Examensarbeit, 2008
90 Seiten, Note: 2
1. EINLEITUNG
2. DIE AKTUELLE SITUATION DER TÜRKEN IN DEUTSCHLAND
2.1 DIE SOZIALE UND POLITISCHE SITUATION
2.2 DER SOZIOLINGUISTISCHE HINTERGRUND
2.2.1 GASTARBEITERDEUTSCH
2.2.2 DAS DEUTSCH DER ZWEITEN UND DRITTEN GENERATION
2.3 ZUR INTERVIEWGRUPPE
3. BEGRIFFSBESTIMMUNG
3.1 VARIETÄT, STIL UND REGISTER
3.2 SOZIOLEKT, SLANG UND JUGENDSPRACHE
3.3 BEGRIFFSBESTIMMUNG DES ETHNOLEKTS „KANAK SPRAK“
3.4 BEGRIFFSBESTIMMUNG CODE-SWITCHING, CODE-MIXING UND LANGUAGE CROSSING
4. FORSCHUNGSÜBERBLICK
4.1 HINNENKAMP: „GEMISCHT SPRECHEN“ ALS ACT OF IDENTITY
4.2 AUER/ DIRIM: KANAK SPRAK BEI NICHT-TÜRKISCHEN SPRECHERN
4.3 KALLMEYER/ KEIM: „KOMMUNIKATIVER SOZIOKULTURELLER STIL“ IN MANNHEIM
4.4 JANNIS ANDROUTSOPOULOS: EINFLUSS DER MEDIEN
5. DER ETHNOLEKT KANAK SPRAK - KORPUSANALYSE
5.1 INHALT UND GLIEDERUNG DER KORPUSANALYSE
5.2 DATENERHEBUNG: VORGEHENSWEISE UND EVENTUELLE PROBLEME
5.2.1 DIFFERENZIERUNG DES KORPUS
5.2.2 EVENTUELLE PROBLEME
5.2.2.1 ZWISCHENMENSCHLICHE SCHWIERIGKEITEN
5.2.2.2 TECHNISCHE SCHWIERIGKEITEN
5.3 KORPUSANALYSE - DIE GRUNDMERKMALE DER KANAK SPRAK
5.3.1 PHONETIK/ PHONOLOGIE
5.3.2 PROSODISCHE MERKMALE
5.3.3 MORPHOLOGIE UND SYNTAX
5.3.4 LEXIKON UND DISKURSORGANISATION
5.3.5 AUSSERSPRACHLICHE MERKMALE
5.4 SPRACHLICHE BESONDERHEITEN IN BERLIN WEDDING
5.4.1 „REIME - MEIME“
5.4.2 ONOMATOPOETISCHE ELEMENTE
5.4.3 GEHEIMSPRACHE „OHNE ROTKOHL“
5.5 GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE
6. KANAK SPRAK ALS AUSDRUCK SOZIOKULTURELLER IDENTITÄT
7. REAKTIONEN AUF DIE „KANAK SPRAK“
7.1 REAKTIONEN DER MEHRHEITSGESELLSCHAFT AUF DIE „KANAK SPRAK“
7.2 REPRÄSENTATION IN DEN MEDIEN
7.3 KANAK SPRAK - DIE NEUE BERLINER UNTERSCHICHTSPRACHE?
8. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht sprachliche und kommunikative Merkmale im sprechsprachlichen Register von Berlinern mit türkischer Herkunftssprache. Ziel ist es, Unterschiede innerhalb dieser Gruppe zu identifizieren und den soziokulturellen Hintergrund sowie die Funktion dieser jugendsprachlichen Varietät zu analysieren.
5.4.3 Geheimsprache „ohne Rotkohl“
Eine weitere Besonderheit, die bei den Beobachtungen auffiel, waren geheimsprachliche Äußerungen. Geheimsprachen tauchen in vielen Jugendgruppen auf, beispielsweise die besonders unter Mädchen verbreitete Löffelsprache.
Diese kreativen Auswüchse von Jugendsprachen sind für Peer-Group-Outsider natürlich völlig unverständlich. Es handelt sich in diesem speziellen Fall um unter den türkischen und arabischen Jugendlichen idiomatische, lexikalisierten Wendungen, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben und auch nur schwer durchschaubar sind.
