Masterarbeit, 2022
50 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
3 Die Geldpolitik und Einkommensungleichheit in Japan: Eine Bestandsaufnahme
3.1 Die Geldpolitik, Instrumente und Ziele der japanischen Zentralbank
3.1.1 Die Bubble Economy
3.1.2 Das verlorene Jahrzehnt
3.1.3 Die unkonventionelle Geldpolitik der BoJ
3.2 Die Entwicklung der Einkommensungleichheit in Japan
4 Der Japanische Arbeitsmarkt
4.1 Die Rolle der Arbeitnehmer und das japanische Beschäftigungssystem
4.2 Die Lohn und Reallohnentwicklung
4.3 Die Rolle der Gewerkschaften
4.4 Demografische Entwicklung
4.5 Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt
4.6 Arbeitslosigkeit in Japan
4.7 Das japanische Rentensystem
4.8 Arbeitsmarktreformen
5 „Abenomics“ – Die drei Pfeile
5.1 Ausgangslage: Das verlorene Jahrzehnt
5.2 Die drei Pfeile der „Abenomics“
5.2.1 1. Pfeil – Die expansive Geldpolitik der BoJ
5.2.2 2. Pfeil – Die expansive Fiskalpolitik
5.2.3 3. Pfeil – Reformen und Deregulierungen
5.3 Auswirkungen von „Abenomics“ auf den Arbeitsmarkt
6 Auswirkungen der Geldpolitik
6.1 Geldpolitische Transmissionskanäle
6.2 Auswirkungen der Geldpolitik im Rahmen von „Abenomics“
7 Diskussion der Ergebnisse
8 Fazit
Ziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der komplexen Wechselbeziehung zwischen expansiver Geldpolitik und ökonomischer Ungleichheit in Japan, wobei ein besonderer Fokus auf die intervenierende Rolle des Arbeitsmarktes und dessen strukturelle Besonderheiten gelegt wird.
Die unkonventionelle Geldpolitik der BoJ
Es war ein leiser Zeitenwechsel, als die BoJ Ende 1999 den Leitzinssatz auf 0,15 Prozent senkte. Da die japanische Wirtschaft jahrelang unter einer Deflation gelitten hat, beschloss die BoJ im Folgenden Jahr den Leitzinssatz auf den Nullpunkt zu senken. Wie die folgende Abbildung 1 zeigt, war die Nullzinspolitik nur ein erster Schritt der japanischen Geldpolitik auf einer Etappe von neuen Maßnahmen, um der drohenden Deflation und Rezession entgegenzutreten.
Wie in Abbildung 1 zu erkennen ist, startete die BoJ im Jahr 2001 mit dem Quantitative Easing, d. h. dem Kauf von Staatsanleihen um die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen und so die Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln. 2006 beendete die BoJ diesen Sonderweg, aufgrund einer erfolgreichen Wirtschaftsbelebung und steigenden Verbraucherpreisen. 2010 kam es zu umfassender geldpolitischer Lockerung. Dabei beschränkte sich die BoJ nicht nur auf den Kauf von Staatsanleihen, sondern investierte auch in Unternehmensobligationen und sogar börsengehandelten Aktienfonds, um den Markt mit Liquidität zu versorgen. Nachdem Ende 2012 mit der Übernahme von Premierminister Shinzō Abe die sogenannten „Abenomics“ ausgerufen wurden, startete die BoJ das sogenannte Qualitative and Quantitative Easing (QQE), was die Zinsen im Jahr 2016 sogar ins Negative drückte. Die Eskalation der Geldpolitik kannte aber keine Grenze und die BoJ setzte sich zum Ziel, die zehnjährige Rendite auf null Prozent zu drücken. Die Folge war eine im Vergleich zu den 90er Jahren Versiebenfachung der Bilanzsumme der BoJ auf 560.000 Mrd. Yen. Die nachfolgende Abbildung 2 verdeutlicht die Auswirkungen der unkonventionellen Geldpolitik auf den japanischen Aktienindex Nikkei 225.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der steigenden Einkommensungleichheit in entwickelten Volkswirtschaften ein und skizziert die besondere Rolle Japans als Vorreiter einer expansiven, unkonventionellen Geldpolitik sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert zentrale finanzwissenschaftliche Messgrößen wie den Gini-Koeffizienten sowie geldpolitische Instrumente wie Quantitative Easing (QE) und Quantitative and Qualitative Easing (QQE).
