Examensarbeit, 2009
57 Seiten, Note: 1,0
1. Die Carlo-Schmid-Oberschule
2. Meine Lerngruppe
2.1 Anfangszustand des Arbeits- und Sozialverhaltens
2.2 Prozentuale Verteilung in der Lerngruppe
2.2.1 Bewertung der Ergebnisse zum Arbeitsverhalten - Schlussfolgerung -
2.2.2 Bewertung der Ergebnisse zum Sozialverhalten - Schlussfolgerung -
2.2.3 Kritik an der Statistik - Schlussfolgerung -
2.3 Exemplarische Darstellung des Anfangszustandes an drei Schülern
2.4 Schlussfolgerung für die theoretische Schwerpunktsetzung
1. Die Adoleszenz - Die von den Schülern zu bewältigende Entwicklungsphase
1.1 Erschwerende Probleme während der Adoleszenz
1.2 Schlussfolgerung - Problem und Lösungsansatz -
2. Aufgabe der Schule nach dem Schulgesetz
1. Trainingsprogramm zur Förderung ausgewählter Arbeits- und Sozialkompetenzen
1.1 Zu den Begriffen Kompetenz, Fähigkeit, Fertigkeit
1.1.1 Ziele des Trainings
1.1.2 Selbstwirksamkeitstheorie nach Bandura
1.1.3 Oberstes Ziel des Trainingsprogramms - Handlungskompetenz -
1.2 Diagnostisches Verfahren des schulbasierten Vorgehens
1.3 Inhalte des schulbasierten Vorgehens
1.4 Vorherrschende Methode des Trainingsprogramms
1. Grundsätze des Faches Arbeitslehre
2. Vorherrschende Methoden des Faches Arbeitslehre
3. Pflichtbereich Berufs- und Bildungsorientierung
4. Standards und Kompetenzen
5. Schlussfolgerung für die Schwerpunktsetzung
1. Bewertungskriterien zur Überprüfung des Trainingsprogramms
1.1 Effektkontrolle
1.2 Durchführbarkeit
1. Bewertungen bei der Planung
2. Alternativen und Entscheidungen zur Problembehebung
3. Auswertung der Selbsteinschätzungstests vor dem Training
3.1 Lerngruppe
3.2 Schüler X, Y, Z
3.3 Vor- und Nachteile der Brauchbarkeit
4. Unterrichtseinheit
5. Modul 2: Beruf und Zukunft - Original nach Trainingsprogramm -
6. Vorgenommene Modifikation
6.1 Verlaufsplan
6.2 Effektivität des Moduls
6.2.1 Lerngruppe
6.2.2 Schüler X, Y, Z
6.3 Durchführbarkeit des Moduls
7. Endzustand
7.1 Endzustand des Arbeitsverhaltens versus Anfangszustand - Schlussfolgerung -
7.2 Endzustand des Sozialverhaltens versus Anfangszustand - Schlussfolgerung -
7.3 Kritik an der Statistik - Schlussfolgerung -
7.4 Verhaltensveränderungen bei Schüler X, Y, Z
8. Selbsteinschätzungstests des Trainings versus Fremdeinschätzung des Endzustands
8.1 Lerngruppe
8.2 Schüler X, Y, Z
9. Schlussfolgerung
10. Bewertungen bei der Auswertung
1. Zur Effektivität
2. Zur Durchführbarkeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Eignung eines spezifischen Trainingsprogramms zur Förderung der Arbeits- und Sozialkompetenzen bei Schülern einer 9. Klasse an einer Berliner Brennpunktschule zu prüfen. Im Fokus steht dabei, wie durch die Erprobung modifizierter Module dieses Trainings die Handlungskompetenz der Schüler gestärkt und die Herausforderungen der Adoleszenz pädagogisch unterstützt werden können.
1. Die Carlo-Schmid-Oberschule
Die Carlo-Schmid-Oberschule ist eine Brennpunktschule und gehört offiziell zu dem Einzugsgebiet Herrstraße Nord in Berlin Spandau. Unterstützungsmaßnahmen unterschiedlicher Art werden über das Stadtteilmanagement durch den „Europäischen Sozialfond“ (ESF) finanziert. Brennpunktschulen sind u.a. dadurch gekennzeichnet, dass sie „[…] in einem schwierigen, konfliktbeladenen Wohnumfeld liegen, in dem schlechte Wohnverhältnisse, familiäre Probleme, aber auch strukturelle Probleme wie Arbeitslosigkeit oder finanzielle Probleme der Familien überdurchschnittlich häufig vorhanden sind.“ Die Schüler solcher Schulen befinden sich in benachteiligten Lebenslagen. Ihnen fehlt es an familiärer Unterstützung. Häufig sind die Schulen mit interkulturellen Konflikten und Integrationsproblemen von jungen Migranten und Migrantinnen konfrontiert. Besondere Probleme stellen die Gewaltbereitschaft und die Schulverweigerung der Schüler dar, sodass eine hohe Anzahl von Kriseninterventionen seitens der Lehrkräfte, eine häufige Inanspruchnahme von Hilfsinstitutionen und ein hoher Beratungsbedarf durch den psychologischen Dienst vonnöten sind.
