Masterarbeit, 2023
140 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung der Scham
2.1.1 Schamformen
2.1.1.1 Körperscham
2.1.1.2 Soziale Scham
2.1.1.3 Verwandte Gefühle
2.1.1.4 Scham als passive Enthüllung oder scheiternde Hybris
2.1.2 Funktion von Scham
2.2 Rolle des Sportunterrichts
2.2.1 Potenzial des Sportunterrichts für die persönliche Entwicklung von Schüler*innen
2.2.2 Anfälligkeit des Sportunterrichtes für erlebte Scham
2.3 Übergewicht und damit verbundene Zuschreibungen
3. Scham im Sportunterricht – ein aktueller Forschungsstand
4. Forschungsdesign
4.1 Grundlegungen zur Anlage der Untersuchung
4.2 Narratives Interview
4.3 Durchführung der Untersuchung
4.4 Grounded Theory
4.4.1 Auswertung mit der Grounded Theory nach Strauss und Glaser
4.4.2 Theoretisches Sampling
5. Ergebnisse
5.1 Datenanalyse
5.2 Ergebnisse der Grounded Theory
5.2.1 Situationen der Grenzüberschreitung im Sportunterricht
5.2.2 Einfluss des Übergewichts auf das Schamempfinden
5.2.3 Einordnung in erlebte Schamarten
5.2.4 Kontext des Sportunterrichtes
5.2.5 Kurzfristige Wirkmächtigkeit der Grenzüberschreitungen
5.2.6 Langfristige Wirkmächtigkeit der Grenzüberschreitungen
5.2.7 Positive Veränderungen nach der Schulzeit und die dazugehörigen Gründe
6. Diskussion der Ergebnisse
7. Schlussbetrachtung
7.1 Reflexion
7.2 Fazit
7.3 Ausblick
Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern ehemalige Schülerinnen, die während ihrer Schulzeit übergewichtig waren, retrospektiv von Schamgrenzüberschreitungen im Sportunterricht berichten. Das Ziel ist es, spezifische Auslöser und Situationen zu identifizieren sowie die Auswirkungen dieser Emotionen auf das spätere Sportverhalten und das Selbstkonzept zu analysieren.
Vormachen von Bewegungsaufgaben
Der Sportunterricht grenzt sich durch die Rolle der Körperlichkeit stark von anderen Fächern ab, in welchen die Schüler*innen sich „nur mit einem Arm bei der Meldung aus dem Klassenverband herausheben müssen“ (Wiesche, 2013, S. 194). Während diese besondere Stellung der Körperlichkeit für einen Teil der Schüler*innen die Möglichkeit bietet, sich im Sportunterricht innerhalb ihrer sozialen Peergroup zu profilieren, stellt sie für Schüler*innen mit einem eingeschränkten körperlichen Selbstwertgefühl eine Gefahr für „Bloßstellungen und Verunsicherungen“ (ebd., S. 196) dar. Hiervon waren auch die Interviewten betroffen, wodurch sich in den Transkripten diverse Situationen finden, in welchen es durch Bewegungsdemonstrationen zum Schamempfinden kam.
Ein besonders entscheidender Faktor bestand für die Betroffenen darin, dass sie beim Vormachen den Blicken ihrer Mitschüler*innen und Lehrkräfte ungeschützt ausgesetzt waren. Anna drückt dies wie folgt aus:
„Also ich würde definitiv sagen das war Scham, alleine wenn du es vormachst, also Vormachen vor einer Gruppe, so war das ja meistens so dann sitzen da alle auf der Bank, gucken sich das an und du machst einen Durchlauf“ [#1, 308 – 310].
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Scham im Sportunterricht für übergewichtige Schülerinnen ein und leitet die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der qualitativen Interviewstudie ab.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden Schamformen und die Rolle des Sportunterrichts theoretisch fundiert sowie das Verständnis von Übergewicht im Kontext dieser Arbeit definiert.
3. Scham im Sportunterricht – ein aktueller Forschungsstand: Das Kapitel beleuchtet bisherige wissenschaftliche Arbeiten zur Scham im Schulsport und zeigt ein Forschungsdefizit bezüglich übergewichtiger Schülerinnen auf.
4. Forschungsdesign: Es wird das methodische Vorgehen erläutert, welches auf der Grounded Theory basiert, und die Durchführung und Anlage der narrativen Interviews beschrieben.
5. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Erkenntnisse, strukturiert nach Auslösern wie Körperexponiertheit, Leistungsbewertung und direkten Vergleichen, sowie deren kurz- und langfristige Auswirkungen.
6. Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde werden interpretiert, wobei die Sensibilität bestimmter Unterrichtssituationen betont und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
7. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, reflektiert das eigene Vorgehen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungen und pädagogische Anpassungen.
Scham, Sportunterricht, Übergewicht, Grounded Theory, narrative Interviews, Lehrkraft, Peergroup, Schamgrenzüberschreitung, Körperscham, Leistungsbewertung, soziale Stigmatisierung, Selbstkonzept, Sportpädagogik, Schamerleben.
Die Arbeit untersucht das Schamempfinden von ehemals übergewichtigen jungen Frauen, basierend auf ihrer retrospektiven Wahrnehmung des Sportunterrichts während der Schullaufbahn.
Im Fokus stehen die Auslöser von Scham in sportlichen Kontexten, die Rolle des eigenen Körpergewichts sowie die kurz- und langfristigen Auswirkungen dieser Erfahrungen auf das Selbstbild und das heutige Sporttreiben.
Es soll beantwortet werden, inwiefern Schülerinnen mit Übergewicht von Schamgrenzüberschreitungen betroffen sind und welche Faktoren diese Erfahrungen beeinflussen.
Die Autorin nutzt eine qualitative Interviewstudie mit narrativen Interviews, welche nach der Methodik der Grounded Theory nach Strauss und Glaser ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Scham und Sportunterricht sowie in die empirische Datenauswertung, die verschiedene Schamsituationen und deren Wirkmächtigkeit analysiert.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Scham, Sportunterricht, Übergewicht, Körperscham, Leistungsdruck, soziale Stigmatisierung und die Grounded Theory als methodisches Paradigma.
Besonders kritisch werden das Umziehen in der Umkleide, der Schwimmunterricht sowie Situationen genannt, in denen Leistungen vor der ganzen Klasse vorgemacht werden müssen.
Lehrkräfte haben ein großes Einwirkungspotenzial; ihr Verhalten wird oft als unpädagogisch wahrgenommen, wenn sie Leistungsdruck ausüben oder zu wenig Rücksicht auf die individuelle Leistungsfähigkeit und Heterogenität der Klasse nehmen.
Viele berichten von Vermeidungsstrategien, wie dem Meiden von Fitnessstudios oder bestimmten Sportkursen, und führen ihr zeitweise gestörtes Verhältnis zum Sport auf die negativen Erlebnisse in der Schulzeit zurück.
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