straßensozialarbeit in Deutschland und Ländern der Dritten Welt.
2 Straßenkinder in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet Ursachen, Lebensbedingungen und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Straßenkindern innerhalb Deutschlands.
3 Straßenkinder in Ländern der Dritten Welt: Hier werden die spezifischen Lebensumstände, Ursachen und die Rolle der Straße als Lebensraum in Entwicklungsländern, mit Fokus auf Kambodscha, analysiert.
4 Hilfesysteme: Es wird die konzeptionelle Gestaltung der Straßensozialarbeit in Deutschland und der Dritten Welt untersucht, inklusive methodischer Ansätze und der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
5 Kinderrechte: Die UN-Kinderrechtskonvention wird vorgestellt und ihre praktische Bedeutung sowie kritische Anwendung im internationalen Kontext hinterfragt.
6 Kritische, vergleichende Betrachtung: Eine vergleichende Analyse stellt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Arbeitsfelder gegenüber und diskutiert die Übertragbarkeit von Ansätzen.
7 Fazit: Die Arbeit resümiert die wesentlichen Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer länderspezifischen, lebensweltorientierten Sozialarbeit, die die Individualität der Straßenkinder ernst nimmt.
Straßenkinder, Straßensozialarbeit, Streetwork, Lebensweltorientierung, Kambodscha, Armut, Empowerment, Kinderrechte, Familienverhältnisse, Dritte Welt, Kinderarbeit, Sozialisation, Lebensraum, Überlebensstrategien, Jugendhilfe.
Die Diplomarbeit untersucht die Lebensumstände und die soziale Arbeit mit Straßenkindern, wobei ein direkter Vergleich zwischen Deutschland und Ländern der Dritten Welt, speziell Kambodscha, gezogen wird.
Zentrale Themen sind die Ursachen für das Leben auf der Straße, die Wahrnehmung dieses Phänomens durch die Gesellschaft, die Rolle der Familie sowie die methodischen Ansätze der Straßensozialarbeit.
Das Ziel ist es zu ergründen, inwieweit das Handlungsfeld der Straßensozialarbeit in Deutschland mit der Situation in Dritte-Welt-Ländern vergleichbar ist und ob angewandte Theorien und Methoden universell gültig sind.
Die Arbeit basiert auf einer intensiven Literaturanalyse sowie auf den persönlichen Auslandserfahrungen der Autorin in der Straßenkinderarbeit in Kambodscha.
Im Hauptteil werden sowohl die deutsche als auch die internationale Perspektive (Dritte Welt) detailliert analysiert, gefolgt von einer Darstellung der jeweiligen Hilfesysteme und einer kritischen, vergleichenden Betrachtung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Straßenkinder, Lebensweltorientierung, Straßensozialarbeit, Kambodscha, Armut und Empowerment charakterisiert.
Während in Deutschland vor allem Jugendliche über 14 Jahre betroffen sind, umfasst das Phänomen in Kambodscha auch viele jüngere Kinder, die teilweise noch in familiären Verbünden leben, jedoch gezwungen sind, auf der Straße zum Familieneinkommen beizutragen.
CCASVA arbeitet in Kambodscha nach sehr pragmatischen Ansätzen; Ziel ist es, den Kindern einen Moment der Normalität und Lebensfreude durch Beschäftigung zu bieten, anstatt sie durch bürokratische oder institutionelle Anforderungen zu überfordern.
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