Werden die Statistiken zu der Entwicklung der Abschlüsse an der Carlo-Schmid-Oberschule herangezogen, so zeigt sich, dass am Ende des Schuljahres 2007/08 162 Schüler einen Abschluss erhielten. Davon erhielten 22 % einen Hauptschulabschluss, 41,5 % einen erweiterten Hauptschulabschluss, 18,5 % einen Realschulabschluss und 18 % die Berechtigung zum Aufstieg an die Oberstufe. In dieser Statistik sind aber die Schüler ohne Abschluss nicht berücksichtigt. 33 Schüler haben die Schule ohne einen Abschluss abgebrochen, davon 25 mit nicht deutscher Herkunft.
Die Statistiken verdeutlichen das Problem in einer Brennpunktschule. Neben der sozialen, familiären und strukturellen Benachteiligung der Kinder und Jugendlichen steht die Perspektivlosigkeit und damit einhergehend die Gewaltbereitschaft und Destruktivität. Selbst die Schüler mit einem einfachen oder erweiterten Hauptschulabschluss können oft die Anforderungen unserer wirtschaftlich geprägten Leistungsgesellschaft nicht erfüllen.
Kapitel I: Schule und Lerngruppe: Zentrale Problemstellung: Darstellung der Ausgangslage an der Carlo-Schmid-Oberschule und Analyse des Arbeits- und Sozialverhaltens der Lerngruppe.
Kapitel II: Theorie: Problemursachen: Untersuchung der Entwicklungsphase Adoleszenz und deren Herausforderungen für Schüler an Brennpunktschulen.
Kapitel III: Theorie: Lösung: Vorstellung des gewählten Trainingsprogramms zur Förderung von Arbeits- und Sozialkompetenzen sowie der zugrunde liegenden Kompetenzbegriffe.
Kapitel IV: Bezug zum Rahmenlehrplan Arbeitslehre: Einordnung der Trainingsinhalte in die Anforderungen und Kompetenzziele des Berliner Rahmenlehrplans.
Kapitel V: Bewertungskriterien: Definition der Kriterien zur Überprüfung der Effektivität und Durchführbarkeit des gewählten Trainings.
Kapitel VI: Praxis: Planungs-, Durchführungs- und Auswertungsphase: Dokumentation der praktischen Umsetzung, der Modifikationen und der Ergebnisse der Lerngruppe sowie exemplarischer Schüler.
Kapitel VII: Bewertung des Trainingsprogramms: Abschließende Reflexion über den Erfolg des Trainings und die Praktikabilität im Schulalltag.
Adoleszenz, Arbeitskompetenz, Sozialkompetenz, Brennpunktschule, Training mit Jugendlichen, Handlungskompetenz, Modifikation, Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung, Unterrichtsentwicklung, Leistungsbereitschaft, Selbstwirksamkeit, Schulpraxis, Arbeitslehre, Prävention.
Die Arbeit untersucht, ob ein präventives Trainingsprogramm zur Förderung von Arbeits- und Sozialkompetenzen effektiv und praktikabel in einer 9. Klasse einer Berliner Brennpunktschule eingesetzt werden kann.
Im Zentrum stehen die Bewältigung der Adoleszenz, die Förderung von Arbeits- und Sozialverhalten durch gezielte Module, die schulrechtliche Verankerung sowie die praktische Anwendbarkeit von Methoden wie dem Rollenspiel.
Das Ziel ist die Erprobung, Anpassung und Bewertung einzelner Module des Trainingsprogramms, um die Schüler in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihre Chancen für den Berufseinstieg zu verbessern.
Es wurde ein multimethodales Vorgehen gewählt, bestehend aus der Analyse von Zeugnisanlagen, Fremdeinschätzungen des Lehrers, Schülerbeobachtungen sowie Selbsteinschätzungstests der Schüler vor und nach der Durchführung.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen (Adoleszenz), die Beschreibung der gewählten Module, den Bezug zum Rahmenlehrplan Arbeitslehre sowie die detaillierte Planung, Durchführung und Auswertung der Praxiseinheiten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Adoleszenz, Handlungskompetenz, Sozialkompetenz, Brennpunktschule und Trainingsprogramm definieren.
Das ursprüngliche Einzeltrainingsprogramm wurde durch methodische Änderungen, wie die Arbeit im Sitzkreis und die Nutzung von Reflexionsplakaten, für eine Lerngruppe von 30 Schülern modifiziert.
Die intensive Auseinandersetzung mit den Selbsteinschätzungstests ermöglichte es dem Autor, individuelle Stärken und Defizite der Schüler präziser wahrzunehmen und darauf gezielter zu reagieren.
Das Training ist als präventive Maßnahme zu empfehlen, da es die Handlungskompetenz fördert, jedoch sind für den praktischen Einsatz in der Schule spezifisch zugeschnittene Lehrerhilfen und eine Reduktion des Zeitaufwands notwendig.
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