Bachelorarbeit, 2022
93 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Entwicklungsgeschichte der Versicherungsbranche
1.1.1 Historische Entwicklung
1.1.2 Der frühe Einsatz von Informationstechnologie
1.2 Definition und Entwicklung von InsurTechs
1.2.1 Definition InsurTech
1.2.2 Die Entwicklungswellen von InsurTechs
1.3 Forschungsfragen
1.4 Methodische Vorgehensweise
1.5 Theoretische Grundlagen
1.5.1 Porters Fünf-Kräfte-Modell
1.5.2 Kritik am Modell und Aufforderung zur Weiterentwicklung
2 Technologische Entwicklung und die Bedeutung von Daten
2.1 Big Data Analytik
2.1.1 Telematik
2.1.2 Wearables
2.1.3 Das Internet der Dinge (The Internet of Things, IoT)
2.2 Künstliche Intelligenz
2.3 Cloud Computing
2.4 Blockchain
2.5 Smarte Verträge
3 Neue Versicherungsprodukte durch innovative Technologien
3.1 Smart Home
3.2 Smart Health
3.3 Individualisierte Kfz-Versicherung
3.4 On-Demand und Usage-Based Versicherung
3.5 Parametrische Versicherung
3.6 Peer-to-Peer Versicherung
3.7 Zu berücksichtigende Aspekte beim Design neuer Produkte
4 Veränderte Marktbedingungen in der Versicherungsbranche
4.1 Der Einfluss innovativer Technologien auf die Wertschöpfungskette
4.2 Vorsorge statt Nachsorge
4.3 Eine neue Beziehung zum Kunden
4.4 Marketing
4.5 Segmentierung durch Technologieeinsatz
5 Veränderte Konkurrenzsituation in der Versicherungsbranche
5.1 Theoretische Grundlagen
5.1.1 Die Theorie der Vorteile der Etablierten
5.1.2 Die Theorie der Vorteile neuer Marktteilnehmer
5.2 Die Wettbewerbsposition der Etablierten
5.2.1 Die Problembereiche etablierter Versicherer
5.2.2 Der Aufbau eigener digitaler Kompetenzen
5.3 Die neuen Marktteilnehmer
5.3.1 Das Auftreten von InsurTechs
5.3.2 Die mögliche Konkurrenz durch BigTech
5.4 Die Etablierung von Partnerschaften
6 Das Fünf-Kräfte-Modell: Analyse und Bewertung
6.1 Anwendung des Modells auf den aktuellen Zustand der Versicherungsbranche in Deutschland
6.1.1 Die Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern
6.1.2 Die Bedrohung durch neue Anbieter
6.1.3 Die Verhandlungsstärke der Lieferanten
6.1.4 Die Verhandlungsstärke der Abnehmer
6.1.5 Die Möglichkeit der Substitution
6.2 Zusammenfassung der Ergebnisse
7 Ausblick
8 Zusammenfassung
Das Ziel der Arbeit ist die Analyse des Einflusses der Digitalisierung auf die Wettbewerbsbedingungen der Versicherungsbranche sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen durch die Anwendung des Fünf-Kräfte-Modells nach Porter.
3.6 Peer-to-Peer Versicherung
Verschiedene InsurTechs definieren sich als Peer-to-Peer (P2P) Versicherer, wodurch sie sich von traditionellen Versicherern abheben. Es besteht keine gesetzlich gültige Definition einer P2P-Versicherung. Regulierer geben jedoch folgende, nicht bindende Definitionen an: In der Europäischen Union definiert die European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) P2P-Versicherungsunternehmen als ein digitales Netzwerk zum gemeinsamen Tragen von Risiken, in dem eine Gruppe von Individuen mit gemeinsamen Interessen und ähnlichen Risikoprofilen ihre Prämienzahlungen für eine Versicherung sammeln und ihr Risiko untereinander teilen.84
In den Vereinigten Staaten beschreibt die National Association of Insurance Commissioners (NAIC) P2P-Versicherungen als Innovation, welche es Versicherungsnehmern erlaubt, ihr Kapital zu sammeln, um damit ihre eigene Versicherung zu organisieren und zu managen. Zudem wird auf die Kernidee von gleichgesinnten Menschen mit gemeinsamen Interessen hingewiesen, welche ihre Versicherungspolicen poolen und ein Gefühl von Vertrauen, Transparenz und Kontrolle bei gleichzeitiger Kostensenkung schaffen.85
Außerhalb der Versicherungswelt sind AirBnB und Ebay weithin bekannte P2P-Unternehmen, wobei auf beiden Plattformen auch professionelle Anbieter agieren.86
Die EIOPA identifiziert drei verschiedene Typen von P2P-Versicherungsmodellen: Versicherer, technische Serviceprovider und Versicherungsvermittler.
