Bachelorarbeit, 2020
37 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Gegenwärtige Situation der katalanischen Sprache
2.1 Verbreitungsgebiet und Sprecherzahlen
2.2 Sprachpolitischer Status innerhalb des spanischen Zentralstaates
3. Die Herausbildung Kataloniens als Ausdruck gemeinsamer Identität und Sprache
4. Der Weg zur literarischen Blüte der katalanischen Schriftsprache
5. Decadència: Abbruch der Sprachentwicklung
5.1 Sprachliche Decadència: einsetzender Kastilianisierungsprozess
5.2 Der Verlust der katalanischen Autonomie als Folge der Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg
5.3 Politische Decadència: Decreto de Nueva Planta de Cataluña
6. Renaixença: Wiedererstarken des Katalanischen
6.1 Bedeutungsaufschwung in Sprache, Kultur und Literatur
6.2 Wiedererlangung der Autonomie im Zuge der Spanischen Republik
7. Franco-Diktatur: erneuter Rückschlag der katalanischen Sprache
7.1 Das Franco-Regime
7.2 Repressalien gegen das Katalanische
8. Demokratie als Neuanfang
8.1 Sprachpolitische Maßnahmen zur Normalisierung des Katalanischen
8.1.1 Llei de Normalització Lingüística
8.1.2 Llei de Política Lingüística
8.2 Förderung des katalanischen Sprachgebrauchs durch die LNL und LPL
8.2.1 Verwaltung
8.2.2 Bildungswesen
8.2.3 Medien und Kultur
8.2.4 Wirtschaft
9. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entwicklungen und politischen Rahmenbedingungen der katalanischen Sprache sowie deren fortwährenden Kampf um Offizialität und gesellschaftliche Anerkennung im Kontext des spanischen Staates. Ziel ist es, den jahrhundertelangen Prozess zwischen Zeiten kultureller Blüte und Phasen massiver Unterdrückung, insbesondere während der Diktatur unter Francisco Franco, chronologisch aufzuarbeiten und die Normalisierungsbemühungen in der demokratischen Ära zu analysieren.
Renaixença: Wiedererstarken des Katalanischen
Nach der massiven Unterdrückung der katalanischen Bevölkerung und ihrer Sprache im Zuge der Decadència, brachte die Renaixença als „Epoche des Wiederauflebens der katalanischen Kultur und Literatur“ verbesserte Verhältnisse mit sich. Zuvor wurde im Jahr 1867 „die Veröffentlichung ausschließlich katalanisch geschriebener Werke […] verboten“ mit der Begründung, dass einsprachige Publikationen den „autonomen Geist“ der Katalanen fördere.
Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs (Industrialisierung) Mitte des 19. Jahrhunderts war die katalanistische Bewegung zunächst im Bereich von Kultur, Literatur und Sprache zu erkennen. Im Fokus stand sowohl die sprachliche Unterdrückung, als auch „den vollständigen Stillstand der Kulturentwicklung nach dem Spanischen Erbfolgekrieg, als das Katalanische durch einen Verwaltungsakt aus dem öffentlichen Leben entfernt wurde [zu überwinden und] zu neuer Blüte [zu] führen“.
In diesem Zusammenhang stellte die „Ode an das Vaterland“ (La Pàtria von Bonaventura Carles Aribau) aus dem Jahr 1833, in der eine Verbindung zwischen Sprache und Heimat geschaffen wurde, eine entscheidenden Wendepunkt der Entwicklung dar. Denn darauf folgend wurde nicht nur die Troubadourpoesie, sondern nach 1850 auch „die mittelalterlichen Sänger- und Dichterspiele, die Jocs Florals […]“, wieder aufgenommen.
1. Einleitung: Beleuchtet das aktuelle Spannungsfeld zwischen der autonomen Region Katalonien und der spanischen Zentralregierung sowie die historische Relevanz der katalanischen Sprache.
2. Gegenwärtige Situation der katalanischen Sprache: Analysiert den offiziellen Status des Katalanischen innerhalb des spanischen Verfassungsrahmens und dessen Verbreitungsgebiet.
