Bachelorarbeit, 2009
47 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Theoretische Begründung von Wirtschaftsprüfungsleistungen anhand der Prinzipal-Agent-Theorie
2.1 Grundannahmen und Erläuterung des Modells
2.2 Bezug des Modells auf Wirtschaftsprüfungsleistungen
3 Institutionenökonomische Betrachtung
3.1 Die Dienstleistung „Abschlussprüfung“
3.2 Transaktionskostenansatz
3.2.1 Klassifizierung der Dienstleistung „Abschlussprüfung“
3.2.2 Modellierung des Sachverhalts
3.2.3 Anwendung des Modells auf Abschlussprüfungsleistungen
3.3 Property-Rights-Ansatz
3.3.1 Grundlegende Annahmen
3.3.2 Property-Rights, Wettbewerb und Handlungsanreize
3.3.3 Property-Rights, Transaktionskosten und Flexibilität
3.4 Acencytheoretischer Ansatz
3.4.1 Hidden Characteristics und adverse Selektion
3.4.2 Hidden Action und Moral Hazard
3.4.3 Hidden Intention und Hold-Up
3.5 Zusammenfassende Feststellung
4 Berufsspezifische Betrachtung
4.1 Unabhängigkeit privater Institutionen
4.1.1 Wesentliche Problemfelder
4.1.2 Einschlägige Normen zur Gewährleistung der Unabhängigkeit
4.1.3 Haftung des Wirtschaftsprüfers
4.2 Umwelt privater Institutionen: Markt, Wettbewerb und Erfolgsfaktoren
4.3 Referenz staatlicher Institutionen zu den genannten Faktoren
4.3.1 Unabhängigkeit
4.3.2 Markt und Wettbewerb
4.4 Ökonomische Auswertung der Erkenntnisse
4.4.1 Grundlegende Annahmen und Modellierung der Sachverhalte
4.4.2 Fazit
5 Ergebnis
Die Arbeit untersucht die theoretische und ökonomische Rechtfertigung der Jahresabschlussprüfung durch private Institutionen vor dem Hintergrund wiederkehrender Bilanzskandale. Dabei wird analysiert, ob eine staatliche Durchführung der Prüfung effizienter oder qualitativ hochwertiger wäre.
3.4.2 Hidden Action und Moral Hazard
Das Risiko des moral hazard wird durch hidden action begründet, da der Prinzipal nach Vertragsschluss nicht mehr in der Lage ist den Agenten zu beobachten und somit seinen Einsatz nicht kontrollieren kann. Die Gefahr des moral hazard erhöht sich mit der Ersetzbarkeit und dem Einsatzspektrum der Ressourcen und einem Anstieg der monitoring costs. Öffentliche Institutionen haben zumeist Personal, Büroausstattung und Geld als hauptsächliche und sehr fungible Inputfaktoren. Es ist plausibel, dass das Einsatzspektrum dieser Ressourcen sich auf einem hohen Level bewegt, und die Gefahr des moral hazard allein durch diese Gegebenheiten als eher hoch einzustufen ist. Hinzu kommt, dass große öffentliche bürokratische Organisationen durch die vollständige Trennung von Eigentum (Steuerzahler) und Kontrolle (Beamte), sowie einer langen hierarchischen Ordnung unter großen durch moral hazard bedingten Verlusten leiden, da diese monitoring costs zusätzlich erhöhen.
Genannte Inputfaktoren treffen auch auf Prüfungsinstitutionen zu, sowohl staatlich als auch privat. Wesentliche Unterschiede bei Betrachtung der Ausprägungen von moral hazard können also primär nicht an den Inputfaktoren selbst festgemacht werden, sondern müssen anhand ihres durch die Eigenheiten der Institutionen geschaffenen Umfeldes verdeutlicht werden.