3 Die Geldpolitik und Einkommensungleichheit in Japan: Eine Bestandsaufnahme: Hier wird die geldpolitische Historie Japans seit den 1980er Jahren analysiert und die Korrelation zwischen der geplatzten "Bubble Economy", dem nachfolgenden verlorenen Jahrzehnt und der beobachtbaren Einkommensspreizung dargelegt.
4 Der Japanische Arbeitsmarkt: Das Kapitel widmet sich dem spezifischen Beschäftigungssystem, dem demografischen Wandel sowie den sozioökonomischen Auswirkungen der Geschlechtersegregation auf die Einkommensverteilung.
5 „Abenomics“ – Die drei Pfeile: Untersuchung der drei Kernstrategien der Abenomics – expansive Geldpolitik, fiskalische Stimulation und Strukturreformen – mit Fokus auf ihre intendierten versus tatsächlichen Auswirkungen auf den japanischen Arbeitsmarkt.
6 Auswirkungen der Geldpolitik: Dieses Kapitel systematisiert die theoretischen Transmissionskanäle (z.B. Portfolio-Kanal, Erwerbseinkommenskanal) und evaluiert empirische Studien zur Wirksamkeit der japanischen Geldpolitik.
7 Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde werden kritisch diskutiert, wobei insbesondere der Widerspruch zwischen der kurzfristigen Stabilisierung durch "billiges Geld" und der langfristigen Verschärfung von Ungleichheiten durch Asset-Preis-Inflation hervorgehoben wird.
8 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Geldpolitik maßgeblich zur Vermögenskonzentration beigetragen hat, während der Arbeitsmarkt aufgrund seiner strukturellen Rigidität nicht im intendierten Maße von den Konjunkturimpulsen profitieren konnte.
Geldpolitik, Japan, Einkommensungleichheit, Abenomics, Arbeitsmarkt, Bank of Japan, quantitative Lockerung, fiskalische Expansion, Reallohnentwicklung, Vermögensverteilung, Strukturreformen, Transmissionsmechanismen, Deflation, demografischer Wandel, Gini-Koeffizient.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der unkonventionellen Geldpolitik, die in Japan seit Jahrzehnten praktiziert wird, und der daraus resultierenden Entwicklung der Einkommens- und Vermögensungleichheit, wobei der japanische Arbeitsmarkt als zentrale Schnittstelle betrachtet wird.
Die zentralen Felder sind die Historie der japanischen Geldpolitik (von der Bubble Economy bis zu Abenomics), die Struktur des japanischen Beschäftigungssystems sowie die empirische Analyse von geldpolitischen Transmissionskanälen auf die Haushalts-Ungleichheit.
Das Hauptziel ist es, ein differenziertes Bild darüber zu zeichnen, inwiefern die expansive Geldpolitik der Bank of Japan zur ökonomischen Ungleichheit beigetragen hat und welche Rolle dabei spezifische Gegebenheiten des japanischen Arbeitsmarktes, wie das Senioritätsprinzip oder der hohe Anteil an irregulärer Beschäftigung, einnehmen.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse sowie eine kritische Auswertung empirischer volkswirtschaftlicher Studien. Die Arbeit vergleicht dabei verschiedene ökonomische Modelle und Datensätze, um die Wirkung geldpolitischer Schocks auf die Ungleichheit zu bestimmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der japanischen Geldpolitik, eine detaillierte Analyse der Arbeitsmarktstrukturen, die kritische Betrachtung der "Abenomics"-Strategie und eine theoretische Beschreibung der geldpolitischen Transmissionskanäle, gefolgt von einer Auswertung empirischer Forschungsergebnisse.
Neben der Geldpolitik und den japan-spezifischen "Abenomics" sind Begriffe wie "Transmissionskanäle", "Einkommensungleichheit", "irreguläre Beschäftigung" und "Portfolio-Kanal" für das Verständnis der Argumentationslinie essenziell.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass expansive Geldpolitik über den "Portfolio-Kanal" oft dazu führt, dass die Preise für Aktien und Immobilien steigen. Da vermögende Haushalte überproportional an diesen Asset-Märkten partizipieren, steigt die Vermögenskonzentration, was wiederum zur Verschärfung der allgemeinen Ungleichheit beiträgt.
Die Arbeit zeigt, dass die strukturelle Starrheit und der demografische Wandel in Japan dazu führen, dass geldpolitische Impulse nicht zu den erhofften breiten Lohnsteigerungen führen. Stattdessen förderte die Politik teilweise eine Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse, was die soziale Schere eher weiter öffnet als schließt.
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