Bachelorarbeit, 2021
60 Seiten, Note: 2,5
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung und Methode
2. Quellen- und Forschungsüberblick
3. Anatoli Djatlow
4. Das sowjetische Atomprogramm
5. Atomare Energiegewinnung in der UdSSR
5.1. Wie funktioniert eine Kernspaltung?
5.2. Kernkraftwerke des Typs RBMK
5.3. Die Konstruktion des AKW in Tschernobyl
6. Das Unfallgeschehen
6.1. Das Experiment
6.2. Das Geschehen im Kontrollzentrum des Reaktorblocks 4
6.3. Der physikalische Ablauf in der Nacht des Unfalls
6.4. Die Gründe für den Unfall
7. Der Umgang der UdSSR mit dem Unfall
7.1. Informationsfreigabe und die eigene staatliche Verantwortung
7.2. Die sowjetische Einstellung zu Havarien
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe des Reaktorunfalls in Tschernobyl am 26. April 1986, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle von Anatoli Djatlow sowie die sicherheitspolitischen und administrativen Rahmenbedingungen innerhalb der sowjetischen Atomindustrie. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern der Reaktorunfall auf ein mögliches Fehlverhalten Anatoli Djatlows zurückgeführt werden kann, eingebettet in ein System, das durch mangelnde Transparenz, Sicherheitsmängel und politischen Leistungsdruck geprägt war.
6.1. Das Experiment
Der Reaktorblock 4 war der jüngste des gesamten AKW Tschernobyl und wurde erst Ende des Monats Dezember des Jahres 1983 in Betrieb genommen. Dieser brachte in seinen drei Betriebsjahren eine erfolgreiche Leistung zu Tage. Am 25. April 1986 sollte am Reaktorblock 4 des AKW Tschernobyl ein Experiment zur Erhöhung der Betriebssicherheit durchgeführt werden. Durch das Experiment sollte herausgefunden werden, ob bei plötzlicher Unterbrechung der Dampfzufuhr eine Turbine selbstständig noch genügend Strom erzeugen kann, um die Zeit bis zum Inkrafttreten des Notstromaggregates zu überbrücken. Dieses Experiment war sicherheitstechnisch sehr bedeutsam, da es aufzeigen würde, ob im schlimmsten Fall ein kompletter Stromausfall verhindert werden kann. Ein Stromausfall könnte nämlich im schlimmsten Fall zu einer Kernschmelze führen. Nach der Durchführung des Experimentes sollte der Reaktor zur jährlichen Revision heruntergefahren werden.
1. Einleitung und Methode: Einführung in das Thema anhand eines Fallbeispiels und Festlegung der Forschungsfrage sowie methodischen Vorgehensweise.
2. Quellen- und Forschungsüberblick: Untersuchung der verfügbaren wissenschaftlichen Literatur sowie Primärquellen zur Havarie in Tschernobyl.
3. Anatoli Djatlow: Biografische Darstellung von Anatoli Djatlow und seinem Werdegang im sowjetischen Nuklearsektor.
4. Das sowjetische Atomprogramm: Historischer Überblick über die Entwicklung des sowjetischen Atomprogramms und die strategischen Motive dahinter.
5. Atomare Energiegewinnung in der UdSSR: Erläuterung der physikalischen Grundlagen der Kernspaltung und Erörterung der spezifischen Konstruktionsweise von RBMK-Reaktoren.
6. Das Unfallgeschehen: Detaillierte Analyse des Ablaufs in der Unfallnacht, beginnend beim Experiment bis hin zur katastrophalen Explosion.
7. Der Umgang der UdSSR mit dem Unfall: Darstellung der staatlichen Informationspolitik nach dem Unfall und Analyse der sowjetischen Einstellung zu Havarien.
8. Fazit: Zusammenführung der Erkenntnisse mit einem umfassenden Resümee zur Verantwortungsfrage.
Tschernobyl, Anatoli Djatlow, RBMK-Reaktor, Kernspaltung, Sowjetunion, Atomunfall, Katastrophe, Notabschaltung, Block 4, Strahlenschutz, Xenonvergiftung, Sicherheitsmängel, Kernschmelze, UdSSR, Havarie.
Die Arbeit analysiert die Ursachen des Reaktorunfalls von Tschernobyl im April 1986 und untersucht insbesondere das Handeln des stellvertretenden Chefingenieurs Anatoli Djatlow.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des sowjetischen Atomprogramms, der Konstruktion des RBMK-Reaktortyps, dem genauen Ablauf des Experiments in der Unfallnacht sowie der staatlichen Informationspolitik der UdSSR.
Das Ziel ist es zu klären, inwiefern der Reaktorunfall auf das konkrete Fehlverhalten von Anatoli Djatlow zurückzuführen ist, unter Einbeziehung der systembedingten Mängel des sowjetischen Staates.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von wissenschaftlicher Literatur, Fachberichten (u.a. der IAEA) und Originaldokumenten (sowjetischer Archive) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Analyse des Reaktortyps, die deskriptive Schilderung des Unfallexperiments sowie eine kritische Untersuchung der staatlichen Informationspolitik.
Die wichtigsten Begriffe sind Tschernobyl, Anatoli Djatlow, RBMK-Reaktor, Havarie, sowjetisches Atomprogramm und systembedingte Sicherheitsmängel.
Die Arbeit zeigt auf, dass bekannte konstruktionstechnische Schwachstellen, wie der positive Dampfblasenkoeffizient, aus systemischer Trägheit und Ignoranz nicht adäquat behoben wurden.
Djatlow leitete als ranghöchster anwesender Ingenieur das Experiment, wobei er entgegen geltender Sicherheitsbestimmungen handelte und den Fortgang des Tests unter unsicheren Bedingungen forcierte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