Im folgenden Gespräch versuchen Moussa und Umut zu erklären, was „ohne rot“ bedeutet und weihen mich damit ausnahmsweise in eine Vokabel ihrer geheimen Sprache ein.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Jugendsprache ("Kanak Sprak") und Definition des Forschungsgegenstandes.
2. DIE AKTUELLE SITUATION DER TÜRKEN IN DEUTSCHLAND: Überblick über die soziale und politische Lage sowie den soziolinguistischen Hintergrund von Migranten.
3. BEGRIFFSBESTIMMUNG: Theoretische Grundlagen und Definitionen von Begriffen wie Varietät, Register, Soziolekt und Ethnolekt.
4. FORSCHUNGSÜBERBLICK: Darstellung bisheriger linguistischer Studien zum Thema.
5. DER ETHNOLEKT KANAK SPRAK - KORPUSANALYSE: Kernkapitel mit der Auswertung der selbst erhobenen Interviews und Analysen phonetischer, morphosyntaktischer und lexikalischer Merkmale.
6. KANAK SPRAK ALS AUSDRUCK SOZIOKULTURELLER IDENTITÄT: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Sprache und Identitätskonstruktion.
7. REAKTIONEN AUF DIE „KANAK SPRAK“: Analyse der Wahrnehmung in der Gesellschaft und in den Medien.
8. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Kanak Sprak, Ethnolekt, Türkendeutsch, Kiezdeutsch, Jugendsprache, Code-Switching, Identität, Soziolinguistik, Berlin-Wedding, Sprachvariation, Migrationshintergrund, Peer-Group, Korpusanalyse, Mehrsprachigkeit, Soziolekt
Die Arbeit beschäftigt sich mit den sprachlichen und kommunikativen Besonderheiten des Ethnolekts "Kanak Sprak" bei Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund in Berlin-Wedding.
Im Zentrum stehen die soziale Ausgangslage der Jugendlichen, die linguistische Analyse ihrer Sprache (Phonetik, Syntax, Lexik) sowie die soziokulturelle Bedeutung des Sprachgebrauchs als Identitätsmarker.
Ziel ist es, die spezifische Sprechweise der untersuchten Gruppe zu dokumentieren, Unterschiede innerhalb der Gruppe (z.B. geschlechtsspezifisch) aufzuzeigen und zu klären, warum und wie dieser Ethnolekt als Identitätsakt genutzt wird.
Die Autorin nutzt eine Korpusanalyse basierend auf selbst durchgeführten Interviews und Beobachtungen von 67 Jugendlichen sowie die Auswertung aktueller Forschungsberichte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, einen Forschungsüberblick und die detaillierte Korpusanalyse, in der sprachliche Besonderheiten wie Reime oder onomatopoetische Elemente untersucht werden.
Kanak Sprak, Ethnolekt, Identität, Soziolinguistik, Code-Switching, Berlin-Wedding und Mehrsprachigkeit sind die prägenden Begriffe.
Wedding dient als sozialer Brennpunkt und "Umschlagplatz" für die untersuchte Sprache, da dort eine hohe Dichte an Jugendlichen mit Migrationshintergrund lebt, die das Kiezdeutsch als alltägliche Varietät verwenden.
Es handelt sich um eine geheimsprachliche Wendung unter Jugendlichen, die als Aufforderung dient, eine Handlung unauffällig auszuführen oder zu signalisieren, dass eine Aussage nicht ernst gemeint ist.
Ja, die Autorin stellt fest, dass Mädchen, die bildungsorientiert sind, ihre Sprechweise stärker an das Standarddeutsche anpassen können, während "getto-orientierte" Mädchen und männliche Jugendliche den Ethnolekt stärker betonen.
Die Reaktionen reichen von Marginalisierung über Stereotypisierung in den Medien bis hin zur unbewussten Übernahme bestimmter Ausdrücke durch deutsche Jugendliche, wobei der Ethnolekt oft als "prestigebesetzt" oder "cool" wahrgenommen wird.
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