Wird P2P direkt von einem lizensierten Versicherer angeboten, so übernimmt dieser Risiken, welche nicht von der P2P Gruppe abgedeckt sind oder deren eingesammelten Finanzierungspool übersteigen. Ein rein technischer Anbieter bietet dagegen keine Absicherung, sondern lediglich eine Plattform, auf der sich die P2P Teilnehmenden untereinander organisieren können. Das geläufigste Modell ist jedoch der lizensierte Versicherungsvermittler, welcher die technische Plattform zur Selbstorganisation und zudem Versicherungsleistungen eines externen, lizensierten Versicherers im Umfang eines direkten Versicherers bereitstellt.87
1 Einleitung: Stellt die Entwicklung der Versicherungsbranche in den Kontext der Digitalisierung und definiert das Forschungsziel sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Technologische Entwicklung und die Bedeutung von Daten: Analysiert technologische Treiber wie Big Data, KI, Cloud Computing und Blockchain als Fundament moderner Versicherungslösungen.
3 Neue Versicherungsprodukte durch innovative Technologien: Stellt innovative Produktkategorien wie Smart Home, Smart Health und P2P-Versicherungen vor.
4 Veränderte Marktbedingungen in der Versicherungsbranche: Beleuchtet den Wandel der Wertschöpfungskette und die veränderte Kundenbeziehung durch digitale Angebote.
5 Veränderte Konkurrenzsituation in der Versicherungsbranche: Diskutiert die Position etablierter Player gegenüber InsurTechs und BigTech-Unternehmen inklusive der Etablierung strategischer Partnerschaften.
6 Das Fünf-Kräfte-Modell: Analyse und Bewertung: Wendet das Portersche Modell systematisch auf den deutschen Versicherungsmarkt an, um die Wettbewerbsintensität wissenschaftlich zu bewerten.
7 Ausblick: Identifiziert Mega-Trends wie den Wandel von reaktiven zu proaktiven Versicherungsmodellen und skizziert die Zukunft des Sektors.
8 Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Notwendigkeit von Partnerschaften zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups.
InsurTech, Versicherungsbranche, Digitalisierung, Porters Fünf-Kräfte-Modell, Big Data, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Peer-to-Peer Versicherung, Kundenzentrierung, Wettbewerbsanalyse, Risikomanagement, Smart Home, Telematik, Cloud Computing, Prozessautomatisierung
Die Arbeit untersucht, wie die Digitalisierung die Wettbewerbsbedingungen in der deutschen Versicherungsbranche verändert und welche Strategien Unternehmen anwenden können, um in diesem wandelnden Umfeld erfolgreich zu bestehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von InsurTechs, dem Einsatz moderner Technologien wie KI und Blockchain in der Wertschöpfungskette sowie der notwendigen Neuausrichtung hin zu mehr Kundenorientierung.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Veränderungen im Wettbewerbsgefüge durch die Digitalisierung und fragt, welche Strategien für einen nachhaltigen Markterfolg von etablierten Versicherern und neuen Marktteilnehmern gewählt werden sollten.
Die Arbeit ist als qualitative Literaturarbeit konzipiert, die das Thema theoretisch aufbereitet und eine fundierte Wettbewerbsanalyse mittels des „Fünf-Kräfte-Modells“ nach M.E. Porter vornimmt.
Der Hauptteil behandelt die technologischen Grundlagen, innovative Produktentwicklungen, die Veränderung der Kundenbeziehung und analysiert die Konkurrenzsituation zwischen etablierten Versicherern, InsurTechs und großen IT-Konzernen (BigTech).
Die wesentlichen Begriffe umfassen unter anderem InsurTech, Digitalisierung, Versicherungsbranche, Porters Fünf-Kräfte-Modell, Kundenfokus und innovative Geschäftsmodelle.
Die etablierten Versicherer begreifen InsurTechs zunehmend weniger als reine Disruptoren, sondern vielmehr als potenzielle Partner, um ihre eigenen Leistungen durch technologische Innovationen zu ergänzen und ihre Marktanteile zu sichern.
Die nahtlose Versicherung ermöglicht durch digitale Kanäle den zeitnahen Abschluss bedarfsgerechter Produkte, beispielsweise direkt am Ort des Risikos, was den Kundennutzen und die Effizienz für den Versicherer steigert.
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