Wie bereits erläutert, bedingt die Trennung von Eigentum und Kontrolle einen unachtsamen Umgang mit den verfügbaren Ressourcen. Ist der Agent dabei zudem nicht beobachtbar, so wird genannte These nur bekräftigt. Personal ist dabei aber die wichtigste Ressource im Hinblick auf WP-Leistungen, sodass dieser besondere Wichtigkeit zukommt. Die Fungibilität des Personals ist unter Beachtung des Wettbewerbsumfeldes privater Institutionen und der speziellen Kenntnisse der Prüfer eingeschränkt. WPG sind deshalb bemüht, überdurchschnittlich gutes Personal zu akquirieren und hinsichtlich der Qualifikation Fluktuationen zu vermeiden. Ein Fehlen von Wettbewerbsbedingungen könnte dazu führen, dass stärkere Qualifikationsfluktuationen zu einer ineffizienteren Prüfung führen und zur Ressourcenverschwendung beitragen. Bei staatlichen Prüfungsinstitutionen müsste also diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da Wettbewerb schlichtweg nicht existent wäre.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Rechtfertigung privater Abschlussprüfer nach Bilanzskandalen und setzt den Rahmen für die institutionenökonomische Untersuchung.
2 Theoretische Begründung von Wirtschaftsprüfungsleistungen anhand der Prinzipal-Agent-Theorie: Hier werden die Grundlagen der Prinzipal-Agent-Beziehung erläutert und die Notwendigkeit von Wirtschaftsprüfungen als Kontrollinstrument dargestellt.
3 Institutionenökonomische Betrachtung: In diesem Kapitel wird die Abschlussprüfung mittels Transaktionskosten-, Property-Rights- und Agency-Theorie analysiert und mit staatlichen Strukturen verglichen.
4 Berufsspezifische Betrachtung: Dieser Teil beleuchtet die praktische Realität, insbesondere Unabhängigkeitsnormen, Haftungsfragen sowie den Einfluss von Wettbewerb auf die Prüfungsqualität.
5 Ergebnis: Das Fazit fasst zusammen, dass private Institutionen trotz Herausforderungen institutionenökonomische Vorteile gegenüber staatlichen Einheiten bieten.
Jahresabschlussprüfung, Prinzipal-Agent-Theorie, Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Property-Rights-Ansatz, Wirtschaftsprüfer, Unabhängigkeit, Abschlussprüfer, Marktversagen, Haftung, Prüfungsqualität, Wettbewerb, Informationsasymmetrie, Agency Costs, Bilanzskandale
Die Arbeit untersucht, ob die Jahresabschlussprüfung durch private Wirtschaftsprüfer vor dem Hintergrund von Bilanzskandalen ökonomisch gerechtfertigt ist oder ob staatliche Institutionen die Prüfung effizienter durchführen könnten.
Die Arbeit konzentriert sich auf die institutionenökonomische Analyse, das Zusammenspiel von Eigentum und Kontrolle, die Bedeutung der Unabhängigkeit sowie die Auswirkungen von Wettbewerb und Reputationsmechanismen auf die Qualität der Abschlussprüfung.
Das primäre Ziel ist es, die Berechtigung privater Institutionen zur Prüfung von Jahresabschlüssen theoretisch und praktisch zu hinterfragen und mittels verschiedener ökonomischer Ansätze zu begründen.
Der Autor verwendet Ansätze der Neuen Institutionenökonomik, konkret den Transaktionskostenansatz, den Property-Rights-Ansatz und die Prinzipal-Agent-Theorie, um die Allokation von Prüfungsleistungen zu modellieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Prüfungsnachfrage, eine institutionenökonomische Analyse der Dienstleistung Abschlussprüfung sowie eine berufsspezifische Betrachtung von Unabhängigkeit, Haftung und Markteinflüssen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prinzipal-Agent-Theorie, Transaktionskosten, Abschlussprüfung, institutionelle Gestaltung, Wettbewerbsbedingungen und Prüfungsqualität geprägt.
Private Prüfer haften zivilrechtlich und riskieren bei Fehlverhalten zusätzlich ihren Ruf und ihre Reputation am Markt, während bei staatlichen Prüfern ein solcher marktbasierter Reputationsmechanismus fehlt.
Die "Big Four" dominieren den Markt, was zu hohen Wettbewerbsbedingungen führt. Der Autor analysiert, dass diese Marktstruktur den Wettbewerb um Mandate und damit den Druck auf die Prüfungsqualität und die Reputation erhöht.
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