Bachelorarbeit, 2022
37 Seiten, Note: 1,0
1. Hinführung zum Thema
2. Relevanz des Alten Testaments
2.1 Entstehung AT und NT
2.2 Markion und Befürworter für Verwerfung
2.3 Die drei Motive der Verwerfung
2.4 Zusammenfassung und Fazit
3. Monotheismus im Alten Testament?
3.1 Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs
3.2 Jahwe / JHWH
3.3 Entwicklung zum Monotheismus
4. Bilderverbot im Dekalog
5. Gott als Richter – (der Gerechtigkeit?)
5.1 Die Begrifflichkeiten ‚Gerechtigkeit‘ und ‚Gericht‘
5.2 Die drei Aspekte des Psalms 82
5.3 Zusammenfassung und Fazit
6. Gott der Gewalt?
6.1 Die Begrifflichkeiten der Gewalt
6.2 Formen der Gewalt im Alten Testament
6.3 Zusammenfassung und Fazit
7. Gott als Vater auch im Alten Testament?
7.1 Eigenschaften von ‚Gott dem Vater‘
7.2 Zusammenfassung und Fazit
8. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte Gottesbilder des Alten Testaments, um deren Relevanz auch für das christliche Glaubensverständnis zu beleuchten. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das Alte Testament trotz vermeintlich negativer oder gewaltvoller Gottesdarstellungen als heilige Schrift in Verbindung mit dem Neuen Testament Bestand haben kann.
1. Hinführung zum Thema
Die Bibel als Heilige Schrift des Christentums dient den Menschen dazu, sich mit dem Wesen und Wirken Gottes und den daraus resultierenden Erfahrungen vertraut zu machen. Für die Anhänger des Christentums stellt die Bibel das Wort Gottes dar und ist somit der einzige Ort, „an dem man etwas über das Wesen und den Willen Gottes erfahren kann“. Die biblischen Berichte von Gottesbegegnungen und Offenbarung, zeichnen Gottesbilder, die teilweise sehr unterschiedlich sind. Während die einen Gott als einen liebenden Vater oder fürsorglichen Hirten erleben, lesen wir in anderen Teilen der Bibel von einem zürnenden und strafenden Gott. Doch was ist richtig bzw. gibt es überhaupt ein „Richtig“ und ein „Falsch“ oder kann Gott auch beides sein? Diese scheinbaren Unstimmigkeiten im Wesen Gottes machen es einigen Christen schwer, an den einen Gott zu glauben, der Liebe und Hass, Frieden und Gewalt und vieles mehr in sich vereint.
Wenn man heutzutage Menschen auf der Straße anspricht, welches Bild sie von Gott haben, erhält man nicht selten Antwort, dass im Alten Testament ein böser Gott der Rache und im Neuen Testament ein liebender Vater zu finden sei. Zudem tendieren viele Menschen dazu, das Alte Testament als „irrelevant“ abzustempeln, da das Neue Testament das Alte Testament als nichtig erklären würde. Begründet wird dies beispielsweise durch die Aufhebung einiger alttestamentlicher Gesetze durch Jesus. Die vorliegende Arbeit soll zeigen, dass es im Alten Testament keineswegs nur „negative“ Bilder von Gott gibt und man auch im Alten Testament Hinweise auf den christlichen Glauben, wie er im Neuen Testament beschrieben wird, finden kann.
1. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel erläutert die Ambivalenz der biblischen Gottesbilder zwischen liebendem Vater und zürnendem Gott als Ausgangspunkt der Arbeit.
2. Relevanz des Alten Testaments: Hier wird die historische Entstehung von AT und NT betrachtet sowie die Kontroverse um die Verwerfung des AT durch Markion beleuchtet.
3. Monotheismus im Alten Testament?: Dieses Kapitel untersucht die Entwicklung des Gottesglaubens von den Sippengottheiten der Erzväter hin zu Jahwe als einzigem Gott Israels.
4. Bilderverbot im Dekalog: Hier wird die Bedeutung der Bildlosigkeit in der Jahwe-Verehrung und die Vermeidung anthropomorpher Festlegungen erörtert.
5. Gott als Richter – (der Gerechtigkeit?): Dieses Kapitel analysiert das Motiv des Richtergottes und setzt die Begriffe Gericht und Gerechtigkeit in einen rettenden Kontext.
6. Gott der Gewalt?: Hier wird die Problematik der Gewalt in biblischen Erzählungen kritisch hinterfragt und in den Kontext der Zeit sowie der Weltzugewandtheit Gottes gestellt.
7. Gott als Vater auch im Alten Testament?: Dieses Kapitel beleuchtet, wie das Vaterbild Gottes bereits im Alten Testament angelegt ist und die Vater-Sohn-Beziehung Israels zu Jahwe prägt.
8. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass alle Gottesbilder trotz ihrer Widersprüchlichkeit zusammengehören und Gott als unbegreiflich, aber in der Welt erfahrbar darstellen.
Gottesbilder, Altes Testament, Neues Testament, Monotheismus, Jahwe, Gerechtigkeit, Gericht, Gewalt, Vaterbild, Offenbarung, Biblische Hermeneutik, Theologie, Religionsgeschichte, Dekalog, Interpretationskontext.
Die Arbeit befasst sich mit verschiedenen Gottesbildern im Alten Testament und setzt diese in Beziehung zum christlichen Glauben, um die vermeintlichen Widersprüche zwischen dem alttestamentlichen und neutestamentlichen Gottesverständnis zu analysieren.
Zentrale Aspekte sind der Monotheismus, das Bilderverbot, die Thematik des richtenden Gottes, die Darstellung von Gewalt im alttestamentlichen Kontext sowie das Gottesbild als Vater.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass das Alte Testament keineswegs nur ein Bild eines strafenden Gottes zeichnet, sondern vielfältige Facetten enthält, die für das christliche Verständnis heute relevant bleiben.
Die Arbeit nutzt eine hermeneutisch-theologische Analyse, bei der biblische Texte in ihrem Kontext betrachtet werden, um ein differenzierteres Verständnis der Gottesbilder zu ermöglichen.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kapitel zu spezifischen Gottesbildern, wobei jeweils die Begrifflichkeiten und Motive sowie deren Bedeutung für das jeweilige Gottesverständnis untersucht werden.
Schlüsselbegriffe wie "Gerechtigkeit" (iustitia salvans), "Monotheismus", "Gewalt", "Vaterbild" und "Jahwe" bilden den inhaltlichen Kern.
Gott vereint Gegensätze wie Liebe und Gewalt in sich, was ihn für den menschlichen Verstand unbegreiflich macht, während er sich dennoch in seinem Wort und Wirken erfahrbar zeigt.
Die Arbeit plädiert dafür, Gewaltberichte nicht zu verschweigen, sondern nach ihrem historischen Kontext zu fragen und sie durch eine angemessene Hermeneutik in den größeren Rahmen der Zuwendung Gottes zu retten.
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