3. Die Herausbildung Kataloniens als Ausdruck gemeinsamer Identität und Sprache: Untersucht die frühe Entwicklung der katalanischen Grafschaften und deren Rolle bei der Formung einer spezifisch katalanischen Identität.
4. Der Weg zur literarischen Blüte der katalanischen Schriftsprache: Beschreibt die kulturelle und sprachliche Blütezeit Kataloniens zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert.
5. Decadència: Abbruch der Sprachentwicklung: Dokumentiert den schleichenden Verlust der Sprachautonomie durch die dynastischen Unionsprozesse und den spanischen Erbfolgekrieg.
6. Renaixença: Wiedererstarken des Katalanischen: Analysiert das kulturelle Wiederaufleben und die ersten Institutionalisierungsversuche der Sprache im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
7. Franco-Diktatur: erneuter Rückschlag der katalanischen Sprache: Untersucht die systematische Unterdrückung und Verfolgung der katalanischen Sprache während des Franco-Regimes.
8. Demokratie als Neuanfang: Erörtert die sprachpolitischen Normalisierungsmaßnahmen nach 1975, insbesondere durch Statuten und spezifische Sprachgesetze.
9. Schlussbetrachtung: Führt die Erkenntnisse zum Status des Katalanischen als nun anerkannte und aktive Sprache in allen gesellschaftlichen Bereichen zusammen.
Katalanisch, Spanien, Kastilianisierung, Renaixença, Autonomie, Franco-Diktatur, Sprachpolitik, Generalitat, Llei de Normalització Lingüística, Llei de Política Lingüística, Diglossie, Identität, Zweisprachigkeit, Kultur, Geschichte.
Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und den wechselvollen sprachpolitischen Status der katalanischen Sprache. Sie spannt den Bogen von der frühen Entstehung einer katalanischen Identität über die Unterdrückung unter verschiedenen politischen Systemen bis hin zur heutigen Normalisierung in der demokratischen Ära.
Zentrale Themen sind die historische Expansion, die Phasen des sprachlichen Niedergangs (Decadència), das kulturelle Wiedererwachen (Renaixença), die massiven Repressionen durch das Franco-Regime und die anschließenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Sprachgebrauch in Verwaltung, Bildung und Medien.
Das primäre Ziel ist es, einen gesamtumfassenden Überblick über die Geschichte des Katalanischen zu geben und aufzuzeigen, wie die Sprache trotz jahrhundertelanger Unterdrückung durch den kastilischen Einfluss wieder zur offiziell anerkannten und geförderten Landessprache wurde.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten literaturgestützten Analyse, bei der historische Quellen, verfassungsrechtliche Dokumente, Sprachgesetze und soziolinguistische Fachliteratur ausgewertet werden, um die diachronische Entwicklung der katalanischen Sprache nachzuvollziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen: von der Herausbildung im Mittelalter über die Verdrängung durch den Absolutismus, die kulturelle Wiedergeburt im 19. Jahrhundert, die Diktaturjahre bis hin zu den spezifischen Sprachregulierungen durch die katalanische Generalitat nach 1978.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Kastilianisierung", "Autonomiebestrebungen", "Normalisierung", "Diglossie" und "Institutionelle Sprachförderung" geprägt, die den Konflikt und die anschließende rechtliche Etablierung des Katalanischen beschreiben.
Die "Jocs Florals" (Dichterwettstreite) waren im 19. Jahrhundert entscheidend, da sie symbolisch für die Renaixença standen, die Literatur- und Schriftsprache konsolidierten und dazu beitrugen, die während der Kastilianisierung verloren gegangene katalanische Identität neu zu festigen.
Dieses Dekret nach dem Spanischen Erbfolgekrieg diente dazu, den absolutistischen Einheitsstaat zu festigen. Damit wurden zahlreiche Sonderrechte und Institutionen Kataloniens abgeschafft, was zu einem offiziellen Sprachverbot und der massiven Zurückdrängung des Katalanischen aus dem öffentlichen und administrativen Leben führte.
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