Diplomarbeit, 2004
156 Seiten, Note: 1.3
Vorwort
Einleitung
1. Begriffsdefinitionen
1.1 Holocaustüberlebende
1.2 Definition Psychotherapie
1.3 Trauma
1.3.1 Definition Trauma
1.3.2 Historische Entwicklung
1.3.3 Posttraumatische Belastungsstörung in Folge von Kriegserlebnissen
2. Qualitative Sozialforschung
2.1 Erhebungsverfahren
2.2 System der Bearbeitung
2.2.1 Grounded Theory
2.2.2 Dokumentation der Daten
3. Theoretische Hintergründe der Traumatherapie nach Nathan Durst
3.1 Konzepte der Psychotherapie
3.1.1 Ursprünge der interpersonalen Theorie nach Sullivan
3.1.1.1 Interpersonale Theorie nach Sullivan
3.1.2 Humanistische Psychologie
3.1.2.1 Personenzentrierte Theorie nach Rogers
3.2 Traumatische Störung der Überlebenden des Holocaust
3.2.1 Trauma als Bruch der Identität
3.2.2 Dissoziation
3.2.3 Nichtzugehörigkeit
4. Prozess der Therapie nach Nathan Durst
4.1 Erste Phase: Sicherheit und Symptome
4.1.1 Die therapeutische Beziehung
4.1.1.1 Henri
4.1.1.2 Miriam
4.1.1.3 Mia
4.1.2 Konklusion
4.2 Zweite Phase: Konfrontation mit dem Trauma
4.2.1 Die unverarbeitete Trauer
4.2.2 Trauerarbeit
4.2.2.1 Jakob
4.2.2.2 Joshi
4.3 Dritte Phase: Integration des Traumas in den Lebenszyklus
4.3.1 Jakob
4.3.2 Miriam
4.3.3 Gruppentherapie
4.3.4 Psychosoziale Aktivitäten der Einrichtung AMCHA
5. Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit
5.1 Allgemeine Leitgedanken
5.2 Gesellschaftsbezogene Aufgaben für die Flüchtlings- und Migrantenarbeit
5.3 Persönliche Stellungnahme
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag von Nathan Durst zur Traumatherapie mit Holocaustüberlebenden und leitet daraus ein Leitbild für die Soziale Arbeit ab. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein therapeutischer Heilungsprozess durch eine zwischenmenschliche Beziehung in einer authentischen und humanisierenden therapeutischen Aufstellung gestaltet werden kann.
3.1.1 Die Ursprünge der interpersonalen Theorie nach Sullivan
„Er ist nie müde geworden, die großartige Fähigkeit des Menschen zu bewundern und implizit oder explizit als Bezugsrahmen von der Vorstellung auszugehen, dass ‚Wir alle in sehr viel stärkerem Maße menschlich sind als alles andere, ob wir nun glücklich und erfolgreich sind, selbstgenügsam und alleinstehend, unglücklich und psychisch gestört oder was immer.’“ (Sullivan 1980: 22).
Der amerikanische Psychiater und Analytiker Harry Stack Sullivan, (21.02.1892-14.01.1949), ausgebildet im Sinne der psychoanalytischen Schule nach Freud, wird heute in die Gruppe der großen Pioniere der Tiefenpsychologie gereiht. Aktuelle Theorien der Entwicklungspsychologie sowie Auffassungen über das Beziehungsmuster in einer psychotherapeutischen Situation wurden in den Ursprüngen erstmals von Sullivan formuliert. Erich Fromm bezeichnet ihn als „einer der tiefgründigsten und glänzendsten Psychoanalytiker unserer Zeit“ (Fromm 1981: 185). Sein Name gehörte in Deutschland lange Zeit zu den unbekannten, da tiefenpsychologischen und neopsychoanalytischen Forschungen nach den ersten Weltkriegen wenig Beachtung geschenkt wurde (Bacal 1990: 28).
Im Jahre 1930 begann Sullivan als einer der ersten, Schizophrenie-Erkrankungen psychotherapeutisch zu analysieren und behandeln, die laut Freud im psychotherapeutischen Sinne als unbeeinflussbar galten. Durch die langjährige praktische Erfahrung stellte Sullivan die These auf, dass Psychosen und Neurosen als Entwicklungsdefizite und daraus resultierende Störungen im zwischenmenschlichen Bereich zu begreifen sind. Die Entstehung einer psychischen Erkrankung führte Sullivan zurück auf eine Traumatisierung im frühkindlichen Entwicklungsstadium (vgl. Rattner 1969: S.13).
1. Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe wie Holocaustüberlebende, Psychotherapie und Trauma, wobei historische Entwicklungen und die Entstehung der Diagnose PTBS betrachtet werden.
2. Qualitative Sozialforschung: Hier werden die methodischen Grundlagen der Arbeit dargelegt, insbesondere das narrative Interview als Erhebungsinstrument und die Grounded Theory als Methode zur Datenauswertung.
3. Theoretische Hintergründe der Traumatherapie nach Nathan Durst: Das Kapitel verknüpft die interpersonale Theorie nach Sullivan und die personenzentrierte Theorie nach Rogers mit den spezifischen Traumata, die Holocaustüberlebende erfahren haben.
4. Prozess der Therapie nach Nathan Durst: Dieser Teil beschreibt detailliert die drei Phasen der Therapie – Sicherheit, Konfrontation und Integration – anhand zahlreicher Fallbeispiele aus der Praxis.
5. Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit: Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse in den Kontext der Sozialarbeit transferiert, wobei ethische Anforderungen und die Notwendigkeit gesellschaftspolitischen Engagements betont werden.
Traumatherapie, Holocaustüberlebende, Nathan Durst, interpersonale Theorie, personenzentrierte Therapie, Traumatisierung, Identitätsbruch, Dissoziation, Trauerarbeit, Soziale Arbeit, qualitative Sozialforschung, Child Survivor, Empowerment, zwischenmenschliche Beziehung.
Die Arbeit analysiert die Arbeitsweise und therapeutische Ideologie von Dr. Nathan Durst in der Traumaarbeit mit Holocaustüberlebenden und leitet daraus Ansätze für die allgemeine Soziale Arbeit ab.
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Traumatherapie (Sullivan, Rogers), die Auswirkungen des Traumas (Identitätsverlust, Dissoziation) und den praktischen therapeutischen Prozess mit den Patienten.
Ziel ist es, durch die Analyse der therapeutischen Praxis von Nathan Durst ein Leitbild für Sozialpädagogen und in sozialen Berufen tätige Menschen zu entwickeln.
Die Autorin nutzt qualitative Sozialforschung, insbesondere narrative Interviews, und wertet diese nach den Kriterien der Grounded Theory aus.
Im Zentrum steht der phasenorientierte Verlauf der Traumatherapie: der Aufbau von Sicherheit, die Konfrontation mit dem Trauma und die Integration in den Lebenszyklus.
Die Haltung ist durch eine menschliche, empathische und nicht-neutrale Begegnung geprägt, in der der Therapeut nicht als distanzierter Profi, sondern als authentisches menschliches Gegenüber auftritt.
Child Survivor haben oft eine undeutliche Vergangenheit, da ihr Ich noch nicht gefestigt war, wohingegen erwachsene Überlebende gezieltere Fragen zu ihrem vorherigen Leben haben.
AMCHA wird als Beispiel für eine Einrichtung genannt, die nicht nur eine Therapie, sondern psychosoziale Aktivitäten anbietet, um Überlebenden in einer Gemeinschaft einen Platz und Lebensqualität zurückzugeben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

