Bachelorarbeit, 2022
43 Seiten, Note: 1,70
1 Einleitung
2 Die Energiemacht Russland
2.1 Wirtschaftliche Charakteristika Russlands
2.2 Die Bedeutung des Energiesektors für Russland
2.3 Die Beziehung zwischen Russland und der EU mit Fokus auf Außenhandel und Energie
3 Das Unternehmen Gazprom
4 Die Analyse über die Abrechnung russischer Energieexporte in Euro und in Rubel
4.1 Währungs- und wechselkursbedingte Überlegungen
4.1.1 Währungen
4.1.2 Wechselkurse
4.2 Die optimale Wahl der Währung
4.2.1 Marktsegmentierung und Preisdiskriminierung 3. Grades
4.2.2 Local currency pricing und producer currency pricing
4.2.3 Exportpreisanpassungsstrategien
4.3 Der Devisenmarkt Russlands und die Dutch Disease
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen und die strategische Bedeutung der Währungswahl (Euro versus Rubel) bei der Abrechnung russischer Energieexporte in die Europäische Union unter Berücksichtigung von Sanktionen und politischer Einflussnahme.
4.2.2 Local currency pricing und producer currency pricing
Das local-currency-pricing, das im weiteren Verlauf mit LCP abgekürzt wird, ist eine Strategie, bei welcher der Exporteur die Preise in der Währung des jeweiligen Bestimmungslandes festsetzt. Das producer-currency-pricing, das fortlaufend als PCP bezeichnet wird, besagt dagegen, dass die Preise in der nationalen Währung des Exporteurs fixiert werden Fendel et al. (2008), S. 162. Somit ergibt sich folgende Konstellation: Sollte der russische Energielieferant Gazprom einerseits seine Erdgaspreise für die EU in EUR und beispielsweise für einen US-amerikanischen Abnehmer in USD festlegen, verwendet Russland die Strategie des LCP. Falls Gazprom andererseits die Möglichkeit in Betracht zieht, alle Erdgaspreise unabhängig vom Zielland in der russischen Währung RUB festzusetzen, spricht man von der Strategie des PCP. Das bedeutet, dass die Preise für Gaslieferungen in die EU und in die USA grundsätzlich in RUB angegeben werden.
Um zu überprüfen, welche der beiden Varianten einen höheren erwarteten Nutzen der Gewinne liefert, wird das Modell von Friberg (1998) eingesetzt. Dabei wird Gazprom als Monopolist fungieren. Es existieren zwei zentrale Annahmen. Auf der einen Seite muss der Exporteur seinen Preis festlegen, bevor der Wechselkurs bekannt ist. Auf der anderen Seite soll die Nachfrage eine Funktion des Preises sein, den die Importeure zahlen müssen, nachdem die Wechselkursunsicherheit beseitigt ist. Bei Nichtbeachtung dieser Prämissen würden die nachfolgenden zwei Strategien den gleichen Gewinn erzielen, da der Preis erst festgelegt wird, nachdem der Wechselkurs bekannt ist Friberg (1998), S. 62 ff. Zunächst wird der Preis in der Währung des Importeurs (LCP) gesetzt, also in EUR.
1 Einleitung: Stellt das Thema Energieabhängigkeit zwischen Russland und der EU sowie die Relevanz der Abrechnungswährungen vor.
2 Die Energiemacht Russland: Analysiert die wirtschaftliche Struktur Russlands, die strategische Bedeutung des Energiesektors und das bilaterale Verhältnis zur EU.
3 Das Unternehmen Gazprom: Untersucht die marktbeherrschende Stellung von Gazprom und seine Rolle als zentraler Akteur im Erdgashandel.
4 Die Analyse über die Abrechnung russischer Energieexporte in Euro und in Rubel: Führt eine tiefgehende währungs- und modelltheoretische Analyse der Fakturierungsstrategien sowie deren makroökonomische Folgen durch.
5 Fazit: Fasst die Kernergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Währungswahl strategische und gesamtwirtschaftliche Konsequenzen hat.
Energieexporte, Russland, Europäische Union, Gazprom, Rubel, Euro, Wechselkurs, LCP, PCP, Pricing-to-market, Fakturierung, Devisenmarkt, Dutch Disease, Energiepolitik, Gasmarkt.
Die Arbeit analysiert, ob es einen ökonomischen Unterschied macht, wenn Russland seine Energieexporte in Euro oder in Rubel abrechnet.
Die zentralen Themen sind internationale Handelsbeziehungen, Wechselkurstheorie, Preisstrategien von Monopolisten und die makroökonomischen Auswirkungen der Währungswahl (insbesondere unter Sanktionen).
Das Ziel ist es, auf Basis volkswirtschaftlicher Modelle zu klären, welche Fakturierungsstrategie (Local Currency Pricing oder Producer Currency Pricing) für einen Exporteur wie Gazprom vorteilhafter ist.
Es werden volkswirtschaftliche Modelle zur Preisbildung und Währungsoptimierung (insbesondere nach Friberg und Löbler) auf das Szenario "Energieexporte" angewendet.
Der Hauptteil analysiert Währungsüberlegungen, die optimale Wahl der Währung mittels mathematischer Optimierungsprobleme und die Auswirkungen auf den russischen Devisenmarkt.
Energieexporte, Gazprom, Rubel, Euro, LCP, PCP, Wechselkursrisiko und Dutch Disease.
Die "Dutch Disease" beschreibt die Gefahr, dass durch hohe Erlöse aus Rohstoffexporten die heimische Währung aufwertet und andere Industriezweige im Inland an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.
Gazprom fungiert als Erdgasmonopolist, der aufgrund seiner Marktmacht Einfluss auf die Preisgestaltung und die Wahl der Abrechnungswährungen nehmen kann.
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass der zeitliche Aspekt der Währungskonvertierung entscheidend für mögliche Währungsgewinne oder -verluste sein kann.
Die Arbeit bezieht aktuelle Sanktionen wie den SWIFT-Ausschluss und Konteneinfrierungen mit ein, da diese das Devisenmarktgleichgewicht und die Handlungsspielräume Russlands maßgeblich verändern.
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