Diplomarbeit, 2009
110 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1. Ausgangssituation und Zielsetzung
1.2. Methodik und Aufbau
2. Die Stationen der Europäisierung
2.1. Die Konferenz von Lissabon
2.2. The Copenhagen Declaration
2.3. Das Kommuniqué von Maastricht
2.4. Exkurs: The Budapest Conference
2.5. Das Kommuniqué von Helsinki
2.6. The Bordeaux Communiqué
3. Die Leistungspunktesysteme der allgemeinen und der beruflichen Bildung
3.1. Das Leistungspunktesystem der allgemeinen Hochschulbildung ECTS
3.2. Das Leistungspunktesystem der beruflichen Bildung ECVET
3.3. Das Deutsche Leistungspunktesystem d. beruflichen Bildung DECVET
3.4. Gegenseitige Anrechnungsmöglichkeiten
4. Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR)
4.1. Konstruktion des Metarahmens EQR
4.2. Zielsetzungen im europäischen und nationalen Kontext
4.3. Funktionsprinzip auf europäischer Ebene
5. Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR)
5.1. Struktur des nationalen Orientierungsinstruments DQR
5.2. Bildungsbereichsübergreifende Zielsetzung
5.3. Funktionsprinzip auf nationaler Ebene
6. Der DQR im Aspekt der deutschen Berufsbildung
6.1. Input-/Output-Orientierung versus Outcome-Orientierung
6.2. Modernes Berufsprinzip contra Modularisierung
7. Fazit und Desiderata
7.1. Zusammenfassung
7.2. Ausblick
Die Arbeit analysiert kritisch den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) und dessen Auswirkungen auf das deutsche Berufsbildungssystem. Ziel ist es, die Kompatibilität des DQR mit dem bewährten dualen System zu prüfen und dabei Chancen sowie Risiken in Bezug auf Transparenz, Durchlässigkeit und die Wahrung des Berufsprinzips zu identifizieren.
2.2. The Copenhagen Declaration
Die entscheidende Station, um bei dem Begriff zu bleiben, für die Berufsbildung in Europa ist die im November 2002 abgehaltene Konferenz in Kopenhagen, welche die Notwendigkeit und die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hervorhob und bekräftigte. Im Rahmen des Prozesses, dessen elementarer Bestandteil ist, kamen die für die Berufsbildung zuständigen europäischen Minister, die Sozialpartner und die Europäische Kommission zusammen. Die angesprochene Bedeutung manifestiert sich bereits in den einleitenden Sätzen der abschließenden Deklaration, wo geschrieben steht, dass „education and training has come to play a decisive role in creating the future European society. Economic and social developments in Europe over the last decade have increasingly underlined the need for a European dimension to education and training“ (European Commission 2002, S. 1). Dabei wurde auch auf die Vergrößerungen der Europäischen Union in der Vergangenheit und den damit einhergehenden Herausforderungen der Implementierung hingewiesen und zudem auch mögliche zukünftige Beitrittsstaaten zur Zusammenarbeit von Beginn an aufgefordert.
1. Einleitung: Darlegung der Problemsituation der Berufsbildung in Europa und Deutschland sowie Definition der methodischen Herangehensweise.
2. Die Stationen der Europäisierung: Analyse der europäischen bildungspolitischen Versammlungen und Beschlüsse, die den Weg zum Europäischen Qualifikationsrahmen ebneten.
3. Die Leistungspunktesysteme der allgemeinen und der beruflichen Bildung: Untersuchung von ECTS, ECVET und DECVET als Instrumente zur Leistungsbewertung und zur Förderung von Transparenz.
4. Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR): Detailanalyse der Konstruktion, der Zielsetzungen und der Funktionsweise des europäischen Referenzrahmens.
5. Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR): Diskussion der Struktur und der Zielsetzungen des nationalen Pendants und dessen Einbettung in das deutsche Bildungssystem.
6. Der DQR im Aspekt der deutschen Berufsbildung: Kritische Auseinandersetzung mit der Outcome-Orientierung und dem Spannungsfeld zwischen Berufsprinzip und Modularisierung.
7. Fazit und Desiderata: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse sowie Skizzierung zukünftiger Herausforderungen und theoretischer Anforderungen.
Deutscher Qualifikationsrahmen, DQR, EQR, Europäisierung, Berufsbildung, ECVET, ECTS, Berufsprinzip, Modularisierung, Lernergebnisse, Transparenz, Durchlässigkeit, lebenslanges Lernen, Outcome-Orientierung, Kompetenzentwicklung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) vor dem Hintergrund der europäischen Bildungspolitik und deren Auswirkungen auf die deutsche Berufsbildung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung europäischer Qualifikationsinstrumente, den Leistungspunktesystemen ECTS und ECVET sowie der kritischen Diskussion um die Implementierung des DQR in Deutschland.
Das Ziel ist die Untersuchung des Einflusses des DQR auf das deutsche Berufsbildungssystem, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie nationale Besonderheiten wie das Berufsprinzip gewahrt bleiben können.
Es wird ein hermeneutischer Ansatz verfolgt, der Textanalysen, Dokumentationen sowie Gespräche mit relevanten Akteuren und Entscheidungsträgern umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Europäisierung, die Analyse technischer Instrumente (Credit-Systeme) und eine tiefgehende fachliche Debatte über Struktur und Funktionsweise des DQR.
Wichtige Begriffe sind DQR, EQR, Berufsprinzip, Modularisierung, Transparenz und Kompetenzorientierung.
Der Autor argumentiert, dass es im Vergleich zum deutschen Berufsprinzip erhebliche Nachteile aufweist, da es eher funktional auf spezifische Aufgaben ausgerichtet ist und sozialisierende sowie persönlichkeitsbildende Elemente vernachlässigt.
Sie gilt als notwendiger Paradigmenwechsel zur besseren Vergleichbarkeit von Lernergebnissen, birgt jedoch bei einseitiger Umsetzung die Gefahr, bestehende soziale Selektionsmechanismen eher zu manifestieren.
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