Fachbuch, 2009
106 Seiten
A. Zur Problemstellung
I. Webers Ansicht zur Analyse sozialer Erscheinungen
II. Webers Ansicht zur Qualität eines Vorganges
B. Zur begrifflichen Bestimmung des Sozialen
I. Zum Sachstand
II. Die Notwendigkeit des neuen Begriffs der Soziologie
1. am Beispiel der sozialen Schichten
a. allgemeine Betrachtung
b. soziale Schichten
2. die logische Klasse der sozialen Erscheinungen
3. der soziale Konflikt
4. das Soziale als durch die Gesellschaft bedingt?
a. Ansicht Webers
b. Ansicht Comtes
c. zur Begriffsentstehung
d. kritische Betrachtung
e. Ansicht Tönnies
f. Ergebnis
C. Die Gegenstandsbestimmung der Soziologie durch Simmel
I. die praktische Notwendigkeit des menschlichen Erkennens
II. Simmels Gegenstandsbestimmung der Soziologie
1. Simmels Bestimmung der disziplinären Spezifik der Soziologie
a. die Abstraktion des Gesellschaftsbegriffs
b. das von Simmel gefasste „Soziale“
c. Simmels Begriff der Vergesellschaftung
aa. Ideologische Grundlagen
bb. Wesen der Vergesellschaftung
d. Simmels Prozess der Vergesellschaftung
e. Simmels Formen der Vergesellschaftung
D. Die bloße Umetikettierung der Gesellschaftswissenschaft zur Soziologie durch Weber
I. Webers Begriff des Sozialen
II. zur Wissenschaftsbezeichnung „Soziologie“
E. Die Herausarbeitung des Gesellschaftlichen durch Durkheim
I. zum Bedeutungsunterschied
II. zur fehlerhaften Übersetzung Königs
III. Durkheims Wesensbestimmung des Gesellschaftlichen
1. Durkheims „gesellschaftliche Tatbestände“
2. zum Problem der „Zwänge“
3. die gesellschaftlichen Tatbestände als Verhaltensbedingungen
4. die gesellschaftlichen Tatbestände als Bestandteile der objektiven Realität
5. das äußere gesellschaftliche Milieu
IV. Webers Wesensbestimmung der Soziologie
Die vorliegende Arbeit kritisiert die Unfähigkeit der Soziologie, ihren Gegenstand adäquat zu bestimmen, und führt dies auf theoretische Inkonsequenzen zurück. Ziel ist es, den Begriff des "Sozialen" wissenschaftlich präzise als das durch die Gesellschaft Bedingte zu fassen, anstatt ihn als bloßes Abstraktum zwischenmenschlicher Beziehungen zu verkennen.
A. Zur Problemstellung
Die Wissenschaftsbezeichnung Soziologie wurde erstmals 1839 von Auguste Comte zur eindeutigen Bezeichnung jener Wissenschaft eingeführt, die „sich auf das positive Studium der sämtlichen sozialen Erscheinungen zugrundeliegenden Gesetze bezieht.“
Ausgehend von dieser Kennzeichnung der Wissenschaft als Soziologie, also als Sociologie, d.h. Wissenschaft des Sozialen zu sein, muss es nicht wenigen Studenten der Soziologie als ebenso kurios wie fragwürdig erscheinen, wenn einer ihrer heutigen Professoren als Verfasser eines Lehrbuches der Soziologie die Frage „Was ist Soziologie?“ wie folgt zu beantworten beginnt: „Die Soziologie ist ein schwieriges Fach und Soziologen sind gewöhnlich nur in wenigen Dingen einer Meinung. Aber die in der Überschrift dieses Kapitels (Was ist Soziologie?) gestellte Frage dürften die meisten von ihnen einhellig beantworten: Sie dürften, wie Raymond Boudon unter Berufung auf Raymond Aron vermutet „in einem Punkt übereinstimmen: in der Schwierigkeit, die Soziologie zu definieren.“
Dieses tatsächlich allen Soziologen bekannte Problem ist kein Zufall, sondern die unausweichliche Folge des den Soziologen eigenen Unvermögens, das Wesen der sozialen Erscheinungen und damit auch das des Sozialen zu erfassen.
A. Zur Problemstellung: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeit, Soziologie als Wissenschaft zu definieren, und identifiziert diese als Folge eines Unvermögens, das Wesen sozialer Erscheinungen zu erfassen.
B. Zur begrifflichen Bestimmung des Sozialen: Hier wird die Notwendigkeit aufgezeigt, Soziologie neu zu begründen, indem das Soziale als durch die Gesellschaft Bedingtes invariant bestimmt wird.
C. Die Gegenstandsbestimmung der Soziologie durch Simmel: Das Kapitel analysiert Simmels Versuch, durch die Unterscheidung von Form und Inhalt die Spezifik der Soziologie als Wissenschaft der Vergesellschaftung zu bestimmen.
D. Die bloße Umetikettierung der Gesellschaftswissenschaft zur Soziologie durch Weber: Hier wird Weber kritisiert, da seine verstehende Soziologie den Gegenstand auf psychologische Intentionen reduziert und somit die soziologische Erklärung verfehlt.
E. Die Herausarbeitung des Gesellschaftlichen durch Durkheim: Abschließend wird Durkheims Methode untersucht, soziale Tatbestände als objektive Verhaltensbedingungen zu fassen, wobei auf Übersetzungsfehler hingewiesen wird.
Soziologie, das Soziale, Gegenstandsbestimmung, Max Weber, Georg Simmel, Émile Durkheim, Gesellschaft, Vergesellschaftung, Verhaltensbedingungen, soziale Erscheinungen, Wissenschaftstheorie, Kollektivbewusstsein, Handeln, soziale Frage, Gesellschaftswissenschaft.
Die Arbeit untersucht, warum die Soziologie seit ihrer Gründung Schwierigkeiten hat, ihren Gegenstand präzise und konsistent zu definieren.
Thematisiert werden die begriffliche Unschärfe des "Sozialen", die Kritik an klassischen Soziologen wie Weber, Simmel und Durkheim sowie die wissenschaftstheoretische Fundierung einer objektiven Soziologie.
Das Ziel ist der theoretische Durchbruch zu einer wissenschaftlich adäquaten Bestimmung des Sozialen als das durch die Gesellschaft Bedingte.
Die Arbeit nutzt die kritische Analyse soziologischer Basistexte und dekonstruiert deren Begriffsverwendungen vor dem Hintergrund historischer und wissenschaftstheoretischer Zusammenhänge.
Der Hauptteil analysiert die Ansätze von Comte, Tönnies, Simmel, Weber und Durkheim und zeigt auf, wo deren Begriffsbestimmungen scheitern.
Soziologie, das Soziale, Gesellschaft, Vergesellschaftung, soziale Erscheinungen und wissenschaftstheoretische Konsistenz.
Der Autor kritisiert, dass Weber zwar Soziologie betrieb, diese aber de facto als allgemeine Gesellschaftswissenschaft konzipierte und durch eine handlungstheoretische Reduktion die soziologische Forschung auf ein falsches Gleis setzte.
Der Autor bemängelt, dass König den Begriff "fait social" sinnentstellend übersetzte, wodurch Durkheims Fokus auf gesellschaftliche Bedingungen zugunsten einer soziologischen (subjektiven) Interpretation verschleiert wurde.
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